Commentary for Genesis 2:25
וַיִּֽהְי֤וּ שְׁנֵיהֶם֙ עֲרוּמִּ֔ים הָֽאָדָ֖ם וְאִשְׁתּ֑וֹ וְלֹ֖א יִתְבֹּשָֽׁשׁוּ׃
And they were both naked, the man and his wife, and were not ashamed.
Rashi on Genesis
ולא יתבוששו AND THEY WERE NOT ASHAMED — for they did not know what modestly meant, so as to distinguish between good and evil. Although he (Adam) had been endowed with knowledge to give names to all creatures, yet the evil inclination did not become an active principle in him until he had eaten of the tree, when it entered into him and he became aware of the difference between good and evil.
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Sforno on Genesis
And they were not ashamed. They used their limbs solely for the service of their Maker, not the pursuit of base pleasures. Therefore they considered marital relations no different than eating and drinking and their reproductive organs no different than their mouth or hands.
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Or HaChaim on Genesis
ויהיו שניהם ערומים האדם ואשתו ולא יתבששו. Man and his wife were both nude and did not experience a feeling of shame. Before the sin the upper "face" and the lower "face" were equally holy. The element of evil which attached itself to man after the sin concentrates on the lower part of his body. This is the reason that the holy covenant between man and G'd, i.e. circumcision, has to be performed on his sexual organ. The foreskin, ערלה, is the symbol of what kabbalists call the קליפה, the shell or peel which makes penetration to the holy essence difficult. This is why G'd commanded its removal. Inasmuch as all adulterers are victims of the sexual urges burning within them, G'd ordered that this part of man, the source of these abominations, be hidden from view, be covered. Our sages have added the prohibition not to touch that part of one's body (unnecessarily). אורח חיים ,ב,א even tells us to avoid having to look at these parts of our body when we get up and get dressed. The Talmud Shabbat 108 coined the phrase יד לאמה תיקצץ, that the hand which touches the male organ deserves to be cut off. This is because the touch of the hand on the male organ causes sexual arousal, or אש זרה in the language of our sages, something that was not the case before the sin. Henceforth man would expose himself to the danger of that alien fire consuming him if he touched those parts. Let us look for a moment at what Abraham commanded Eliezer before he sent him on the mission to find a wife for Isaac (Genesis 24,2). He instructed his servant: שים נא ידך תחת ירכי, "place your hand under my thigh." At first glance the instruction for Eliezer to place his hand on Abraham's male organ seems incompatible with what we have just explained. Our sages explain that Abraham was not comparable to his peers in this respect. The touch of a hand on this part of his body did not cause arousal. The act of circumcision he had performed on himself on that organ at an advanced age had made him far more resistant to the evil urge than others. His whole body could be considered as almost pure. The same applies to our verse, that prior to the sin the body was not subject to this אש זרה, the burning passion of sexual arousal. Another meaning is based on the use of the future tense by the Torah. We would have expected ולא נתביישו, "they were not ashamed," instead of "they will not be ashamed." The Torah teaches us then that notwithstanding the fact that Adam and Eve were both nude they had no reason to become ashamed as a result. The Torah mentioned this so that we would know who caused the subsequent division between man's upper and lower body respectively.
