Kommentar zu Dewarim 19:17
וְעָמְד֧וּ שְׁנֵֽי־הָאֲנָשִׁ֛ים אֲשֶׁר־לָהֶ֥ם הָרִ֖יב לִפְנֵ֣י יְהוָ֑ה לִפְנֵ֤י הַכֹּֽהֲנִים֙ וְהַשֹּׁ֣פְטִ֔ים אֲשֶׁ֥ר יִהְי֖וּ בַּיָּמִ֥ים הָהֵֽם׃
dann werden beide Männer, zwischen denen die Kontroverse ist, vor dem Herrn stehen, vor den Priestern und den Richtern, die in jenen Tagen sein werden.
Rashi on Deuteronomy
ועמדו שני האנשים THEN BOTH THE MEN ... SHALL STAND [BEFORE THE LORD] — Scripture here is referring to the witnesses, and teaches firstly that no evidence is valid when given by women, and teaches secondly that they (the witnesses) must submit their testimony while standing (Shevuot 30a; cf. Sifrei Devarim 190:1-3).
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Rabbeinu Bahya
ועמדו שני האנשים, “then the two men shall stand, etc.” the “men” are the witnesses. The verse teaches that testimony has to be given while standing. Also, the word האנשים means that women do not qualify as witnesses.
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Siftei Chakhamim
Our passage refers to the witnesses, etc. Rashi is answering the question: Do two people become involved in a court dispute but three people not become involved in a court dispute? Furthermore, the verse should have said, “And those who are involved in the dispute shall stand,” because women too can be litigants! Therefore the verse must be talking about witnesses.
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Rav Hirsch on Torah
V. 17. ׳ועמדו שני האנשים וגו. Dass Zeugen vor Gericht als עדי חמם dastehen sollen, kann nach dem V. 16 gegebenen Grundsatz nur durch zwei gegen sie aussagende Zeugen konstatiert werden. Das Problem (V. 16) כי יקום עד חמס וגו׳ setzt somit stillschweigend das Auftreten zweier sie des עדות סרה zeihenden Zeugen voraus. Daher שני האנשים, die zwei im vorigen Verse vorausgesetzten Zeugen. Ihr Zeugnis wird umschrieben: ׳אשר להם הריב לפני ד, die Männer, deren ist הריב: die Gegensprache gegen die als Ankläger eines andern aufgetretenen Zeugen, d. i. die gegen die anklagenden Zeugen mit der Gegensprache: עמנו הייתם auftreten, d. h. in der Zeit und Stunde, in welcher nach eurer Aussage der von euch bezeugte Vorgang sich ereignet haben soll, waret ihr fern von dem Orte dieses Vorgangs bei uns, so dass ihr von dem Vorgange gar keine Wahrnehmung haben konntet und somit zu keinerlei Aussage darüber berechtigt seid. Man sieht, eine solche Gegenbehauptung lässt die sachliche Wahrheit oder Unwahrheit des Inhalts der Anklage völlig unberührt, bestreitet nur die Berechtigung der Zeugen zur Aussage, indem sie deren Abwesenheit vom Orte des behaupteten Vorganges bezeugt.
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Rashi on Deuteronomy
אשר להם הריב BETWEEN WHOM THE STRIFE IS — this refers to the contestants (Sanhedrin 19a).
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Rabbeinu Bahya
אשר להם הריב, “the ones who have a grievance;” the litigants. לפני ה', “in the presence of the Lord.” The Torah warns the parties that when they are in court before a judge or judges they should consider themselves as standing in front of the Lord. This is why Assaph says (Psalms 82,1) בקרב אלו-הים ישפוט, “G’d is present among the judges.” Had the Torah here meant that G’d, i.e. the Sanhedrin, must judge every case it should have written בקרב ה' אלו-הים ישפוט, Had the Torah used the attributes ה' אלו-הים here as it does throughout the Book of Deuteronomy, I would have concluded that all litigants have to go to the Sanhedrin in Jerusalem for every case of litigation. This would have been the meaning of the words לפני ה' אלו-היך. The words (pertaining to the court)) אשר יהיו בימים ההם, “who (pl) will be in those days,” makes it clear that any of the courts in the various cities is included in that description. The words לפני הכהנים לפני ה' are all designed to prevent us misunderstanding what is meant. We find already with Moses that people seeking out his advice or judgment are described by the Torah as והיה כל מבקש ה', “anyone seeking the Lord.” (compare Exodus 33,7) at a time when Moses had put up his tent outside the camp of the Israelites. Even the angels are occasionally referred to by the tetragram, such as in Exodus 20,3 and 33,7 as I have mentioned on several occasions.
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Siftei Chakhamim
This refers to the litigants. And it is as if it said, “The two men and those who are involved in the dispute shall stand.”
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Rav Hirsch on Torah
לפני ד׳, die das ועמדו näher bestimmende Ortsbezeichnung gibt erst das folgende ׳לפני הכהנים וגו. Das ׳לפני ד erscheint vielmehr als nähere Bestimmung des: אשר להם הריב und dürfte dann in sehr wesentlicher Weise die hier in Frage stehende Zeugenfunktion beleuchten.
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Rashi on Deuteronomy
'לפני ה BEFORE THE LORD — It should seem to them as though they are standing before the Omnipresent God, for it is said, (Psalms 82:1) “He (God) judges amongst the judges” (cf. Sifrei Devarim 190:5; Sanhedrin 6b).
