Hebräische Bibel
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Kommentar zu Schemot 28:42

וַעֲשֵׂ֤ה לָהֶם֙ מִכְנְסֵי־בָ֔ד לְכַסּ֖וֹת בְּשַׂ֣ר עֶרְוָ֑ה מִמָּתְנַ֥יִם וְעַד־יְרֵכַ֖יִם יִהְיֽוּ׃

Mache ihnen auch Beinkleider von Linnen, die Blöße der Glieder zu bedecken, von den Hüften bis zu den Schenkeln sollen sie reichen.

Rashi on Exodus

ועשה להם AND MAKE FOR THEM — for Aaron and his sons —
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Or HaChaim on Exodus

ועשה להם מכנסי בד, "and make for them pants of linen, etc." Why did the Torah wait so long with the commandment to make pants for the priests? Inasmuch as the Torah had instructed Moses to dress the priests in their service garments I would have thought that this instruction included the need for Moses to put on their pants. In order for us to know that the priests were to put on the pants themselves, the Torah delayed telling us about the pants until after commanding Moses to put the other garments on Aaron and his sons. We must not conclude from the positioning of this commandment that the pants were the last garment the priests were to put on. The Torah mentions in Leviticus 16,4 that the pants should cover the flesh of the priests, and we learned in Yuma 23 that the pants were the first garment the priests were to put on. Our interpretation of the delay in mentioning the need for the priestly garments to include pants is correct then.
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Haamek Davar on Exodus

Linen pants. These pants were of lesser sanctity than the other garments. The other garments imparted holiness to the wearer; the pants merely concealed their private parts. The kohanim were dressed for the first time in their other garments by Moshe; the pants they donned themselves. The other garments were donned in the courtyard; the pants were put on outside the Holy Temple.
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Rav Hirsch on Torah

VV. 42 u. 43. Die nur bis zum Knie reichenden, die Blöße bedeckenden, selbst aber von den Röcken bedeckten Beinkleider werden nicht unter den בגדים לכבוד ולתפארת, sondern besonders erwähnt. Sie tragen sie nicht bloß als Priester, sondern schon als Menschen, und indem durch sie bereits dem Notwendigsten der Anforderungen der Schamhaftigkeit genügt ist, kann den anderen Gewändern ihre speziell priesterliche Bedeutung gewahrt bleiben. Gleichwohl waren sie auch בגדי קדש, ihnen von der Nation im Dienst des Heiligtums gereicht, und bedingen in gleichem Maße wie die anderen Gewänder den Priestercharakter. Ja, es heißt von ihnen hier sofort bei dem Gebot der Anfertigung im besonderen Ausspruch: והיו על אהרן וגו׳ ולא ישאו עון ומתו, dass eine ohne deren Bekleidung vollzogene עבודה Todesschuld (מיתה בידי שמים) sei, während hinsichtlich der anderen Kleider diese Bestimmung erst aus dem Kap. 29, 9 bei dem Bekleidungsgebot enthaltenen Ausspruch resultiert: ולקחת את הבגדים וגו׳ וגו׳ והיתה להם כהנה welches Sanhedrin 83 b dahin erläutert wird: בזמן שבגדיהם עליהם כהונתם עליהם אין בגדיהם עליהם אין כהונתם עליהם d. h. ohne die vollständige Bekleidung mit den Priestergewändern hat der כהן nur den Charakter eines זר, eines Nichtpriesters. Weshalb die עבודה eines מחוסר בגדים ebenso חיוב מיתה nach sich zieht, wie die eines זר. Zum כהן הדיוט gehörten also vier Kleider: מגבעות ,אבנט ,כתנת ,מכנסים. Zum כה׳׳ג acht: die vier des כהן הדיוט, nur dass statt מגבעות er ein מצנפת trug, und ferner: מעיל, ציץ ,חושן ,אפוד. Fehlt eines dieser Gewänder, so heißt er מחוסר בגדים, eine jede von ihm als מחוסר בגדים vollzogene עבודה ist ungültig, פסולה, er ist מחלל העבודה (Sebachim 18 a), und, ist es eine עבודת מתנת ועבודה תמה (siehe oben zu V. 35), für welche ein זר חייב מיתה wäre, so zieht sie auch für den כהן מחוסר בגדים die Todesschuld nach sich. — Das לשרת בקדש ist übrigens Zweckobjekt für den ganzen Satz, auch für בבאם אל אהל. Denn auf ביאה ריקנית, auf bloßes Betreten des היכל ohne zum Behufe einer עבודה ist ein מחוסר בגדים nicht חייב מיתה (siehe תוספו׳ Sanhedrin 83. a). ועי׳ ר׳מ׳׳כן לס׳׳מ מ׳׳ע ע׳׳ג ס׳ל ג׳כ דאביאה ריקנית לא מחייב. וע׳׳ע תוספ׳ יומא ה׳׳ב׳ ד׳׳ה להביא
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Chizkuni

. מכנסי בד, “linen trousers;” we know that these were trousers, as their purpose is described as covering their private parts, and the Torah does not add the words: לכבוד ולתפארת, “for splendour and for beauty.”
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Rashi on Exodus

מכנסי בד LINEN BREECHES — this makes eight garments for the High Priest and four for the ordinary priest.
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Or HaChaim on Exodus

Another reason for listing the pants as the last of the priestly garments may be the Torah's intention to position this commandment immediately adjacent to the warning in verse 43 for the priests not to become guilty of an iniquity as a result of which they would die. Had the Torah included the commandment for the priests to wear special pants when the other garments were listed, I might have concluded that the warning in verse 43 applied only to the garments other than the pants seeing that the reason the priests had to wear pants was for the sake of chastity, something applicable to every male, not just to priests. By positioning the requirement that the priests were to have special pants to be worn when they performed the service in the Temple, the Torah made it clear that whatever rules applied to the other priestly garments also applied to their pants.
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Rav Hirsch on Torah

Die בגדי כהונה.
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Rav Hirsch on Torah