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Radak on Genesis
ויהיו ערומים, with a dagesh in the letter ו
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The Midrash of Philo
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Siftei Chakhamim
They did not... It means that they did not know of modest conduct at all. Not from lack of wisdom, but because they did not need to know, for they had no evil inclination. (Tzeidah L’Derech)
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Rav Hirsch on Torah
Die Etymologie des Wortes ערום nackt, bietet große Schwierigkeiten. Die Wurzel ערם findet sich sonst in den beiden Bedeutungen: listig, verschlagen, wie sogleich im nächsten Vers, und ערמה: Getreidehaufen. Die Zusammengehörigkeit dieser beiden Begriffe lässt sich leicht finden. Analogie dafür bietet תחבולה von הבל, Schnur, womit Dinge miteinander verbunden, oder Strick, womit Dinge herangezogen werden. Der Strick selbst besteht aus einzelnen dünnen, an sich schwachen, mit einander verbundenen Fäden. Jeder klug angelegte Plan ist eine Verbindung von einzelnen Veranstaltungen, um einen fernliegenden Zweck herbeizuführen. Ohnehin wird der Begriff: denken im Hebräischen durch den Begriff: verbinden ausgedrückt; so: חשב denken, und חשב האפור, die Latze, der Gurt des Ephod. In ähnlicher Weise wäre auch der Begriff Klugheit, List, aus dem Begriff des Haufens abzuleiten. ערמה ist eine ערמה: eine Anhäufung von Gedankenkörnern, die zuletzt in eine Spitze ausgeht. Der Verschlagene übt lauter Dinge, die man nicht beachtet; das einzelne Körnchen ist unbedeutend, allein zusammen machen sie den Haufen. (Mit ערם, Haufen, ist ארם die Wurzel von ארמון, ein hochaufgeführtes Gebäude, und mit ערם, List, חֵרֶם, das aus einzelnen Maschen zum Fange verbundene Netz, verwandt). Schwierig aber bliebe es, wenn von ערם, nackt, die Wurzel ערם wäre, diese Verwandtschaft mit den obigen Begriffen einzusehen. — Vielleicht daher ist von ערום, nackt, die Wurzel עור, auch ja nackt, הביט אל מעוריהם ,עורה פשוטה und sonst. Tritt ja das נח deutlich in עירמים, Kap.3,7 hervor. Für den Übergang des ָ in: mit den Suffixen, obgleich in ihm das נח der rad. ruht, böte, z. B. זָדון von זוד eine Analogie, das im stat. Constr . זדון heißt , obgleich im Plur. das נח in זֵרונים markiert hervortritt. Ebenso יְמֵי יָמים ,יום. Das ם wäre Suffix der subst. Form wie פִדיום. Der Satz ואת עֵרום ועריה spricht ohnehin dafür, wie schon רדק in שרשים bemerkt, dass es Substantiv sei. Es kann also die Wurzel עור sein, und wir hätten עור: nackt, wach, und Haut, Grundbedeutung: für äußere Eindrücke empfänglich sein. Je tiefer der Schlaf, desto weniger kann die äußere Welt auf uns einwirken. So wie wir wach werden, tritt Wahrnehmung ein. Nun ist das allgemeinste Sensorium die Haut, das Organ des Tastsinnes. Durch sie nimmt der ganze Mensch Eindrücke auf. Im Schlaf tritt die Seele des Menschen gleichsam von der Peripherie in das Innere zurück; wie der Mensch wach wird, so tritt sie gewissermaßen wieder hinaus auf ihre Vorposten, bis in die Haut. Dieser Gedanke ist im Hebräischen so geläufig, dass ohnmächtig werden התעטף רוח heißt: der Geist verhüllt sich, tritt zurück. Im wachenden Menschen ist der Geist bis in den Fingerspitzen. Derjenige Mensch, der eigentlich nur auf den Tastsinn angewiesen ist, zu dem die sichtbare Welt nur durch den Tastsinn Zutritt hat, heißt עִוֵר, der Hautmensch, blind.
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Alshich on Torah
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Radak on Genesis
ולא יתבוששו, this verse tells us that until after they had eaten from the tree of knowledge they had not experienced a feeling of shame due to the fact that their entire bodies were fully exposed. Seeing that they had not yet engaged in sexual intercourse due to their not having experienced a desire for copulation, their sexual organs did not appear to them as any different from all their other organs. They had no reason to be ashamed of them.
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Rav Hirsch on Torah
בוש, sich schämen; im Piel בושש, iausbleiben, erwartet werden und nicht kommen. בושש, eine Aktivform, heißt also: eine Erwartung täuschen, und בוש im Kal, intransitiv: sich in seiner Erwartung getäuscht fühlen. Das ist aber im tiefen Grunde: die Scham. Sie ist das Gefühl dessen, der sich in seinen Erwartungen von sich selbst getäuscht fühlt. Wenn jemand das, was er sein sollte, nicht erreicht, findet, dass er nicht so ist, wie er sein sollte: dann schämt er sich. Es ist das höchste Gnadengeschenk Gottes an den Menschen, von dem er wohl wußte, dass er auch oft seiner Bestimmung nicht entsprechen werde, dass er ihm dies Gefühl eingepflanzt, das ihn sofort mit dem Bewusstwerden seiner bisherigen Unzulänglichkeit überkommt. Damit wird er sein eigener Vormund und Wächter. Auch das damit verwandte Gefühl der Schüchternheit und Bescheidenheit — hebräisch: auch ja סימן טוב באדם כשהוא בישן ,בוש — ist ja auch nichts anderes als das Bewusstsein, dass man noch wenig dem Ziele entspricht, das man von sich in der eigenen Brust trägt. So hat Gott den Menschen sich selber anvertraut, jedem das Ideal mitgegeben, wonach er sich selber zu beurteilen hat. Das Bewusstsein von diesem Ideal ist das Gewissen, und das verurteilende Urteil des Gewissens: die Scham.