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Rav Hirsch on Torah
Das jüdische Recht kennt nur ein einziges richterliches Beweismittel: die Zeugenaussage. Indem das Gesetz sein: על פי שני עדים יקום דבר aussprach, hat es das ganze Lebensglück, Ehre, Leben, Vermögen einzelner und vieler der übereinstimmenden Aussage je zweier unbescholtener unbeteiligter Männer überantwortet. Es ist offenbar, dass die Garantie eines solchen Gerichtsverfahrens und der von ihm geregelten Gesellschaft in der Gewissenhaftigkeit liegt, die von jedem bis zum Erweise des Gegenteils vorausgesetzt wird, eine Garantie, die aber selbst wieder ihre Bürgschaft nur in der Tatsache und dem davon verbreiteten Bewusstsein findet, dass ׳לפני ד, dass der ganze Menschenverkehr, sowie die Handhabung der von Gott zu dessen Gestaltung und Regelung gegebenen Normen und Institutionen unter Gottes richtender und waltender Gegenwart sich vollzieht. Diese Tatsache und die stillschweigende Berufung auf dieselbe tritt wohl nirgends bedeutsamer hervor, als bei einer Zeugenaussage. Wenn etwas, so wurzelt eine solche mit ihrer letzten Kraft in dem Bewusstsein, dass sie לפני ד׳ geschieht. Dem menschlichen Auge und dem menschlichen Urteil entzieht sie sich in letztem Grunde. Schließt doch ein jedes Zeugnis, wie objektiv auch sein Inhalt gehalten sein möge, notwendig eine subjektive Aussage, ein Zeugnis über sich selbst, das Zeugnis nämlich über die von dem Zeugen selbst geschehene Gegenwart und Wahrnehmung ein. Eine von sich selbst zeugende Aussage, die in allen anderen Beziehungen — (außer dem vermögensrechtlichen Zugeständnis) — weder für noch gegen den Aussagenden eine gerichtliche Folge hat, auf welcher gleichwohl ein jedes עדות, diese Basis des ganzen Gerichtsverfahrens, beruht. Jedem Zeugen schenkt das Gesetz die rechtliche Befugnis und den rechtskräftigen Glauben, von sich auszusagen, dass er gegenwärtig gewesen und wahrgenommen habe, was den Inhalt seines Zeugnisses bildet. Damit stellt aber das Gesetz einen jeden Zeugen ׳לפני ד, der allein Herz und Nieren prüft und Gedanken und Worte auf der Wage seiner Gerechtigkeit und Wahrheit wägt. Vielleicht kennt darum das jüdische Recht keinen Zeugeneid im Sinne unserer heutigen Gerichtsbarkeit. Ihre Zeugenaussage ist an sich eine Berufung auf Gott, dessen Gegenwart und Waltung sich der Zeuge mit seinem Worte unterstellt.
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Rashi on Deuteronomy
אשר יהיו בימים ההם [AND THEY ... SHALL STAND BEFORE ... THE JUDGES] WHO SHALL BE IN THOSE DAYS — The apparently redundant words “who shall be in those days” suggest: Jephthah in his generation must be regarded as was Samuel in his generation: you must treat him with respect (Rosh Hashanah 25b; cf. Rashi on Deuteronomy 17:9 and Deuteronomy 26:3).
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Rav Hirsch on Torah
Das Auftreten der Zeugen wird hier ריב genannt, weil sie den anklagenden Zeugen selbst mit einer Anklage entgegentreten. Die beiden Zeugenpaare bilden einen Prozess für sich, stehen sich mit ihrer Rede und Gegenrede wie zwei Parteien, wie Kläger und Verklagter, תובע und נתבע, gegenüber. Daraus dürfte es sich erklären, dass, obgleich hier zunächst nur von Zeugen, עדים, die Rede ist, doch (Schebuot 30 a) aus dem ועמדו unseres Textes ebenso für Parteien, בעלי דינין, wie für עדים, als Regel verstanden wird, dass sie stehend vor Gericht zu vernehmen seien. Durch אשר להם הריב werden nämlich die sich einander gegenüber stehenden Zeugenpaare als בעלי דינין, als vor Gericht stehende Parteien begriffen, und gilt implizite auch für den Parteienprozess, was hier für den Zeugenprozess ausgesprochen ist.
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Rav Hirsch on Torah
לפני וגו׳ אשר יהיו וגו׳: mit ihrer Aussage, zu welcher sie sich "vor Gott" verpflichtet fühlen, haben die Zeugen vor die Gerichte hinzutreten, die in ihren Zeiten sein werden (siehe Kap. 17, 9). Welchen höheren oder geringeren Grad geistiger Größe die Gerichte auch haben mögen, sind sie die rechtschaffensten und besten ihrer Zeit, so steht der Zeuge vor ihrem Tribunal vor Gott, und hat vor ihnen seiner Verpflichtung vor Gott zu genügen.
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Rav Hirsch on Torah
הכהנים והשפטים (siehe daselbst). Diese häufige Verbindung der Priester mit den Gerichtskollegien dürfte die Wahrheit vergegenwärtigen, dass das jüdische Rechtsgebiet nicht zwei Wege kenne, einen Weg der Gnade, dessen Hüter etwa die Priester wären, und einen Weg des Rechts, dessen die Richter zu warten hätten. Beide, die Priester des Heiligtums und die Richter der Gerichtstribunale, dienen nur einer und derselben Wahrheit göttlicher Gerechtigkeit, und die Gnadensühne, welche der Priester am Altare den Verirrungen vermittelt, ist nicht minder göttliche Gerechtigkeit, als das Recht Sühne ist, welches der Richter an den Verbrechern zum Vollzuge bringt. Beides ist die eine Wahrheit, welche Gott an seinen Menschen ihrem Verhalten entsprechend verwirklichen lässt und mitnichten den Händen seiner Diener die Befugnis eingeräumt hat, nach subjektivem Ermessen statt des einen Weges den anderen zu betreten.
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