Welche Bedeutsamkeit den Priestergewändern innewohnen müsse, dürfte schon aus der in den Schlussworten des Kapitels niedergelegten gesetzlichen Bestimmung hervorleuchten, dass sie überhaupt, und zwar ganz in der vorgeschriebenen Weise — es heißt חקת עולם — den Priestercharakter und dieser wiederum die Gültigkeit der Opferhandlung bedingen, dass der כהן ohne sie dem Heiligtum gegenüber als זר, als Nichtkohen dasteht, und ihm wie diesem gesagt ist: כל הזר הקרב יומת! —
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Rav Hirsch on Torah

Nun begreift sich bereits aus der schon zu VV. 2 und 3 bemerkten Tatsache, dass die Priestergewänder משל צבור sein müssen, die tiefeingreifende Folge, dass nur ein mit diesen Gewändern bekleideter Kohen überhaupt als Kohen dastehe. Nur so erscheint er als Diener der Nation für das Gesetzesheiligtum, nur so geschieht die durch ihn vollzogene Handlung als das von der Nation dem Gesetzesheiligtum des göttlichen Gesetzes zu Leistende, nur so erlangt der durch die Handlung zum Ausdruck kommende Gedanke den Charakter einer durch das von Gott der Nation gegebene Gesetz gebotenen Aufgabe, sie wird überhaupt nur so קרבן לד׳ ,שרת ,עבודת מתנה, ein durch Hingebung an den im Gesetze geoffenbarten göttlichen Willen zu betätigendes Gehorchen, ein Genügen der die göttliche Nähe bedingenden Anforderungen, ein Nähertreten und Näherbringen zu Gott. Ohne sie steht der Kohen nur als Individuum da, seine Handlung trägt rein den Charakter subjektiven Beliebens, bildet somit den geraden Gegensatz zu derjenigen Gesinnung, deren Pflege die Grundbedingung des Gesetzesheiligtums ist. — Fügen wir sofort hinzu: ohne sie tritt überhaupt die Individualität des fungierenden Priesters nackt hervor und bildet mit allen, auch dem Besten anwohnenden Schwächen und Gebrechen, nur zu leicht ein höchst mangelhaftes Ideal dessen, was im Opfer als dem göttlichen Gesetze entsprechendes Vorbild vorleuchten soll, wie Hosea (4, 8) die Unwürdigkeit der Priester geißelt: הטאת עמי יאכלו ואל עונם ישאו נפשו, "das Sühnopfer meines Volkes essen sie und heben zu ihrer Sünde die Seele meines Volkes empor", "machen ihr sündiges Leben damit zum Vorbild für mein Volk." Im Priestergewand erscheint der Kohen nicht in dem Charakter, den er hat, sondern den er nach Anforderung des göttlichen Gesetzes haben soll, und eben indem er die Priestergewänder für den Dienst des Heiligtums anzieht, bringt er sich und andern seine Unvollkommenheit, den Anforderungen des Heiligtums gegenüber, zum Bewusstsein.
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Rav Hirsch on Torah

Dass Kleider den Priestercharakter zum Ausdruck bringen können, liegt sowohl sprachlich als sachlich in der jüdischen Anschauung des "Kleides". Der Lautverwandtschaft בגד mit פקד haben wir sonst schon bei Gelegenheit gedacht. Wie פקד das geistige Bekleiden eines Gegenstandes mit den ihm entsprechenden Attributen ist, so drückt auch בגד nicht eine bloße Verhüllung, sondern eine dem Menschen die entsprechende Erscheinung verleihende Bekleidung aus. Wie daher פקד zugleich das Einsetzen in ein Amt bedeutet, so kann naheliegend auch בגד den Ausdruck für einen solchen Akt darbieten. Hat doch auch sachlich das Kleid einen bedeutsamen Ursprung in der Geschichte der sittlichen Menschenerziehung und steht aus diesem Ursprung in hoher sittlicher Bedeutung. Als ewige Mahnung an seinen sittlichen Menschenberuf ward es vom Vater der Menschheit seinem mit der Gefahr tierischer Verirrung aus dem Paradiese in die Erziehungsschule der Arbeit und Entsagung entlassenen Kinde gereicht. Das Kleid an sich ist Mahner an den sittlichen Menschenberuf, es ist für die Erscheinung die erste und augenfälligste Charakterisierung eines Wesens als Menschen.
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Rav Hirsch on Torah

Daher wird עטה ,לבש ,בגד zum Ausdruck für das Aufgehen einer Persönlichkeit in eine Eigenschaft oder ein Merkmal, so dass diese Eigenschaft oder dieses Merkmal gleichsam das geistige Gewand derselben für das geistige Auge des Betrachters wird. So selbst von Gott: Gott bekleidet sich mit Hoheit, mit Stärke und umgürtet sich damit (Ps. 93, 1), hat sich in הוד und הדר gekleidet (Ps. 104. 1), hüllt sich in Licht wie in ein Gewand (das. 2), bekleidet sich mit Gerechtigkeit als Panzer, Helm des Heils auf seinem Haupte, legt Gewänder der Vergeltung als Bekleidung an und hüllt sich wie in einen Mantel in Eifer (Jes. 59, 17) und sonst. So aber insbesondere auch von Menschen: Gott bekleidet uns mit Gewändern des Heils und umhüllt uns mit dem Mantel der Pflichttreue (Jes. 61, 10), Job kleidet sich in Gerechtigkeit und ihm ist Mantel und Kopfbund sein Recht (29, 14); Zion soll sich in seine Stärke kleiden (Jes. 52, 1). Das wackere Weib ist in Stärke und Würde gekleidet (Prov. 31, 25). Dem einstigen Davidsprößling ist Gerechtigkeit und Treue der Gurt seiner Lenden (Jes. 11, 5). Oder: unsere Pflichttreue ist nur wie ein Lappenkleid (Jes. 64, 5). Der Hohepriester Josua war noch in unsaubere Gewänder gekleidet und soll hinderungslose Kleidung bekommen (Secharja 3, 3 u. 4). Die Feinde sollen sich in Scham und Schande kleiden (Js. 35, 26). Wer sich in Fluch wie in ein ihm angemessenes Gewand kleidet, dem wird er auch wie ein Kleid bleiben, das ihn umhüllt, und zum steten Gurt legt er ihn an (Ps. 109, 19). — Und auch speziell von Priestern: Gottes Priester kleiden sich in Gerechtigkeit (Ps. 132, 9), in Siegeshilfe (Chron. II. 6, 41). Gott kleidet Zions Priester in Heil (Ps. 132, 16).
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Rav Hirsch on Torah

