Комментарий о цитате к Шмот 19:15

וַיֹּ֙אמֶר֙ אֶל־הָעָ֔ם הֱי֥וּ נְכֹנִ֖ים לִשְׁלֹ֣שֶׁת יָמִ֑ים אַֽל־תִּגְּשׁ֖וּ אֶל־אִשָּֽׁה׃

И сказал народу: 'Будь готов против третьего дня; не подходи к женщине'

Rav Hirsch

Kap. 12. VV. 1 u. 2. ותדבר מרים. Diese Verse bieten dem Verständnis erhebliche Schwierigkeiten. Sie berichten, daß Mirjam und Aharon Nachteiliges über Mosche geredet und zwar in Veranlassung האשה הכשית אשר לקח, welches ohne weiteres heißen würde: in Veranlassung der äthiopischen Frau, die er geheiratet hatte, כי denn, wurde hinzugefügt, das Faktum an sich wäre wahr, er hatte eine äthiopische Frau geheiratet, אשה כושית לקח. So weit wäre das Verständnis klar, und wäre dann nur nicht sowohl auffallend, daß Mirjam und Aharon sich über dieses Faktum aufgehalten, als daß in der Tat Mosche eine Äthiopierin geheiratet haben sollte! Wollte man aber in dieser Äthiopierin oder Abessynierin keine andere als die Midjanitin Zipora erblicken, so wäre, abgesehen davon, daß כוש doch nicht identisch mit מדין ist, ein Zweifaches nicht abzusehen, einmal, was in dieser Heirat Tadelnswertes gewesen, und ferner ist uns das Faktum längst ja bekannt und braucht wahrlich nicht erst noch als ein Novum bestätigt zu werden: כי אשה usw. Allein sofort die uns V. 2 mitgeteilten Worte Mirjams und Aharons lassen ja überhaupt es gar nicht zu, daß die Heirat mit der אשה כשית an sich, möge sie nun gewesen sein, wer sie wolle, Gegenstand der tadelnden Äußerung der Geschwister gewesen sein könne. Offenbar setzen nämlich die Worte: הרק אך במשה דבר ד, das Faktum כי אשה כשית לקח im engen Zusammenhang zu Mosche Prophetie und zwar ebenso unzweideutig dargestellt, daß Mosche אשה כשית לקח, weil דבר ד׳ בו die Geschwister aber in diesem דבר ד׳ במשה keine Rechtfertigung für לקיחת אשה כשית fanden, indem Mosche nicht der einzige war, mit welchem Gott geredet, und alle die andern, Mirjam und Aharon selbst, obgleich auch sie der Prophetie gewürdigt worden, doch darum sich nicht veranlasst gesehen לקחת אשה כושית! Nun liegt es aber völlig außer dem Bereiche denkbarer Möglichkeit, daß Mosche, daß überhaupt irgend jemand, weil er der Prophetie von Gott gewürdigt worden "deshalb" eine Äthiopierin geheiratet haben solle! Ist daher, wie der ganze Zusammenhang nicht anders zulässt, das Faktum, כי אשה כשית לקח, durch Mosches prophetischen Beruf motiviert, so muss damit etwas anderes ausgedrückt sein, als daß er eine Äthiopierin geheiratet habe! Sehen wir uns im ganzen Bereiche des Gotteswortes nach einer Beziehung ehelicher Verhältnisse zur Prophetie um, so finden wir nur die einzige Stelle Schmot 19, 15, wo das Volk, das der unvermittelten Vernehmung des göttlichen Wortes gewürdigt werden sollte, als Vorbereitung dazu des ehelichen Umganges mit den Frauen sich zu enthalten hatte, und zwar muss diese Vorbedingung eine so wesentlich von dem Momente geforderte sein, daß sie stillschweigend in der allgemeinen Anordnung וקדשתם וגו׳ והיו נכונים וגו׳ (Verse 10 und 11 daselbst) enthalten war. In der Tat erklärt auch die Überlieferung (ספרי) als Gegenstand der tadelnden Äußerung der Geschwister die Entfernung, in welcher sich Mosche von seiner Frau gehalten, פירש מן האשה, ein Umstand, der ihnen erst bei Gelegenheit der Prophetie der berufenen Ältesten bekannt geworden, den sie lediglich im Interesse der Frau für unrecht, weil eben durch Mosche Prophetenberuf nicht geboten hielten, da sie selber und so ja auch die Väter vor ihnen des göttlichen Wortes gewürdigt worden waren, ohne daß dadurch das eheliche Zusammenleben hätte Störung erleiden müssen. Sie übersahen den Abstand zwischen Mosche Stufe und der ihrigen und wussten nicht, daß als nach Schluss der Sinaioffenbarung an das Volk (Dewarim 5, 27) diesem mit den Worten: שובו לכם לאהליכם die Rückkehr ins Familienleben und in die eheliche Gemeinsamkeit gestattet und geboten wurde, Mosche das Verharren in der Entfernung mit den Worten: ואתה פה עמד עמדי ואדברה אליך וגו׳, zur Pflicht gemacht war (daselbst 28). Dass dies der Sinn unserer Stelle ist, ist nach dem ganzen Zusammenhange ganz unzweifelhaft. Unterstützt dürfte sich diese Erklärung noch durch die Erwägung finden, daß in allen Stellen, in welchen der Ausdruck על אודות in ähnlichem Zusammenhange in der תורה vorkommt, er stets den leidenden Gegenstand bezeichnet, dessen Interesse zur Sprache kommt. So Bereschit 21, 11: וירע וגו׳ על אודות בנו, daselbst 25: והכיח וגו׳ על אדות באר. Schmot 18, 8: אשר עשה ד׳ לפרעה וגו׳ על אודת ישראל. So ist auch hier die אשה כושית nicht der Gegenstand, über welchen, sondern in dessen Interesse die Klage geführt wurde. Es bleibt nur noch die Bedeutung des האשה הכשית אשר לקח aus dem Zusammenhange mit dem unzweifelhaften Sinne der Stelle zu erörtern übrig, und da möchten wir zu glauben wagen, es sei nicht unmöglich, daß לקוח אשה כושית eben nichts anderes als ein umschreibender Ausdruck für: "in getrennter Ehe leben" sein möge. Der Ausdruck כושי findet sich noch einigemal in typischer Bedeutung. In היהפוך כושי עורו (Jirmija 13, 23) bezeichnet es den Schwarzen, den Mohren überhaupt. In הלא כבני כושיים אתם לי (Amos 9,7) bezeichnet es die allerletzten und tiefstehenden Menschengeschlechter unter den Völkern. "Und wäret ihr die Kinder der Negervölker, wäret ihr nicht gleichwohl mein?!" In שגיון לדוד אשר שר לד׳ על דברי כוש בן ימיני (Ps. 7, 1). bezeichnet es die ganze Tiefe des Gegensatzes, welchen Sauls Handlungsweise zu dem an den Tag legte, was von einem בן ימיני von dem Sohne eines jüdischen Stammes zu erwarten gewesen wäre. Es war dies eine solche moralische Entartung, wie es eine physiologische wäre, wenn von einem jüdischen Stamme ein Neger geboren worden wäre. Sollte die geschlechtliche Verbindung mit einer Mohrin nicht als etwas also Widerstehendes und Unvereinbares betrachtet worden sein, daß eine Ehe eingegangen sein, in welcher doch die Gatten ein getrenntes Leben führen, "eine Mohrin geheiratet haben" genannt werden konnte? Wir können dies allerdings nur als Vermutung geben, glauben aber damit nichts Unwahrscheinliches angenommen zu haben, und hätte, wenn wir das Richtige getroffen, damit unsere Stelle ihre natürlichste Deutung gefunden.

