Comentario citado sobre Isaías 14:28

בִּשְׁנַת־מ֖וֹת הַמֶּ֣לֶךְ אָחָ֑ז הָיָ֖ה הַמַּשָּׂ֥א הַזֶּֽה׃

En el año que murió el rey Achâz fué esta carga:

Rav Hirsch

Alle übrigen Geschöpfe werden nur mit ihrer Entstehung eingeführt, bei dem Menschen hält die Schöpfung inne und kündet der bereits geschaffenen Welt zuvor die Absicht an, einen "Menschen", einen "Adam" zu schaffen. Soll dieser "Adam" doch als von Gott eingesetzter Walter und Herrscher in die geschaffene Erdwelt eintreten. Es wird diese Welt auf den Eintritt ihres Herrn vorbereitet. In diesem Sinne dürfte auch der Plural נעשה zu verstehen sein. Dem Pluralis majestatis, in welchem ein menschlicher Herrscher dem Volke seinen Willen kund tut, dürfte auch wohl ursprünglich die Anschauung zu Grunde liegen, daß der Herrscher hier nicht von dem Standpunkte seines individuellen Willens, seiner individuellen Interessen gebietet, sondern daß er sich nur im Zusammenhang mit seinem Volke begreift und nur aus dem Gesichtspunkt des Gesamtinteresses und des Gesamteils Anordnungen und Bestimmungen trifft. Nur als Repräsentant der Gesamtheit gebietet der Fürst der Gesamtheit. So kündet der Schöpfer auch der Erdwelt die Einsetzung ihres Herrn gleichsam in ihrem eigenen Interesse, aus Fürsorge für ihre eigene Bestimmung an. Ebenso die Zerstreuung der Völker, הבה נרדה נבלה שם, aus Fürsorge für die Zukunft des Menschen selbst. Es erscheint der Pluralis majestatis in der Gottesrede da, wo ein scheinbar beschränkendes, störendes Einschreiten als im tiefen Grunde heilbringendes, rettendes und notwendiges begriffen werden soll. אדם, siehe Jeschurun VIII. Seite 524 ff. Wir haben dort bereits darzutun versucht, wie die grammatische und logische Analogie gegen die gewöhnliche Annahme spricht, die אדם von אדמה ableitet und die Charakteristik des Menschen als "Erdgeborenen" begreifen lässt, während doch offenbar אדמה von אדם gebildet ist, die stoffliche Herkunft aus Erde ein Merkmal wäre, das allen Geschöpfen gemeinsam zukommt, und das spezifische Merkmal des Menschen vielmehr darin bestehe, daß er nicht ganz seiner Entstehung nach der Erde angehört, sondern der seinem von der Erde genommenen Stoffe eingehauchte Gotteshauch ihn zum Menschen macht. Schon die Ankündigung hier spricht dafür, daß in אדם das ganze höhere Wesen und die ganze höhere Bestimmung des Menschen ausgesprochen sein müsse, und auch in Stellen wie: ואתנה צאני צאן מרעיתי אדם אתם kann unmöglich der Mensch als Erdkloß begriffen sein. Wir haben dort die Etymologie des Wortes אדם aus der Bedeutung Rot, als der am wenigsten gebrochene Lichtstrahl, somit als die nächste Offenbarung des Göttlichen im Irdischen; — als lautverwandt mit הדם, Schemel, somit als: הדום רגלי שכינה auf Erden, als Vermittler und Träger der göttlichen Herrlichkeit auf Erden, (im Gegensatz zu במה ,במה ist die Vermittlung der Erhöhung eines Anderen, הדום erspart einem Hohen, die Füße auf die Erde zu setzen. Ohne die Einsetzung des Menschen zum הדום — אדם müßte Gott alle die Wahrheit, die Barmherzigkeit, das Recht und die Liebe, die er auf Erden gefördert wissen will, selbst auf Erden vollbringen. Das reine, Gottes Willen vollbringende Wirken des Menschen enthebt die Gottheit des Niedersteigens