Nach allen diesen sprachlichen Tatsachen halten wir uns zu der Annahme berechtigt, dass auch die, die Erscheinung der Priester als Priester bedingenden Kleider den Charakter auszudrücken haben, den der Kohen als solcher vergegenwärtigen soll. Dass sie kein bloß äußerlicher Schmuck sein sollen, dass sie etwas bedeuten müssen, das nicht nur dem Anschauenden, sondern auch dem Kohen selbst zu Bewusstsein kommen soll, dafür spricht auch die gesetzliche Bestimmung, שלא יהא דבר חוצץ בינם לבשרו (Sebachim 19. a). dass nicht das Geringste zwischen ihnen und dem Leibe des Kohen scheiden dürfe, sie müssen unmittelbar und ganz die Teile bekleiden, die zu bekleiden sie bestimmt sind, er muss somit ganz in sie aufgehen. Ebenso erklärt der symbolische Charakter der Kleider und ihrer Stoffe die Bestimmung, dass die dazu zur Verwendung kommende purpurblaue הכלת Wolle ausdrücklich und ausschließlich zu dieser Bestimmung gefärbt sein müsse, צביעה לשמה, dass טעימה פסולה und טעמה פסלה, dass ein z. B. zur Probe gefärbter Faden untauglich ist, und ein zur Probe in den Farbkessel eingetauchter Faden die im Kessel befindliche Farbe untauglich macht (Menachot 42 b. Es ist auffallend, daß Maimonides diese Bestimmung wohl in הל׳ ציצית, nicht aber in כלי המקדש aufführt).
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Rav Hirsch on Torah

Indem mit dem Gewande der Priester in den Dienst des Heiligtums tritt, und es die Nation ist, die ihm dieses Gewand reicht, so spricht die Priesterkleidung den Charakter aus, dessen Verwirklichung die Nation als die von dem Heiligtum des göttlichen Gesetzes geforderte Aufgabe begreift, sie spricht die קדושה aus, die das מקדש der jüdischen Persönlichkeit bringen soll, die es von ihr erwartet. Und insofern die בגדי כהונה sich in בגדי כה׳׳ג uחd בגדי כהן הדיוט teilen, der כה׳׳ג aber (אהרן) der eigentliche Träger des מקדש ist, dem die בניו) כהני הדיוט) nur als untergeordnete Gehilfen zur Seite stehen (siehe V.1), zu den בגדי כה׳׳ג ferner auch die vier des כהן הדיוט gehören, zu denen nur hinzukommend seine besonderen vier die hohepriesterliche Kleidung vollenden: so werden wir die בגדי כה׳׳ג als das jüdische Ideal, als ישראל in der Idee zu begreifen haben, zu welchem die בגדי כ׳ הדיוט, die die Vorstufe bildenden Eigenschaften vergegenwärtigen.
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Rav Hirsch on Torah

מכנסים kleiden בשר ערוה, von מתנים עד ירכים, in sechsfädigen weißen Byssus, sie kleiden somit die ganze vegetative Natur des Menschen (Nahrung, Fortpflanzung) in den Charakter der ihrer geschöpflichen Bestimmung entsprechenden Reinheit. Charakteristisch wird bei diesem die sittliche Reinheit in prägnantester Bedeutsamkeit zum Ausdruck bringenden Gewande — wie bereits wiederholt bemerkt, wird die Heiligung hinsichtlich des genießenden und geschlechtlichen Lebens ganz besonders unter den Begriff der Reinheit gefasst — obgleich auch כתונת und מגבעות von denselben Byssusstoff waren, — dieser Stoff durch den botanischen Namen des Flachses: בד bezeichnet, ja Kap. 39, 28 heißt es geradezu: ואת מכנסי הבד שש. Joma 71 b wird dieser Name des Flachses als Bezeichnung der Eigentümlichkeit seiner Pflanzenform erklärt: דבר העולה מן הקרקע בד בד, er erhebt sich aus dem Boden in geraden, gesonderten, ungeästelten Stengeln. Die Form vergegenwärtigt schon das gerade, abweichungslos in vorgezeichneter Linie zum vorgesteckten Ziele Emporstreben. Eine Form, die begrifflich innig dem Charakter der Reinheit verwandt ist, als deren Grundbedingung Entschiedenheit, Sonderung, Fernhalten von allem Unlautern zu begreifen ist. Alle die (ע׳׳ז 20 b) genannten Vorstufen der זהירות זריזות נקיות פרישות :טהרה, vergegenwärtigt das Wort und die sachliche Bedeutung: בד. Daher auch die Byssusränder des כה׳׳ג am י׳׳כ (Wajikra 16, 4) nur mit diesem Namen bezeichnet sind.
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Rav Hirsch on Torah