Kli Yakar

Rabbi Eliezer HaModai says: He heard about the Giving of the Torah and came, as it says there, Do not approach a woman (Exodus 19:15), and Jethro thought to apply the same a fortiori argument that Moses expounded. He reasoned: If the Israelites, who only received the Torah temporarily, had to separate from their wives, how much more so Moses, with whom the Divine Presence speaks at all times, should be completely separated from his wife and not send for her again. Therefore, Jethro came and brought Moses his wife so that she could dwell with him, as the glory of man to dwell in a house (Isaiah 44:13), according to the law of Moses and Israel.

Kli Yakar

And He prefaced this portion with the matter of the sanctity of Israel, for as it is written before the giving of the Torah, And you shall be to Me a kingdom of priests and a holy nation (Exodus 19:6), so too in this portion all ten commandments are alluded to, as Rabbi Levi said (see Vayikra Rabbah 24:5). Therefore, He prefaced [it] with sanctity to endear the commandments to them, saying that through them they will merit the level of sanctity. And do not say that sanctity is a minor matter, for I am holy — is it insignificant in your eyes to liken the design to its Creator, as it were? And our Sages said (Vayikra Rabbah 24:6), “Wherever you find a fence around sexual immorality, there you will find sanctity.” And you already know that the term “fence” indicates something permitted by the law, yet we make a safeguard and fence to distance ourselves from prohibition. Therefore, they said that wherever you find a fence around sexual immorality, there you will find sanctity, because all sanctity refers even to that which is permitted, as our Sages said (Sifrei Re’eh 102), “Sanctify yourself with what is permitted to you.” And the sanctity of the Nazirite proves this. Therefore, they said that in a place where a fence around sexual immorality is mentioned, you find sanctity. So too at the giving of the Torah, Do not approach a woman (Exodus 19:15), meaning even what was permitted to them, therefore He called them a holy nation. And similarly here it says, Do not approach to uncover nakedness (Leviticus 18:6) — an approach that leads to sexual immorality, which is a fence and safeguard against sexual immorality. Likewise, A woman who is a prostitute or defiled (Leviticus 21:7) refers to things permitted to ordinary Israelites, but the priest needs a fence and safeguard to forbid even what is permitted to an Israelite, in order to sanctify him with tremendous sanctity.