כַּצֹּ֤אן ׀ לִֽשְׁא֣וֹל שַׁתּוּ֮ מָ֤וֶת יִ֫רְעֵ֥ם וַיִּרְדּ֘וּ בָ֤ם יְשָׁרִ֨ים ׀ לַבֹּ֗קֶר וצירם [וְ֭צוּרָם] לְבַלּ֥וֹת שְׁא֗וֹל מִזְּבֻ֥ל לֽוֹ׃
מע לײגט זײ װי שאָף אין דער אונטערערד, דער טױט טוט זײ פֿיטערן;און אײן פֿרימאָרגן – טרעטן די רעכטפֿאַרטיקע איבער זײ;און זײער געשטאַלט איז פֿאַר דער אונטערערד צום פֿאַרפֿױלן, ניטאָ קײן װױנונג פֿאַר איר.
Rav Hirsch
V. 4. הצור וגו׳. Mit diesem Worte beginnt die eigentliche צור .שירה als bildliche Bezeichnung Gottes kehrt wiederholt in dieser שירה wieder und erscheint als charakteristischer Begriff derselben. Der erste Gedanke, man kann sagen, der Grundgedanke der hier beginnenden קריאת שם ד׳ ist: צור (nach einigen hier auch mit großem צ). Nach der Auffassung der Weisen im ספרי liegt in צור der Doppelgedanke: התקיף, der Starke, und: הצייר, der Bildner. In der Tat, wenn צור in der gewöhnlichen Bedeutung als Fels das natürliche Bild des Festen, Starken, Unveränderlichen und Unüberwindlichen und so den Ausdruck für den stärksten und zuverlässigsten Halt und Schutz bietet, so liegt doch schon in der Verbalbedeutung der Wurzel צור eine zwiefache Betätigung der im Substantiv צור vergegenwärtigten Stärke. צור heißt als Verbum meistens: belagern, einengen, somit die Stärke in einer festen Umschränkung, Einschließung äußern. כי תצור אל עיר (Dewarim 20, 19) מצור, Belagerung und Belagerungswerkzeug (daselbst 19, 20), auch in schützendem Sinne: ערי מצורות (Chron. II, 11, 21) feste Städte, ähnlich wie מצודה, von צוד fangen, sowohl den festen Platz bedeutet, in welchen man jemanden zur Gefangennehmung, als auch in welchen jemand sich selbst zur Vekteidigung einschließt. צור heißt aber auch bilden, formen. ויצר אותו בחרט (Schmot 32, 4), צורתו ,צורותו ,צורת הבית (Ezechiel 43, 11). Ist doch auch ein jedes Formen, Bilden, die feste, bleibende Beschränkung des Stoffes in zweckentsprechende begrenzende Umrisse. צור als Substantiv kommt daher auch außer der Bedeutung Fels als Ausdruck dieses zwiefachen Begriffes der unveränderlichen Festigkeit und der alle anderen Stoffe bewältigenden Härte vor. Ps. 49, 15 bedeutet צור das dem Menschen inwohnende der Verwesung nicht erliegende unsterbliche Teil: וצורם לבלות שאול מזבול לו, und ihr unsterbliches Wesen ist bestimmt, selbst die Gruft zu überdauern, daß dieses ihm keine Stätte sei. Psalm 89, 44 bezeichnet es die harte Schärfe des Schwertes: אף תשיב צור חרבו. Du lässest die Schärfe seines Schwertes zurückprallen, d. i. du nimmst ihm die schneidende Kraft. Auf Gott übertragen ist צור bildlicher Ausdruck für das Unveränderliche und das absolut Bewältigende. Er ist der absolute Urgrund alles Seins und aller Art des Seins. Was er zum Sein bestimmt, findet in Ihm seinen ewigen Halt, und jede von Ihm beabsichtigte Gestaltung gelangt mit absoluter Gewissheit zur Verwirklichung. Daher Jesaias 26, 4 der Satz: בטחו בד׳ עדי עד כי ביה ד׳ צור עולמים. Der zweibuchstabige Gottesname drückt, wie wir dies zu Schmot 15, 2 bemerkt, die sich in siegreicher Bewältigung alles Entgegenstehenden zeigende Gotteskraft aus. Wäre dies die einzige Weise der Gotteswaltung, es würden alle Gestaltungen auf Erden dem Ideale des göttlichen Willens sofort und unwandelbar entsprechen. Sie wären eben das Produkt der unwiderstehlichen göttlichen Willensmacht. Allein, es hat Gott mit der dem Menschen verliehenen Willensfreiheit die Gestaltung Seiner Ziele einer erst in freier Entwicklung, aber darum nicht minder mit absoluter Gewissheit sich verwirklichenden Zukunft – wie dies der vierbuchstabige Name bezeichnet – überwiesen. Daher: "vertrauet