כתונת תשבץ bekleidet den Oberkörper, Rücken, Brust, Arme, und auch die durch מכנסים noch unbedeckt gebliebenen Beine — er reicht von den Schultern bis zur Ferse — also die animalische Natur des Menschen (Empfindung und Wille, Tätigkeit und Bewegung) — (implizite aber auch die schon mit Reinheit umkleidete vegetative Natur der Begierden und Reize) — mit dem Charakter der ihrer geschöpflichen Bestimmung entsprechenden Reinheit, die aber durch תשבץ noch ein besonderes Merkmal erhält. Der ganze Rockstoff bestand, wie bereits zu V. 4 erklärt, aus lauter Vertiefungen in Form von Kästchen zu Steineinfassungen. Während Reinheit zunächst ein negativer Begriff ist, sich im Fernhalten alles Unlautern und Fremdartigen bewährt, und überall als das סור מרע die erste Stufe sittlicher Vollendung bedingt, bereitet schon das תשבץ den Eintritt in die höhere Stufe des Positiven vor. Die damit bekleideten Glieder und die durch diese repräsentierten Fähigkeiten und Kraftäußerungen erhalten damit die Bestimmung: sich als Gefäß für etwas Höheres darzubieten. Die durch Reinheit dem Gemeinen und Schlechten enthobenen Menschenkräfte — und auch die niedern, durch Reinheit aus dem Bereiche der sinnlichen Unfreiheit in das Reich des freien Sittlichen gehobenen Triebe und Reize seiner vegetativen Natur sollen es — sollen sich für den Dienst des zu vollbringenden Guten und Edeln empfänglich machen, sich zur Aufnahme der die positive Verwendung aller dieser Vermögen anweisenden Lehre darbieten. Irren wir nicht, so bezeichnet der כתונת תשבץ den damit Bekleideten als Schüler oder Jünger des im Heiligtum bewahrten Gesetzes. Ist doch rabbinisch "Kasten", תיבה, Ausdruck für "Wort" als "sinnliches Gefäß für einen geistigen Inhalt".
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Rav Hirsch on Torah

אבנט. Es ist zu bedauern, dass die spezielle Bedeutung des Wortes, somit die besondere Art von Gürtel nicht bekannt ist, die dies Wort bezeichnet. Es kommt nur vom Priestergürtel und noch einmal in der Amtskleidung des königlichen Dieners Schebna (Jesaias 22, 21) vor. Wir können uns daher nur an die allgemeine Bedeutung: Gürtel halten. Gürtel und Gürten bezeichnet aber überall: ein Gerüstetsein und sich Rüsten zur Tätigkeit. Der gewöhnliche Ausdruck אזר bezeichnet ein Zusammennehmen der Kraft. also ein Konzentrieren derselben auf ein zu erreichendes Ziel. Indem der Gürtel auch des כהן הדיוט aus den vier Stoffen der hohepriesterlichen Kleidung, — auf weißem Byssusgrunde gestickt zwiefach rote und himmelblaue Wolle, — bestand, so setzt er eben diese hohepriesterliche Stufe positiver Vollendung als das mit Zusammennehmen aller Kraft zu erreichende Ziel. Der כהן הדיוט steht noch nicht auf dieser Stufe, aber er ist für sie gegürtet. Ist weiß die Farbe der Reinheit, rot die Farbe des Lebens, (und zwar in doppelter Nuance, des niedern und höhern, sinnlichen und geistigen, animalischen und menschlichen, siehe Kap. 25, 8), himmelblau des mit dem Menschen verbündeten Göttlichen, und tritt in dieser Kombination das Rote in dem Verhältnis von 2 zu 1 überwiegend hervor: so drücken diese vier Farben, doppelrote und blaue Wolle auf weißem Byssus, auf Priestergewandgürtel gestickt, ein auf sittenreinem Grunde sich erbauendes, vom Göttlichen durchdrungenes, allseitig sich verwirklichendes Leben als Höheziel des priesterlichen Strebens aus. Und indem alle diese Stoffe sechsfädig sind, wird dieses Priesterideal nicht als ein übersinnliches, übermenschliches, sondern lediglich als Verwirklichung der geschöpflichen Bestimmung des Menschen begriffen.
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Rav Hirsch on Torah

מעיל hüllt nun den bereits in der Farbe der Reinheit, des reinen Jüngertums gekleideten und zur Pflichttat gerüsteten Körper ganz in die Farbe des Gottesbundes. Mit dem מעיל tritt das ganze Menschenwesen, nachdem es von allem Unlautern gereinigt, das Wort der Lehre empfangen und sich für den Dienst der Tat gerüstet, ausnahmlos in den Dienst der Pflicht. Dieser Begriff hebt alle Seiten des Menschenwesens auf eine Stufe, erteilt allen Beziehungen ausnahmlos, der vegetativen nicht minder als der animalisch menschlichen, den Charakter des Göttlichen, "kleidet sie alle in die Farbe des Himmels". Darum empfing der מעיל mit einem starken, eingewebten, ungeteilt geschlossenen Saum, "der nicht aufgerissen werden durfte", den Hals, d. i. die Vereinigung des vegetativen und animalischen Organismus (ושט und קנה), und wallte von da über den Körper bis auf die Ferse hinab.
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Rav Hirsch on Torah

Am unteren Saume, der Erde zugekehrt, waren "Granatäpfel" aus תכלת ארגמן ותולעת שני, es waren dies die einzigen Stücke, in welchen diese drei Stoffe ohne den vierten, שש, vorkommen. רמונים, Granatäpfel, sind nach dem bekannten Ausdruck: מלאין Eruwin 19 a) wegen ihrer Fülle an Samenkörnern, die ihre Fruchtschale) מצות כרמון ausfüllten, ein Bild fruchtreicher Saat. Erwägen wir, dass hier die mehr negative weiße Farbe fehlt, und sie nur aus den positiven animalischen doppelrotblauen Farben und Stoffen bestanden, so dürften sie sich als: eine reiche Saat mit Gott verbündeten Lebens aussprechen. Am Saum des מעיל's, der Erde zugewendet, gibt dies die Nuance: es ist nicht der Himmel, es ist die Erde, welcher die Früchte der Gottesweihe zukommen sollen; der Gottesdienst der Pflicht, in den das ganze Menschenwesen durch die empfangene Lehre des Heiligtums aufgeht, soll eine reiche Saat mit Gott verbündeten Lebens in die Erde streuen.
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Rav Hirsch on Torah