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Rav Hirsch on Torah
Der ursprüngliche Zustand des ersten Menschenpaars wird uns also in dem kurzen Satze geschildert: sie waren beide, der Mann und sein Weib, nackt und schämten sich nicht; vielleicht — da es nicht: ולא התבוששו, sondern ולא יתבוששו heißt — sie hatten sich nicht zu schämen, sollten sich nicht schämen. So lange nämlich Mann und Weib, beide אדם waren, בשר אחד, Ein Leib, einem einzigen Geist dienend, dem Einen Gotte untergeordnet, so lange sie mit Geist und Leib dem gottebenbildlichen Menschenideal entsprachen: so lange war ihr Leib wie ihr Geist rein und heilig, das Geistige wie das Sinnliche, beides von Gott gegeben, mit beiden ihre Menschenbestimmung zu erfüllen. Es mag der Mensch in seinen geistigen oder sinnlichen Bestrebungen sich bewegen, so lange er mit beiden in den von Gott geweihten Schranken bleibt und mit beiden die von Gott gesetzten Bestimmungen löst, hat er sich weder des einen noch des andern zu schämen. Der reine Menschenleib, das sittlich Sinnliche, ist mit nichten weniger heilig als der Geist. Die von dem göttlichen Gesetze geforderte sittliche Menschengröße basiert vor allem auf dieser Heiligung des leiblichen Menschen, dass wir auch mit der Befriedigung unserer sinnlichsten Triebe innerhalb des gottheiligen Kreises verharren, und uns dann unseres tierischen Leibes, unserer Blöße, nicht zu schämen hätten. Sobald aber der Mensch seiner Sinnlichkeit die Zügel überlässt, nicht sein Sinnliches mit sittlicher Energie in den Kreis des Göttlichen erhebt, sondern umgekehrt durch seine Sinnlichkeit sein Göttliches selbst unfrei in den Kreis des Sinnlichen hinabgezogen wird, alsobald hat er sich seiner sinnlichen Blöße zu schämen, und dieses Schamgefühl ist der mahnende Wächter der Sittlichkeit, ist die Gottesstimme an den aus seiner sittlich reinen Höhe gewichenen Menschen, Meister dieses sinnlichen Leibes zu werden, Meister dieses sinnlichen Leibes zu bleiben, und durch diese unterordnende Beherrschung sich in sittlicher Freiheit zur Höhe seines göttlichen Berufes mit Geist und Leib emporzuschwingen. So lange die leibliche Sinnlichkeit den Menschen noch nicht aus dieser reinen, freien Höhe herabgelockt hatte, durften sie beide nackt sein und hatten sich ihrer Blöße nicht zu schämen.
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Rav Hirsch on Torah
Höchst bedeutsam ist die ausdrückliche Wiederholung, האדם ואשתו, sie waren beide, der Mann und sein Weib, nackt, und hatten sich nicht zu schämen. Es ist da die tiefe Wahrheit niedergelegt, dass nicht nur in geistiger, sondern auch in leiblicher Beziehung beide, Mann und Weib, gleich rein, gleich sittlich, gleich heilig sein sollen. So lange krankt das Geschlecht, so lange nicht von beiden Geschlechtern die erste Grundtugend des Lebens mit gleichem Ernste erstrebt wird, so lange Jünglinge und Männer glauben, es gehöre mit zur Jugend, mit zur Männlichkeit, dass sich Jünglinge und Männer manches erlauben dürften, was der Jungfrau, was dem Weibe nicht zu gestatten wäre. Nicht umsonst trägt der jüdische Mann an seinem Leibe mit dem Wahrzeichen die Mahnung: התהלך לפני והיה תמים, die Mahnung, dass Gott von ihm die gleiche Unschuld, die gleiche Sittenreinheit wie vom Weibe erwartet.
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