auf Gott bis zum endlichen Ziele; denn in יה ד׳ liegt der ewige Halt beider Welten", der jetzigen mit allen ihr noch anhaftenden Unvollkommenheiten, und der einstigen des verwirklichten Gottesideales auf Erden. In Beziehung zu Israel spricht daher die Bezeichnung Gottes als צור die doppelte Gewissheit aus. Israel hat in Gott den ewigen Halt seines geschichtlichen Daseins. Gott will, daß es sei, darum geht es nimmer verloren. Allein Gott will auch eine bestimmte Art seines Seins, die Er ihm in seinem Gesetze offenbart. Diesen Anforderungen kann sich Israel nimmer entziehen. Sie sind ebenso unwandelbar wie Gottes Sein und Wollen. Und welche Geschickeswandlungen Israel auch durchzumachen hat, sie haben alle die endliche Verwirklichung dieser Gottesbestimmungen an Israel und durch Israel zum Ziele, sie sind eben nichts als die gestaltenden Hammerschläge der unwiderstehlichen Gestaltungskraft der göttlichen Waltung, כי ביה ד׳ צור עולמים (vergl. zu Bamidbar 8, 4). – Daher der Name צור das Charakteristikon der שירת האזינו, in ihm liegt der Schlüssel dieses Gottes Waltungen an Israel, mit Israel und durch Israel schauend offenbarenden Gesanges. —
Ibn Ezra
Rock He endures forever, like a rock. Do not be amazed at the use of such an analogy, as they are common in Scripture (e.g., “Who shall roar like a lion” [Hosea 11: 10]). It is impossible for us to describe God in any way other than in terms of His creations (for every thing that exists is His creation). Compare, “the Rock [Hebrew: ṣur] of my heart” [Psalms 73: 26] — meaning support, strength, pillar. There are also those who say that the word comes from “form” (as in “their form [Hebrew: ṣuram] shall waste away in the grave” [Psalms 49: 15]). Their thesis is that God has no substance, but is primal form. In my opinion, however, the former etymology is correct.
Rav Hirsch
זבד verwandt mit ויצבט קלי ,צבט (Ruth 2, 14), jemanden etwas zumessen, zuteilen, und הצבתים ,צבת (das.): die zusammengenommenen Garbengebinde. Ebenso צבת: das Werkzeug, mit welchem man etwas von einer Masse zusammennimmt, Zange. Daher זבד: der beschiedene Teil. Da das אותי wiederholt die Person hervorhebt, so kann es auch heißen: Gott hat mich zu einem guten Teil — für meinen Mann — gemacht. Mein Mann findet in mir die Erfüllung seiner Wünsche. Ebenso יקבלני. Vergegenwärtigen wir uns, daß זְבול zunächst nur als Charakteristik des בית המקדש in seiner Geeignetheit für Gott vorkommt: בנה בניתי בית זכול לך (Kön. I. 8, 13) ebenso מזבול קדשך ותפארתך (Jes. 63, 15); daß זֶבֶל; chaldäisch und rabbinisch das Mittel bezeichnet, den Boden zur entsprechendsten Aufnahme der Saat geeignet zu machen: Düngen; daß סבל, verstärkt, das Tragen einer auferlegten Last, somit Hingebung aller seiner Kräfte als Boden und Unterlage eines Gegenstandes bedeutet: so scheint זבל nicht einfach Wohnung, sondern eine solche Stätte zu bedeuten, die den Zwecken, Wünschen und Begehrungen dessen, für den sie bestimmt ist, vollkommen entspricht: eine behagliche, entsprechende Wohnung. Sodann auch Habakuk 3, 11. שמש ירה עמד זבולה, Sonne, Mond, harrten an der Stätte, der sie immer zueilen; die Sonne ging nicht unter, der Mond nicht auf, oder umgekehrt. Ebenso Psalm 49, 15 וצורם לבלות שאול מזבול לו, ihr, der Gerechten, Wesen ist bestimmt, das Grab zu überdauern, daß es, das Grab, ihnen nicht die eigentliche, endliche Stätte bleibe. הפעם יזבלני אישי hieße demnach: jetzt wird mich mein Mann als seine eigentliche Stätte anerkennen (vergl. מעון אתה), wird sich bei mir vor allem heimisch fühlen.