Außer den Granatäpfeln waren noch פעמנים, Schellen, Glöckchen, an dem Saum des מעיל, und heißt es von ihnen: ונשמע קולו בבאו אל הקדש לפני ד׳ ובצאתו ולא ימות, damit ist der Zweck dieser פעמנים ausdrücklich gegeben: er soll "gehört" werden, wenn er ins Heiligtum eingeht und wenn er ausgeht, ולא ימות. Der einfache Zusammenhang, sowie die Beifügung: ובצאתו spricht für die Auffassung des רמב׳׳ן, dass dies ולא ימות sich auf ונשמע קולו, und nicht auf והיה על אהרון לשרת als מחוסר בגדים sich bezieht, hinsichtlich dessen מיתה anderweit ausgesprochen ist. Siehe zu V.42, 43. Schwerlich aber dürfte dies ונשמע קולו als eine Verkündigung seines Kommens, das "unangemeldet" "anstandswidrig" wäre, zu begreifen sein. Vielmehr glauben wir, dass dies "Gehörtwerden" sich auf die Genossen und die Gesamtheit bezieht, als deren Repräsentant und in deren Namen er vor Gott hintritt, und glauben dann auch die ernste Bedeutung zu verstehen, die dem ונשמע קולו durch den Beisatz: ולא ימות gegeben ist. Nicht als Individuum und nicht für sich, als Repräsentant der Gesamtheit und für dieselbe, und damit sein Hintreten vor Gott von der Gesamtheit gedacht und beherzigt werde, hat er vor Gott hinzutreten. Ohne Ausdruck dieses Begriffes und dieser Absicht wäre sein Hintreten ebenso wie זר ,מחוסר בגדים-gleiche Vermessenheit. Daher begreift sich auch das ובצאתו. Der Ausgang aus dem Heiligtum ist nicht nur so wesentlich wie der Eingang, er ist noch wesentlicher. Nicht an dem, wie du eingegangen bist, an dem, wie du das Heiligtum verlässest, ist zu erkennen, ob und wie du vor Gott gestanden hast. Daher ja vielleicht auch Jecheskel 43, 11, indem das Bild des Heiligtums dem Volke als das Ideal vorgehalten werden soll, vor dem sie zu erröten hätten, מוצאיו vor מובאיו, die Ausgänge vor den Eingängen genannt werden.
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Rav Hirsch on Torah

Von dem מעיל heißt es ganz besonders: והיה על אהרן לשרת dass Aaron ihn zum Ausdruck des "Bedienens" tragen solle. Der מעיל kleidet ja alles Irdische in die Farbe des Himmels, d. h. ja die Gestaltung aller irdisch-menschlichen Verhältnisse nach dem göttlichen Wohlgefallen, also, dass Gott gerne in die Bundesnähe zu dem menschlich Irdischen trete, und das ist ja der wesentliche Begriff: שרת; siehe zu V. 35.
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Rav Hirsch on Torah

אפוד und חשן: weiß, doppelrot, blau, gold. Durch אפוד und חשן (siehe zu 2. 4) wird der bereits mit seinem ganzen Wesen in den Dienst der Pflicht eingetretene Mensch nunmehr für die höchste Stufe der Menschenvollendung gegürtet, es wird namentlich die höhere Seite des Menschenwesens — der אפוד umbindet nur den Operkörper — Empfindung (Rücken), Wille (Brust), Tat (Achsel, Armwurzel), und Kraft (Lenden), energievoll zur Hingebung an das jüdische Menschenideal zusammengenommen, das durch die Verbindung aller vier Stoffe mit Gold in Wirkerarbeit und durch dasjenige zum Ausdruck kommt, was אורים ותומים bedeuten.
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Rav Hirsch on Torah

Der Gürtel der Vorstufe, אבנט, war מעשה רקם. Ein Stoff, und wie wir glauben, der Byssus, bildete die Grundlage und auf sie waren die anderen positiven Stoffe und Farben gestickt aufgetragen. Die Gürtung der Vollendung, אפוד, war מעשה חשב, die Fäden waren selbständig zu einem ganzen Gebilde verbunden, alle in gleicher Geltung, nur dass der Begriff des Lebens durch das relative Übergewicht der roten Farbe in den Vordergrund trat. Jeder der vier Stoffe bestand ferner nicht aus sechs Fäden, in der Zahl des Geschöpflichen, sondern es trat in jedem ein goldener Faden, der Stoff des gediegenen, unveränderlich Edeln hinzu und erhob ihn in die Bedeutung der Zahl "sieben", der Zahl der Vollendung, der Zahl des das Unsichtbare tragenden und verkündenden Sichtbaren, des mit seinem Gotte verbundenen Geschöpflichen. Es treten hier somit alle Seiten des Menschenwesens durch den höchsten sittlichen Adel in gleicher Würdigkeit zum vollendetsten Leben zusammen, dessen Herz die אורים und תומים bilden.
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Rav Hirsch on Torah

Was אורים und תומים waren, ist ein unnahbares Geheimnis, allein die Worte weisen auf "Erleuchtung und sittliche Vollkommenheit" hin. Und zwar אור in der Form אור, in welcher es auch die wärmende, ja überwältigend verzehrende Kraft des Feuers mit einschließt. תומים ist die Pluralform von תום, die Vollkommenheit. Die Pluralform von אורים ותומים weist auf eine Vielheit von Objekten hin, denen läuternd belebende Erleuchtung des Geistes und sittliche Vollendung als Eigenschaft oder Wirkung innewohnt. Bekannt sind uns nur die Worte Gottes, die תורות und מצות, die, wie sie aus dem Quell der höchsten Erkenntnis und der höchsten Vollkommenheit stammen, auch den höchsten geistigen und sittigenden Einfluss auf uns zu üben bestimmt und fähig sind. Die im ארון הברית bewahrte תורה wird zu אורים und תומים in der Brust des jüdischen Menschen und des jüdischen Volkes. Sie trägt ihr Repräsentant, der כה׳׳ג, als bewahrenden Schatz (בחשן siehe zu V. 4) "auf dem Herzen", und die aus dem Worte Gottes zu schöpfende Erkenntnis des "Wahren und Guten" gestaltet sich zu משפט בני משפט .ישראל im stat. constr. wie משפט המלך ,משפט אלקי הארץ ,משפט הכהנים, משפט הנער oder mit pron. poss. wie משפטי ודיני usw. bedeutet durchweg das einem Wesen Gebührende, das seinem Rechte und seiner Bestimmung Entsprechende. משפט בני ישראל wäre somit: das Jisrael Gemäße, das seiner Bestimmung Entsprechende, das, was es seiner Bestimmung gemäß zu erwarten und anzustreben haben soll. Indem dieses משפט בני ישראל nur durch אורים ותומים ermittelt wird, so ist damit gesagt, dass Israels Ziele und Wünsche sich nur unter Einfluss der אורים und תומים gestalten sollen, dass ergebenden Maße des "Wahren und Guten" gemäß sei. ונשא אהרן את משפט בני ישראל על לבו לפני ד׳ תמיד hieße somit nichts anders, als: Aaron trage Israels Anliegen, Israels Wünsche und Streben auf seinem Herzen stets vor Gott, entsprechend dem: ויהיו דברי אלה אשר התחננתי לפני ד׳ קרובים אל ד׳ אלקינו יומם ולילה לעשות משפט עבדו ומשפט עמו ישראל דבר יום ביומו (Kön. I. 8, 59).
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Rav Hirsch on Torah