zur Erde, enthebt sie des unmittelbaren Vollbringens ihres Willens im irdischen Kreise, במת האדם - בהמה ,הדום שכינה - אדם); — mit חתם, Siegel, (welche Verwandtschaft schon durch die Wurzel אטם, schließen, vermittelt wird), somit als das Siegel Gottes an seiner Schöpfung, als die Signatur, die der Welt ihren unsichtbaren Herrn und Meister vergegenwärtigt; — endlich als (דמ(ה mit vorgesetztem individualisi- renden א, als ein Wesen, dessen ganze Bestimmung in seine Gottähnlichkeit aufgeht, das aber diese Gottähnlichkeit in freier selbsttätiger Energie verwirklichen soll, somit Repräsentant, Stellvertreter, das Alterego der Gottheit; — alle diese Begriffe sind im tieferen Grunde eins, sowie auch alle die Ableitungen א־דם ,חתם ,הדום ,אדום :אדם wesentlich zusammenfallen; wir dürfen sie alle in den Begriff der Stellvertretung zusammen fassen und אדם als Stellvertreter bezeichnen. — בצלמנו. Wir haben ebenso bereits dort (S.526) nachgewiesen, daß צלם, verwandt mit (סמל, (שלמה) שלם (שמלה, nur die äußere Hülle, die leibliche Gestalt bedeutet. Also: in unserer Hülle, d. h. wenn alle die Barmherzigkeit und Milde, die Wahrheit und das Recht und die Heiligkeit der göttlichen Waltung in einer äußeren, sichtbaren Hülle auftreten wollte, so würde sie in der Gestalt erscheinen, die der Schöpfer dem Menschen erteilte. Schon die leibliche Gestalt des Menschen verkündet ihn als den Stellvertreter Gottes, als die Gottheit auf Erden, sie ist כדמותנו sie ist eine solche, wie sie einem zur Gottähnlichkeit bestimmten Wesen entspricht. — דמה ähnlich sein. Indem דמה zugleich schweigen bedeutet, und der Begriff der Ähnlichkeit sich hier also konstruiert, daß der ähnliche Gegenstand dem andern gegenüber schweigt, d. h. ihm nichts entgegensetzt, buchstäblich: ihm nicht widerspricht, nichts ihm Widersprechendes enthält — (auch unser deutscher Sprachgedanke kennt den Ausdruck: schreiende Gegensätze) — stellt sich die von dem Menschen zu erwartende Gottähnlichkeit zunächst negativ dar, daß er in seinem ganzen Wesen nichts hege und pflege, was der göttlichen Wahrheit, Liebe, Gerechtigkeit und Heiligkeit widerspricht. Gott gleich kann der Mensch nicht werden, aber ähnlich soll er ihm sein, soll nichts Gott Widersprechendes in sich und bei sich dulden. התקדש, das Hinanstreben zur Gottesheiligkeit ist seine Bestimmung. Also: Wir wollen einen Stellvertreter bilden in einer unser würdigen Hülle, wie es unserem Ebenbilde entspricht. — וירדו, es ist hier sofort אדם als der Kollektivbegriff der Menschheit gefasst, darum Pluralis. רדה, Grundbedeutung: etwas aus dessen freier Höhe in die Hand, d. i. in seine Macht herabbringen, וירדהו אל כפיו, מגוית האריה רדה הדבש bei Simson, und רודה פת bei den Weisen das Herabbringen der an den Ofenwänden festsitzenden Brode. Davon: etwas aus dessen freier Selbständigkeit in seine Macht bringen, sich untertänig machen. Mit dem Akkusativ heißt es: den ganzen Gegenstand sich untertänig machen, so nur zweimal: רודה באף גוים 4ח!1 לא ירדנו בפרך לעיניך (Jesaias 14. 