Wajikra 24:1 Kommentar: Rav Hirsch

וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃

Der Herr redete zu Mose also:

Rav Hirsch

Kap. 24. V. 1. Die großen Festinstitutionen des Jahreszyklus, die das vorige Kapitel gegeben, weisen alle auf hervorragende Gottestaten zurück, die Gott als den Gründer und Erhalter der leiblichen und geistigen Nationalität Jisraels offenbaren, und deren wiederkehrendes Gedächtnis Gott zu מועדים bestimmte, zu Zeiten, die, auf Grund der einer jeden eigentümlichen geschichtlichen Bedeutung und jahrzeitlichen Beziehung, "das Zusammenfinden Gottes und seines Volkes" zu erneuern die Bestimmung haben. Daß aber die geistige und leibliche Wohlfahrt der Nation nicht nur einmal, zur Zeit dieser großen, Gott in der Geschichte offenbar machenden Gottestaten, Gottes Augenmerk waren, da er mit ihnen Israel geistig und leiblich als Nation schöpferisch gründete; daß Israel nicht nur von Zeit zu Zeit bei der Wiederkehr der Gedächtnistage dieser Gottestaten sich mit seinem geistigen und leiblichen Sein unter Gottes Obhut fühlen und Gottes Obhut unterstellen solle; daß vielmehr Israels geistige und leibliche Wohlfahrt das stete Augenmerk der göttlichen Vorsehung bilde und Israel stets seine geistige und leibliche Wohlfahrt Gott unterstellen und als nur unter Seiner steten Obhut und Leitung gedeihensfähig begreifen soll – wie die Erkenntnis dieser Wahrheit die eigentliche Frucht jener großen "Gotteszeiten" –: so soll das Bewußtsein dieser Wahrheit in dem "Lichte" Israels לפני ד׳ תמיד und in dem "Brote" Israels לפני ד׳ תמיד zum Ausdruck kommen, deren Pflege die beiden hier folgenden מנורה- und לחם הפנים-Gesetze teils wiederholend, teils ergänzend anordnen. Was durch die Feste ממועד למועד grundlegend von der ganzen Nation in allen ihren Gliedern begangen wird, das findet in seinem beständigen Resultat im Heiligtum תמיד symbolischen Ausdruck.
Einen Rabbi fragenBookmarkShareCopy