Auf Achsel und Brust trug aber der כה׳׳ג die Namen der Volksstämme לזכרון לפני ד׳. Damit erscheint der כה׳׳ג eben als Vergegenwärtigung der jüdischen Nationalgesamtheit. Es ist die Tatkraft der Nation und die Erkenntnis und der Wille der Nation, die hier ihr Ideal, ihren symbolischen Ausdruck finden sollen. Und es soll אפוד והשן ,חשן ואפוד es soll die Tatkraft der Nation und das durch אורים ותומים geweckte und gestaltete Erkennen und Wollen nie von einander weichen, אורים ותומים sollen Tat werden und die Tat soll sich nur von אורים ותומים leiten lassen. Es soll der jüdische Wille ganz in den göttlichen Willen aufgehen, משפט בני ישראל und משפט zusammenfallen. — Und es sind goldene Ketten der edelsten sittlichen אורים ותומים Kraft, die die Tatkraft der Nation für immer mit dem חשן המשפט verbinden, und es ist ein פתיל תכלת, es ist der starke Faden göttlicher Bundespflicht, der die gesammelte Energie (חשב) des ganzen sinnlich geistigen Menschenwesens für immer an die אורים ותומים des חשן המשפט gebunden hält.
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Rav Hirsch on Torah

Vergegenwärtigen wir uns die Stufen der fortschreitenden sittlichen Vollendung, die die בגדי כהונה vergegenwärtigen, so erscheinen dieselben dreifaltig. מכנסים וכתונת. Reinheit von sittlichem und sozialem Unrecht entspricht dem Begriffe: צדק, der Gerechtigkeit, das seinem tiefen Wesen nach ein negativer Begriff ist; מעיל, das Eingehen des ganzen Menschen in das Diktat der Pflicht: אפוד ;צדקה, die Hingebung aller Kräfte in den Dienst und als Werkzeug zur Vollbringung der Gotteszwecke: חסד. Dem entsprechen die Sätze: כהניך ילבשו צדק (Ps. 132, 9), מעיל צדקה יעטני (Js. 61, 10), תומיך ואוריך .(Dewarim 33, 8) לאיש חסידך
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Rav Hirsch on Torah

מצנפת ,מגבעות. Ausdrücke wie: צניף מלוכה בכף אלדיך (Jes. 62, 3). הסיר המצנפת והרים העטרה (Jechesk. 21, 31) lassen in מצנפת ein spezifisches Abzeichen einer "Würde" erkennen, ähnlich der Krone. Ein das Haupt umgebender Reif, Band, Bund usw. sondert die Persönlichkeit von allen andern aus. Er war beim Priester lediglich aus weißem Byssus, ihn an Reinhaltung von allem Unlautern als Grundbedingung mahnend. Der Kopfbund des כה׳׳ג war flachrund, in ihm kam die Priesterwürde zum Abschluss. Die Kopfbekleidung der כהני הדיוט waren מגבעות, spitz in die Höhe zulaufend. Ihre Würde bezeichnet die noch erst hinanstrebende Vorstufe.
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Rav Hirsch on Torah

An einer תכלת-Schnur, an dem Faden göttlicher Bundespflicht, trägt die מצנפת des כה׳׳ג, die Hohepriesterwürde, auf Gold, auf reinster, edelster, unveränderlichster Basis, sich und andern zu stetem Bewusstsein (Joma 8 a) den Ausspruch: קדש לד׳, der das Gesamtheiligtum Gott, dem einen Einzigen, in der ganzen Fülle seiner ausschließenden Wahrheit vindiziert (siehe zu V. 36 u. 38).
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Rav Hirsch on Torah

Vergegenwärtigen wir uns den כהן הדיוט in seinen בגדי לבן und den כה׳׳ג in seinen בגדי זהב so steht der כהן הדיוט auf der Vorstufe des חצר, der auch die Grundfarbe der Reinheit trägt, während der כה׳׳ג mit den Stoffen und Farben des קדש und קדש הקדשים bekleidet ist.
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Rav Hirsch on Torah

Es stehen ferner die בגדי כהונה in einer engen Beziehung zu den קרבנות. Das Hingeben der אימורים, der חלב ,כליות und יותרת הכבד an das אש דת des Altars ist nichts als ein Bekleiden des בשר ערוה von מתנים עד ירכים mit מכנסים, und deren positive Umhüllung mit כתונת und מעיל ist nichts als Läuterung und Weihe der sinnlich vegetativen Seite des Menschen durch den Charakter der Reinheit und der göttlichen Bundespflicht, sowie die Opferung der איברים in ganz ähnlichem Sinne der Umkleidung derselben mit כתונת und מעיל entspricht. Jeder mit den ihm von der Nation gereichten Heiligtumsgewändern bekleidete כהן ist eine Aufforderung an die Nation und jedes Glied derselben, sich opfernd mit dem Charakter zu bekleiden, den eben durch das Priestergewand die Nation selbst als Anforderung des nationalen Gesetzesheiligtums anerkennt.
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Rav Hirsch on Torah

