Behaalotcha ist der dritte Teil im Buch Numeri, das auf Hebräisch als Bemidbar bekannt ist. Es setzt die Erzählung von der Reise der Israeliten durch die Wüste nach ihrer Befreiung aus Ägypten fort. Der Abschnitt beginnt mit Anweisungen zum Anzünden der Menora, des heiligen siebenarmigen Leuchters, der täglich in der Stiftshütte angezündet werden sollte. Dieser Akt des Anzündens der Menora symbolisiert die ewige Flamme der göttlichen Gegenwart und dient als Erinnerung an unsere Verbindung zu Gott.
Der Abschnitt behandelt dann die Weihe der Leviten, des Stammes, der für den heiligen Dienst in der Stiftshütte auserwählt wurde. Durch einen Prozess, der die Reinigung, das Besprengen mit Wasser, das mit der Asche einer roten Färse vermischt wird, und ein Ritual der Rasur umfasst, werden die Leviten für ihre heiligen Pflichten eingesetzt. Ihnen wurde die Aufgabe übertragen, den Priestern, den Nachkommen Aarons, im Dienst der Stiftshütte beizustehen.
Behaalotcha erörtert auch die Feier des Passahfestes. Gott befiehlt den Israeliten, am vierzehnten Tag des ersten Monats des Jahres Passah zu feiern. Es gab jedoch einige Personen, die nicht am ersten Passahfest teilnehmen konnten, weil sie rituell unrein waren oder sich auf einer Reise befanden. Gott bietet ihnen eine zweite Gelegenheit, am vierzehnten Tag des zweiten Monats Passah zu feiern.
Die Israeliten setzen ihre Reise in Richtung des Gelobten Landes fort. Sie folgen der göttlichen Wolke, die sie tagsüber leitet, und einer Feuersäule, die nachts ihren Weg erhellt. Dieses Bild erinnert daran, dass Gottes Gegenwart auch in den dunkelsten Zeiten ein leitendes Licht für die Israeliten bleibt.
Die Erzählung verlagert sich dann auf die Klagen der Israeliten und ihr Verlangen nach Fleisch zum Essen. Das Volk war vom Manna ernährt worden, einer wunderbaren, brotähnlichen Substanz, die Gott zur Verfügung gestellt hatte, aber es begann, sich nach der Vielfalt der Nahrung zu sehnen, die es in Ägypten hatte. Sie ignorieren ihre Unterdrückung als Sklaven und beklagen die Speise Ägyptens:
"Wenn wir doch nur Fleisch zu essen hätten! Wir erinnern uns an den Fisch, den wir in Ägypten kostenlos gegessen haben – auch an Gurken, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch. Aber jetzt haben wir unseren Appetit verloren; Wir sehen nie etwas anderes als dieses Manna!"
Mose, der sich von den Klagen des Volkes überwältigt fühlt, bittet Gott um Hilfe. Gott antwortet mit dem Versprechen, die Menschen mit Fleisch zu versorgen. Diese Antwort kommt jedoch mit einer Zurechtweisung, da Gott den Mangel an Glauben und Dankbarkeit der Menschen in Frage stellt.
Eine große Anzahl von Wachteln strömt in das Lager und ermöglicht es den Menschen, ihr Verlangen nach Fleisch zu stillen. Ihr Verlangen nach exzessivem Konsum wird jedoch zu einer Prüfung Gottes. Während die Menschen noch das Fleisch kauten, wurden sie von einer schweren Seuche heimgesucht. Dies diente als Erinnerung daran, wie wichtig Mäßigung und Zufriedenheit sind und welche Konsequenzen es hat, wenn man unersättlichen Wünschen nachgibt.
Behaalotcha fährt dann fort, die Geschichte von Mirjam und Aaron zu erzählen, die schlecht über Moses reden. Es wird erwähnt, dass sie gegen Mose wegen seiner kuschitischen Frau sprachen. Die genaue Art ihrer Kritik wird nicht explizit angegeben, aber es scheint, dass sie Probleme damit hatten, dass Moses eine Frau aus Kusch heiratete, einer Region im Nordosten Afrikas. Die genauen Details dieses Vorfalls sind im Text etwas mehrdeutig und lassen Raum für Interpretationen.
Als Gott ihre Kritik hört, ruft er die drei Geschwister Mose, Mirjam und Aaron in die Stiftshütte. Gott spricht zu ihnen und bekräftigt die prophetische Autorität des Mose, indem er betont, dass Mose einzigartig und auserwählt ist, um direkt mit Gott zu kommunizieren.
"Höret nun meine Worte: Wenn ein Prophet unter euch ist, so gebe Ich, der HERR, Mich ihm in einem Gesicht zu erkennen; Ich spreche mit ihm in einem Traum. Nicht so mit Meinem Knecht Moses. Er ist treu in meinem ganzen Haus. Ich spreche mit ihm von Angesicht zu Angesicht, sogar in Klartext, und nicht in Rätseln; er sieht die Gestalt des HERRN."
Als Konsequenz ihres Handelns schlägt Gott Mirjam mit Lepra. Miriam leidet an Tzaraat, einer Hautkrankheit, die oft mit spiritueller Unreinheit in Verbindung gebracht wird. Diese Strafe dient als strenge Zurechtweisung und als Erinnerung daran, wie schwer es ist, schlecht über andere zu reden, besonders über diejenigen, die von Gott zur Führung auserwählt wurden.
Mose, der sich große Sorgen um seine Schwester macht, setzt sich für sie ein und fleht Gott an, sie zu heilen. Gott erhört Moses Flehen und gewährt ihr eine Gnadenfrist, nachdem sie sieben Tage lang außerhalb des Lagers isoliert war.
Dieser Vorfall unterstreicht die Bedeutung von Respekt und Einheit innerhalb der Gemeinschaft. Mirjams und Aarons Kritik an Mose verdeutlicht die potenziellen Gefahren von Eifersucht, Stolz und der Infragestellung der Autorität eines auserwählten Führers. Es zeigt auch, wie wichtig es ist, richtig zu sprechen und nicht schlecht über andere zu sprechen, da solche Handlungen schwerwiegende Folgen haben können.
Zusammenfassend befasst sich Behaalotcha mit verschiedenen Aspekten der gemeinschaftlichen und individuellen Verantwortung, darunter das Anzünden der Menora, die Weihe der Leviten, die Folgen von Klagen und Undankbarkeit, die Bedeutung von Einheit und Respekt sowie die Symbolik der göttlichen Wolke und Feuersäule. Durch diese Erzählungen werden wir daran erinnert, wie wichtig es ist, eine tiefe Verbindung zu Gott aufrechtzuerhalten, in Dankbarkeit zu leben und eine harmonische Gemeinschaft zu pflegen.
