ציטירנדיקער פּירוש אויף תהילים 4:9

בְּשָׁל֣וֹם יַחְדָּו֮ אֶשְׁכְּבָ֪ה וְאִ֫ישָׁ֥ן כִּֽי־אַתָּ֣ה יְהוָ֣ה לְבָדָ֑ד לָ֝בֶ֗טַח תּוֹשִׁיבֵֽנִי׃

בשלום װי איך לײג זיך אַזױ שלאָף איך אײַן, װאָרום דו גאָט מאַכסט מיך װױנען באַזונדער אין זיכערקײט.

German Commentary

Man bringe einen Spiess. שפוד syr. ܫܰܦܽܘܕܳܐ u. arab. سغود, saffûd) ist vielleicht mit שבט (Stab, auch Spiess wie II. Sam. 18, 14) verwandt Als Wurzel vermute ich פד, dessen Grundbedeutung gleich der der Wurzeln בת ,פט ,בט ,בד u. פת scheiden (trennen, sondern) ist; vgl. פדה, فدرة (Stück), בדל בדד, بطر (spalten) בטא den Mund aufthun, daher fast immer mit dem Zusatz בשפתים und als Hauptwort מבטא שפתים: das Öffnen der Lippen), פטר u. فطر (spalten, scheiden, auseinandergehen), فطم entwöhnen) פטיש, بتل (absondern) פתת ,בתר ,בתולה, فات (fliehen, entschlüpfen), فوت (Abstand, Zwischenraum), פתח (öffnen), פתה (offen stehen, Spr. 20, 19) u. v. a. Der Begriff der Offenheit geht bei dem letztgenannten Worte in den der Empfänglichkeit, Leichtgläubigkeit und Arglosigkeit über, und wie diese beiden Bedeutungen von פתה zu einander, so verhält sich vielleicht בטה (= בטא öffnen) zu בטח (Leichtsinn, Sorglosigkeit und Sicherheit), wenn nicht etwa, was wohl vorzuziehen wäre, der Begriff der Sicherheit, welcher dann einerseits in den des Vertrauens, andererseits in den der Sorglosigkeit sich abzweigte, unmittelbar aus dem Begriffe des Abgesondertseins abgeleitet werden kann (vgl. בטח בדד Deut. 33, 28 u. לבדד לבטח Ps. 4, 9). Ist nun שבט aus der Wurzel בט (sich absondern) herausgewachsen, so bezeichnet das Wort gleich מטה (Ez. 19, 11 ff.) ursprünglich einen Ast, (vgl. auch בדים Zweige und Stangen), und die Übertragung auf die sogenannten 12 Stämme Israels, die in Wahrheit soviel Zweige desselben Stammes waren, träte dadurch in das rechte Licht. Im Arabischen wird سبط von schlichtem (auseinandergehendem) im Gegensatz zu krausem Haar gebraucht; umgekehrt wird in der Mischna das Geäst eines Baumes שער (Haar) genannt (Pea II 3, Kilajim III 5, IV 9, V 3; vgl. das gr. ϰόμη und das lat. coma.) Im Aramäischen wird mit כוכבא דשביט der Komet bezeichnet (Berachot 58b); das wäre also die wörtliche Uebersetzung von ϰομήτης, stella crinita, Haarstern. Auch der Sprache der Mischna ist diese Bedeutung von שבט nicht ganz fremd. Es ist dort (vgl. die in Sabbat 75b aus einer Baraita angeführten Worte des R. Juda) ein Kunstausdruck der Weberei und hat ungefähr den Sinn von kämmen, schlichten. Das am Webstuhl angebrachte Rieth oder Blatt, welches den doppelten Zweck hat, durch seine pendelartigen Schwingungen nach jedem Durchgang der Schiffchens einerseits die infolge der „Fachbildung“ (Kreuzung) etwa in Verwirrung gekommenen Kettenfäden zu schlichten und andererseits den eingeschossenen Faden fest an das Gewebe zu drücken, heisst bei den Griechen: ϰτείς, bei den Römern: pecten und so auch in manchen Gegenden Deutschlands: der Kamm. In der Hausweberei und insbesondere beim aufrechten Webstuhl der Alten, an