Eine solche enge Beziehung der בגדי כהונה zu den קרבנות ist auch bereits Sebachim 88 b und Arachin 16 a angedeutet: למה נסמכה פרשת קרבנות לפרשת בגדי כהונה לומר לך מה קרבנות מכפרין אף בגדי כהונה מכפרין ,כתונת מכפרת על שפיכות דם שנ׳ וכו׳ מכנסים מכפרי׳ על גלוי עריות שנא׳ וכו׳ מצנפת מכפרת על גסי הרוח מניין וכו׳ אבנט מכפר על הרהור הלב היכא דאיתיה חשן מכפר על הדינין שנ׳ וכו׳ אפוד מכפר על ע׳׳א שנ׳ וכו׳ מעיל מכפר על לשון הרע מנין וכו׳ וציץ מכפר על עזות פנים בציץ כתיב וכו׳.
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Rav Hirsch on Torah

Diese Sätze dürften wohl schon im allgemeinen eine vollkommene Bestätigung unserer symbolischen Auffassung der Priestergewänder gewähren und zeigen, dass auch die Weisen sie in sehr wesentlicher und inniger Beziehung zum sittlichen Menschencharakter und zur sittlichen Aufgabe des Menschen begriffen. Eine nähere Erwägung dürfte aber auch noch die hier aufgestellten ganz speziellen Sühnebeziehungen der einzelnen Gewandstücke zu bestimmten sittlichen Vergehen und Verbrechen in harmonischem Einklange mit unserer Auffassung erkennen lassen. Bei dem bei weitem größten Teile dieser Sätze scheint uns die Übereinstimmung augenfällig. Wir haben uns nur zuvor eine eigentümliche Seite des Begriffs כפרה nach der תורה zu vergegenwärtigen und dies umsomehr, da hier das Missverständnis einer gänzlich ohne Zutun und Bewusstsein des zu Sühnenden sich vollziehenden כפרה nahe zu liegen scheint. Die תורה kennt ein zwiefaches כפרה-Bedürfnis: das eine, das sich auf denjenigen bezieht, der sich einer Abirrung von dem Gesetze schuldig gemacht; das andere, das sich auf das Gesetzesheiligtum und dessen Träger bezieht. Ein jedes ungerügt bleibende Verbrechen schließt nämlich die Gefahr in sich, dass dadurch der Begriff der Lebensheiligung getrübt werde, die das Gesetzesheiligtum als Anforderung an uns setzt. Das konkrete Leben der Nation, in deren Mitte das Gesetzesheiligtum sich befindet, wird mit allen seinen Verirrungen so lange als von diesem Gesetzesheiligtume gebilligt und seinen Anforderungen adäquat betrachtet werden, so lange nicht die Missbilligung abseiten des Gesetzesheiligtums irgendwie zum Ausspruch gekommen, oder die Verirrung an der Person des Schuldigen strafend als solche zum Bewusstsein gebracht ist. So wird durch die עבודת י׳׳כ der Gegensatz zum Bewusstsein gebracht, in welchem sich das Ideal des Gesetzesheiligtums zu der konkreten Wirklichkeit des Volkslebens befindet, es wird damit das Gesetzesheiligtum vor den seiner Heiligkeit verderblichen Folgen der Volksverirrung geschützt, das heißt ja: וכפר על הקדש מטמאת בני ישראל ומפשעיהם לכל חטאותם, und dadurch zugleich von dieser Seite der Notwendigkeit einer strafenden Rüge an dem Volke selbst vorgebeugt, wie beide Seiten der כפרה in dem Satze zusammengefasst sind: וכפר את מקדש הקדש ואת אהל מועד ואת המזבח יכפר ועל הכהנים ועל כל עם הקהל יכפר (Wajikra 16, 33).
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Rav Hirsch on Torah

Ähnlich hier. Dadurch, dass durch die Gewänder, die der Priester Namens der Nation und des Heiligtums trägt, die sittlichen Anforderungen positiv zum Ausdruck kommen, die die Nation als Diktat des Heiligtums für sich und ihre Glieder anerkennt, können Verirrungen gegen dieses Sittengesetz die Gefährlichkeit für die Integrität des sittlichen Nationalbewusstseins verlieren und können auf gewisser Stufe sowohl der Kognition der Gerichte als der strafenden Gotteshand entzogen bleiben. Durch den positiven nationalen Heiligtumsausdruck der Anforderung des Sittengesetzes, den die בגדי כהונה gewähren, ist der Schein beseitigt, als ob die Nation und das Heiligtum die Verirrungen billigen, und von dieser Seite gewähren die בגדי כהונה, wie die Opfer, מכנסים .כפרה setzen Sittenreinheit als erstes Postulat für das ganze vegetative, geschlechtliche und genießende Leben, sprechen somit die nationale Mißbilligung jeder geschlechtlichen Abirrung aus, sind somit מכפר על ג׳׳ע, so weit diese sich der richterlichen Erkenntnis entziehen. כתונת, den Oberkörper, Arm und Fuß, somit den Menschen der Tat mit dem Charakter schuldloser, auf das Gesetz hinhorchender Reinheit bekleidend, spricht ebenso die Nationalmissbilligung jedes sozialen Verbrechens, somit des שפיכות דמים in weitestem Sinne aus. אבנט fordert die Sammlung aller Kräfte für die positive Lebenserfüllung, eine Sammlung, die sündhaftem Sinnen keinen Raum lässt (siehe oben Kap. 27, V. 8, über עולה) und ist somit מצנפת .מכפר על הרהורי הלב mahnt selbst den höchsten nationalen Würdenträger an stete Aufmerksamkeit auf seine Reinhaltung von allem Unlautern, somit Verbannung jeder Selbstüberschätzung als Grundbedingung seiner Würde, ist somit חשן .מכפר על גסי הרוח unterwirft משפט בני ישראל, alles Wollen und Streben der Nation, den אורים und תומים, den "Licht- und Vollkommenheits-Aussprüchen" des göttlichen Willens, beseitigt somit den Schein, als geschehe irgend eine richterliche Abirrung vom göttlichen Gesetz unter der absichtlichen Billigung der Nation, ist somit מכפר על הדינין.
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Rav Hirsch on Torah