6), wo es beidemal ein Überschreiten der dem Herrn oder dem Könige zustehenden Gewalt bedeutet. Sonst immer רדה ב־: gewisse Teile, Beziehungen eines Objekts sich untertänig machen, beherrschen. Diese Stellung hat der Mensch zu allen lebendigen Wesen auf der Erde. Er hat nicht die Bestimmung, sie alle und zwar ganz sich untertänig zu machen. Die Erde und ihre Geschöpfe mögen noch Beziehungen haben, die uns entzogen sind, in welchen sie Selbstzweck sind. Allein er hat die Bestimmung: לרדות בם nicht א1תם, seine Herrschaft unter allen lebenden Wesen, an ihnen und an der Erde selbst zu üben, sie für die Erfüllung seiner Menschenaufgabe aus ihrer freien Selbständigkeit teilweise in seine Hand zu bringen. Tritt der Mensch als בצלם ובדמות א׳ ,אדם an die Erdwelt hinan und fordert ihre Dienste nur im Dienste Gottes: so erkennt ihn die Erdwelt gern als ihren Herrscher an, seine Herrschaft selbst ist keine Knechtung und Erniedrigung, vielmehr eine Erhöhung und Erhebung aller irdischen Wesen in den Kreis freisittlicher, göttlicher Zwecke. Dem reinen, gottdienenden Menschen beugt sich willig die ganze Welt. Mißbraucht aber der Mensch seine Stellung, tritt er nicht als אדם, als Statthalter Gottes, sondern in eigener Machtherrlichkeit der Welt gegenüber, so beugt ihm auch nicht willig das Tier seinen Nacken. את שהוא בצלמנו כדמותנו ויִרדו את שאינו ב'כ' וִיִרדו, זכו ויִנרדו לא זכו ויִרִדו lehren die Weisen zur Stelle. רדה ist nämlich nicht רדה ,כבש ist nur das Verhältnis des Herrschers zum Volke, das ja auch nur ein bedingtes ist. Ein anderes ist כבש, welches in dem V. 28 das Verhältnis des Menschen zu der leblosen Erdwelt spezialisiert. כבש begegnen wir in כֶבֶש, der Aufgang, die Treppe, im Munde der Weisen: דרך כבושה, ein breitgetretener Weg, also: niedertreten, (amit auch כבס verwandt, walken, Treten der Wäsche) und in כבשן, der Ofen, in welchem die Dinge, die hineingeworfen werden, vollständig aufgelöst und umgewandelt werden. כבש also: gewalttätig niedertreten, daß es nicht aufkommen könne, völlig bezwingen, oder etwas in seiner innersten Natur umwandeln und umgestalten. Diese Aufgabe, einer Sache seinen Stempel aufzudrücken, sie völlig in sein Geschöpf umzuwandeln, hat der Mensch nur der leblosen Natur gegenüber, die derselben angehörigen Wesen sollen ihm Stoff und Werkzeug und Mittel zur Ausführung seiner Gedanken werden. Die menschliche Kunst ist der כבשן, der große Kalzinierofen, aus welchem die Erddinge in ganz umwandelter Gestalt hervorgehen. Darum heißt es V. 28: מלאו את הארץ וכבשוה ורדו בדגת הים ובעוף השמים וגוי. War doch hinsichtlich der lebendigen Welt ursprünglich auch nicht das Töten erlaubt! — Also: Gott sprach: Wir wollen einen Adam machen in einer unser würdigen Hülle, wie es unserm Ebenbilde entspricht, und sie sollen ihre Herrschaft üben an den Fischen des Meeres und an dem Geflügel des Himmels und an dem Viehe und an der ganzen Erde und allem Gewürme, das dahinschreitet auf der Erde. Indem hier ובכל הארץ die Aufzählung der lebendigen Welt unterbricht und ihm erst ובכל הרמש folgt, scheint die Herrschaft über das Gewürm nur als Folge der Herrschaft über die ganze Erde begriffen zu sein. In der Tat übt auch der Mensch eine Herrschaft über die niedern Tiere nur insofern, als er sie durch Vertilgung oder Verscheuchung von jedem Stückchen Erdboden entfernt, den er für seine Herrschaft in Anspruch nimmt.
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