וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
און גאָט האָט גערעדט צו משהן, אַזױ צו זאָגן:
Rav Hirsch
V. 21. אלה פקודי. Die Auffassung dieser Worte bietet viele Schwierigkeiten. Die allgemeinste Auffassung versteht unter פקודי die Berechnung der eingegangenen Spenden und den Nachweis ihrer Verwendung. Diese Auffassung hat jedoch erhebliche Schwierigkeiten. Es wären dann nämlich die Berechnung und der Nachweis höchst unvollkommen. Es wird nur die Summe des gespendeten Goldes, sowie des gespendeten Kupfers genannt. Vom Silber wird nur die Summe der behufs der Gemeindezählung erhobenen halben Schekel berechnet, nicht aber die Summe des nach Kap. 35, 24 auch als freiwillige Spende eingegangenen Silbers. Das Quantum der anderen Stoffe ist gar nicht erwähnt, und vom Golde ist nur die Berechnung der eingegangenen Spenden, nicht aber der Nachweis ihrer Verwendung gegeben. Dazu kommt, daß es für die Bedeutung פקד als Größenberechnung eigentlich kein sonstiges Beispiel gibt. Es kommt sonst nur von Menschenzählung vor, dort entfernt es sich aber kaum von dem Grundbegriffe: denken. פקודי העדה sind alle die, die unter dem Begriff עדה gedacht werden, die der Begriff עדה umfasst, somit alle diejenigen, die zur Gemeinde gehören und als deren Glieder die Gemeinde ausmachen. Demgemäß wären פקודי המשכן alle die Gegenstände, die unter dem Begriff משכן zu denken sind, die zum משכן gehören und daßelbe wesentlich konstituieren. Es wären dies alle die angefertigten Gegenstände. Indem sie sämtlich unter die eine Bezeichnung פקודי המשכן zusammengefasst sind, wird ihnen sämtlich ihre wesentliche Bedeutung für das משכן vindiziert, es ist keiner derselben für den Gesamtzweck des משכן als משכן העדות gleichgültig. In diesem Sinne werden diese Worte auch von Siporno verstanden, und meint derselbe, die Summe der für dieses משכן zur Verwendung gekommenen Wertmetalle sei darum angegeben, um zu zeigen, wie gering diese Summe im Vergleich zu der an die späteren Tempel verwendeten Schätze sei, und doch habe keines die große Bedeutung in der Höhe wie dieses erste einfache Tempelzelt erreicht; nur in ihm war die שכינה durch die Wolke der Gottesherrlichkeit sichtbar gegenwärtig, nur es fiel nicht in Feindeshand. Den Bauten des zweiten Tempels fehlte sogar der eigentliche sichtbare Bewohner, die Zeugnislade und die Urim Wetumim. So wenig bedeutet die Pracht das Wesen des Tempels. Fügen wir hinzu, daß das משכן auch der einzige Tempel war, der ganz aus freiwilliger Hingebung der Nation hervorgegangen. Bei dieser Auffassung des פקודי wäre nur die Bedeutung des אלה zu bedenken, das, im Anfange des Kapitels, sich in der Regel auf Nachfolgendes, nicht aber auf Vorhergehendes bezieht. Diese Schwierigkeit dürfte jedoch durch die Erwägung sich heben, daß hier im Grunde ja der vorangehende Inhalt noch fortgesetzt wird. Auch im folgenden, vom Kap. 39, 1 an u. w., wird nicht nur von den für das Heiligtum angefertigten Gegenständen gesprochen, sondern es ist dies ganz eigentlich die Fortsetzung des Bisherigen. Es steht somit das אלה in der Mitte der Erzählung von dem Bau des Heiligtums und kann die Gegenstände, auf die es sich bezieht, füglich auch als nachfolgend denken. Wir haben dann zu übersetzen: "dies sind die zur Wohnung, zur Wohnung des Zeugnisses zu zählenden Gegenstände, welche auf Anordnung Mosche für sie bestimmt worden. Sie wurden die Dienstaufgabe der Leviten, durch Itamar, den Sohn Aarons, des Priesters." Dieses letztere hieße: das Gesamtinventar des Heiligtums wurde den Leviten unter Oberaufsicht des Itamar zur Bewahrung übergeben. Sie wurden die גזברים. Diese Bestimmung der Leviten im allgemeinen erhielt dann später (Bamidbar Kap. 3, 5 ff.) ihre speziellere Regulierung; auch die folgenden VV. 22 u. 23 erhielten durch diese Auffassung ihre geeignetere Stellung. Bei Erwähnung des Totalbegriffs der vollendeten Arbeiten werden die beiden Meister genannt, als deren Werk das Ganze vorzugsweise zu betrachten ist.