Schwieriger sind die Sätze über מעיל ,אפוד und ציץ.
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Rav Hirsch on Torah

Es heißt: אפוד מכפר על ע׳׳ז. Vielleicht fällt die folgende Betrachtung nicht weit von der Wahrheit. In der Geschichte des so verderblich gewordenen פסל מיכה (Richter 17 und 18) steht ein אפוד in ganz entschiedenem, und zwar sehr hervorragendem Zusammenhange mit תרפים פסל ומסכה, also mit ע׳׳ז. Ebenso scheint er Richter 8, 27 in einem solchen Zusammenhange zu stehen, wenigstens nach Gideons Tode in einen solchen Zusammenhang gesetzt worden zu sein (siehe Jeruschalmi Aboda Sara III, 6). Die Form eines אפוד, wie der Ausdruck selbst, vergegenwärtigt, wie wir gesehen, das Zusammennehmen, das Dienstbarmachen des Empfindens, Wollens und Tuns eines Wesens für die Zwecke eines andern. Ein solcher אפוד für sich, d. h. ohne sichtbaren, damit zu bekleidenden Körper, dahingestellt, kann den Wahn oder die Absicht ausdrücken, dass damit irgend ein unsichtbares Wesen, irgend eine unsichtbare Macht unseren Zwecken dienstbar. gemacht werden solle. Wir vermuten, dass dies die Absicht und der Wahn der ע׳׳ז beim götzentümlichen אפוד war. Schwebte doch dem heidnischen Kult vor allem das Ziel vor Augen, die, ihrem Wesen nach dem menschlichen Wohle feindlichen, Mächte sich gewogen, ja, durch die Kunst der Magie und der Mantik sich dienstbar zu machen, einen Bann über sie zu üben. Es wäre dann אפוד ein Mittel gewesen, Götter zur Tat, sowie תרפים, sie zum Ausspruch zu nötigen, und begriffe sich dann die Zusammenstellung: אפוד ותרפים. Zu allem diesem steht das Judentum in diametralem Gegensatz, es will nicht die Gottheit sich, sondern sich Gott dienstbar machen, und indem der jüdische Hohepriester statt dem אפוד einen Götterkult zu bereiten, ihn sich anlegte, sprach er den entschiedensten Protest gegen das Heidentum aus, und es begreift sich der Satz: אפוד מכפר על ע׳׳ז.
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Rav Hirsch on Torah

Dunkler ist der Satz: מעיל מכפר על לשון הרע. Er soll die nationale Missbilligung der Bösrede, somit jener Gesinnung enthalten, die die sittlichen Blößen des Nächsten geflissentlich zur Schau bringt. Es muss somit die Bedeutung des מעיל eine Seite haben, die die entgegengesetzte Gesinnung als Postulat setzt, die auch bei dem sittlich Mangelhaftesten noch eine gute Seite voraussetzt, daran sowohl seinen nie ganz zu verscherzenden sittlichen Wert für das Nationalganze, sowie die Hoffnung seiner möglichsten Veredlung anknüpft. In der Tat bietet der מעיל durch die ihm eigentümlichen רמונים und פעמונים eine solche Seite dar. Es ist eine Fülle von Saatkörnern, die die Tatenfrucht charakterisieren, mit welcher das jüdische Pflichtleben den Acker des irdischen Daseins zu bestellen hat. Hundertfältig wie das Leben sind die Aufgaben des Gesetzes und es bedarf daher der verschiedenstgearteten Menscheneigentümlichkeiten zu seiner Verwirklichung. Daher finden auch die verschiedensten Menschen nach ihrem Naturell verschiedene Gebiete, ihren sittlichen Beruf zu bewähren, Schwächen und Tugenden kompensieren sich in dem Individuum und ergänzen sich in der Gesamtheit — man denke an den Satz der Weisen אפי׳ ריקנים שבך מלאי מצות כרמון — und ihrer aller Heiligung vertritt und sie alle ladet zur Teilnahme an der Heiligung der Ruf der פעמונים, wenn der mit dem Mantel der Pflicht bekleidete Hohepriester eingeht ins Heiligtum. Nach dieser Erwägung dürfte es nicht so ferne liegen, dass מעיל מכפר על ל׳׳הרע.
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Rav Hirsch on Torah

צ׳ץ endlich מכפר על עזי פנים, die Beziehungen dieses Satzes bleiben uns am dunkelsten. Wir bemerken jedoch: Alle die bisher erwähnten Charaktereigentümlichkeiten, die durch בגדי כהונה כפרה finden sollen, stehen entschieden auf Seiten sittlicher Mangelhaftigteit, עזות aber ist an sich unentschieden; die höchste sittliche Vollendung ist durch עזות, durch Unbiegsamkeit des Charakters bedingt, sowie sie ebenso zum sittlichen Abgrund führt, es gibt ein עזות לד׳ und ein עזות לעזאזל, wie dies die שני שעירי יום הכפורים vergegenwärtigen. Mit edelstem Metall gepanzert, hat die Stirn des Hohepriesters die Wahrheit: קדש לד׳ jedem die Reinheit des Heiligtums trübenden Wahn protestierend entgegenzutragen. Es erhält damit die Entschiedenheit, die Unbiegsamkeit, die sich im Widerkampfe gegen Lüge und Wahn bewährende Charakterfestigkeit die Weihe der edelsten Bestimmung. Ob sich dies nicht zugleich als Zurückweisung jedes unedlen Missbrauchs des עזות, nicht als Sühne des überhaupt Vorhandenseins des עזות begreifen ließe?
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