welchem die Hausfrau nicht sitzend, sondern stehend arbeitete, wurde das Rieth durch ein spindelförmiges Stäbchen ersetzt, welches bei Homer ϰερϰίς heisst, später den Namen σπάϑη führt. Die Frau hielt es in der Hand, bald mit dem flachen Ende auf die Schussfäden schlagend, damit sie sich enger an einander schliessen, bald wieder mit dem spitzen Ende zwischen die Kettenfäden fahrend, um sie da, wo sie durcheinander geraten, zu entwirren. Für dieses Schlichten oder Kämmen des Aufzugs ist der Weberausdruck: שבט, für das Zusammendrängen des Einschlages: דקדק (von דקק stossen, drücken und daher auch in ähnlicher Übertragung wie צמצם: genau nehmen; vgl. auch מצה ‘Erubin IV Anm. 66), und nun werden wir es verstehen, wenn dem R. Juda a. a. O. erwidert wird: Die Verrichtung des שובט fällt unter den Begriff des Aufbäumens (Anzettelns, die des מדקדק aber unter den des Webens. Von שבט = Stab kann jener Kunstausdruck (etwa in dem Sinne: schlagen, klopfen) unmöglich abgeleitet sein; denn erstens hat eher die Tätigkeit des מד קדק zu dieser Bedeutung eine Beziehung als die des שובט, zweitens nennt sich das fragliche Stäbchen gar nicht שבט, sondern כרכד (Sabbath 92b unten), d. i. das oben erwähnte ϰερϰίς od. ϰερϰίδιον. [Der שובט בקולמוס in Levy’s Wtb ü. d Targumim ist das Kind einer falschen Construction. Der betr. Satz lautet: שנים שהיו אוחזין … בכרכד ושובטין — בקולמוס וכותבין Der bislang etymologisch noch nicht genügend aufgeklärte (s. Genesius Handwb. 8. Auflage Leipzig 1878) Stamm שפט, welcher im Hebräischen und im Phönizischen richten heisst (daher Sufet, die höchste obrigkeitliche Person in Karthago), hat sich wahrscheinlich ebenso aus der Wurzel פט entwickelt, wie שבט aus בט oder שפוד aus פד und bedeutet demnach ganz einfach schlichten, entscheiden. Das syr. ܫܦܰܕ durchbohren ist gleich dem arab. سغد spiessen (im obszönen Sinne) erst von שפוד u. سغود abgeleitet, nicht aber ist umgekehrt שפוד von سغد gebildet, wie Fleischer in seinen Nachträgen zu Levy’s Wtb. ü. d. Targ. meint. Der Stamm שפד heisst nicht stechen, sondern sich absondern, abzweigen, davon שפוד, ursprünglich wie מטה der Ast, dann wie שבט der Spiess. Es ist möglich, dass שפוד hier noch die ursprüngliche Bedeutung hat, und daher vielleicht richtiger mit „As“ zu übersetzen ist (s. Anm. 7). Ob das deutsche Spiess, ahd. spioz, mhd. spiez (in der Bedeutung „Bratspiess“) von spitz abzuleiten und das span, espada, das ital. spada (Degen) und spiedo (Bratspiess) wie das franz. espade und épée (frül er espée) aus dem Deutschen zu erklären ist, oder aber alle diese offenbar nahe verwandten Bezeichnungen aus dem Orient eingewandert sind, wage ich nicht zu entscheiden; doch wollte ich auch nicht unterlassen, auf ihre immerhin verlockende Ähnlichkeit mit unserm שפוד wenigstens aufmerksam zu machen, eine Ähnlichkeit, die um so bestechender ist, als die Übereinstimmung so vieler Sprachen auf einen gemeinsamen, fremdländischen Ursprung hinzuweisen scheint.
פֿרעגט אַ רבֿBookmarkShareCopy