Комментарий о цитате к Тегилим 149:9

לַעֲשׂ֤וֹת בָּהֶ֨ם ׀ מִשְׁפָּ֬ט כָּת֗וּב הָדָ֣ר ה֭וּא לְכָל־חֲסִידָ֗יו הַֽלְלוּ־יָֽהּ׃

Исполнить на них написанное решение; Он слава всех Своих святых. Аллилуйя.

Rav Hirsch

הדר .פרי עץ הדר ist nach allen Stellen seines Vorkommens in תנ׳׳ך entschieden Substantiv und nicht Adjektiv. In einer einzigen Stelle Ps.149, 9 הדר הוא לכל חסידיו scheint es adjektivisch zu sein, allein auch da ist es offenbar Substantiv. Mag הוא sich nun auf אל (V. 6) oder auf das mit לעשות וגו׳ geschilderte Hervortreten des Gottesgerichtes beziehen, immer kann es nichts anderes heißen, als: den bis dahin mit Verzicht auf äußere Anerkennung nur auf das Bewußtsein des eigenen Innern angewiesen gewesenen חסידים gereicht das nun sich vollziehende Gottesgericht, oder der in ihm sich offenbarende Gott, zu הדר, zu äußerer ehrender Anerkennung, wie והדרת פני זקן. Vergl. Jes.28, 5: הדר .ביום ההוא יהיה ד׳ צבאות לעטרת צבי וגו׳ לשאר עמו ist überall eine äußere, sichtbar in die Augen fallende, den Gegenstand auszeichnende Erscheinung, daher auch: Schmuck, Pracht, Herrlichkeit. Verwandt ist es mit den lautverwandten: חדר ,עדר ,אדר, die alle eine äußere Umgebung einer Persönlichkeit mit dem Nebenbegriff des Abschließens derselben von anderem bezeichnen. עץ הדר ist somit ein Baum, den seine äußere Erscheinung und seine eigentümlichen Merkmale vor andern auszeichnen, ein Prachtbaum par excellance. Der Überlieferung zufolge ist es der אתרוג eine zur Gattung der Zitronenbäume gehörende bestimmte Art. רמב׳׳ן im Kommentar erinnert, daß רגיג chaldäisch dem hebräischen חמד entspreche, einem Synonym von הדר und somit אתרוג einen עץ נחמד oder פרי נחמד bezeichne, was der hebräischen Bezeichnung פרי עץ הדר nahe käme. Sukka 35a wird das הדר des Etrogbaumes durch drei denselben auszeichnende Eigentümlichkeiten charakterisiert: ת׳׳ר פרי עץ הדר עץ שטעם עצו ופריו שוה הוי אומר זה אתרוג, das הדר des Etrogbaumes zeige sich darin daß, "der Baum und die Frucht gleichen Geschmack habe", d.h. daß die ätherischen Stoffe, welche das Aroma der Frucht bilden, schon in Holz und Blättern des Baumes vorhanden sind und sich dem Geschmack kund tun. Diese Eigentümlichkeit spreche sich in der Bezeichnung פרי עץ הדר aus. Wir glauben, es ist sonst nicht gebräuchlich und am allerwenigsten in einer gesetzlichen Vorschrift, eine Frucht, statt direkt durch Nennung des Namens derselben, durch Umschreibung als die Frucht von einem bestimmten Baume zu bezeichnen und statt Nuss, Apfel usw. die Frucht des Nussbaums, des Apfelbaums zu sagen. Wird dennoch diese umschreibende Bezeichnung gewählt, so muss das hier in Betracht kommende Charakteristische der Frucht in dem Baume liegen und es muss die Frucht den Baum vergegenwärtigen, es muss sich aus dem Baume die Frucht, aus der Frucht der Baum erkennen lassen, kurz, es muss טעם עצו ופריו שוה sein. Damit ist denn in der Tat der Baum als ein עץ הדר gekennzeichnet. Es wohnt ihm eine solche Fülle von edlen ätherischen Stoffen inne, daß dieselben nicht erst in der Frucht, sondern bereits im Holze und im Blatte zur Entwicklung kommen. Wir glauben in Parenthese darauf aufmerksam machen zu dürfen, daß auch der עץ הדעת, dieser mit paradiesischen Reizen ausgestattete Baum, in gleicher Weise charakterisiert ist.