Commentaire sur L’Exode 23:4
כִּ֣י תִפְגַּ֞ע שׁ֧וֹר אֹֽיִבְךָ֛ א֥וֹ חֲמֹר֖וֹ תֹּעֶ֑ה הָשֵׁ֥ב תְּשִׁיבֶ֖נּוּ לֽוֹ׃ (ס)
"Si tu trouves le bœuf ou l’âne de ton ennemi, égaré, aie soin de le lui ramener.
Mekhilta d'Rabbi Yishmael
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Rav Hirsch on Torah
V. 4 u. 5. כי תפגע, außergerichtlich aber musst du selbst deinem Feinde und Hasser Vermögen retten und Hilfe leisten. איב ,אויב (verwandt mit עקב: rücklings jemandem schaden, mit עכב, rabbinisch: hindern) bezeichnet die in Tat sich kundgebende Feindschaft, שנא jedoch mehr innere Feindseligkeit, den Hass. Darum steht bei dem שור תועה wo ein konkreter Verlust vorliegt: אויבך, obgleich der Eigentümer dir selbst schon offenbaren Schaden gebracht, sollst du ihn doch vor Schaden hüten. חמור רובץ תחת משאו ist aber zunächst nur eine Verlegenheit, dort heißt es שונאך, der Eigentümer will dir nicht wohl, würde sich freuen, wenn er dich in ähnlicher Verlegenheit sähe, auch in dir regt sich etwas von Schadenfreude, וחדלת, du darfst sie aber nicht bei dir aufkommen lassen. — עזוב תעזוב עמו, es kommt allerdings die Wurzel עזב in der Bedeutung "Festmachen" vor, d. h. etwas so herstellen, "dass es sich selbst überlassen bleiben kann", keiner Stütze bedarf, ויעזבו ירושלים עד החומה (Nehem. 3. 8). Da es jedoch hier nicht vom Aufladen, טעינה, sondern vom Abladen der Last, unter welcher das Tier liegt, handelt, פריקה, so empfiehlt sich die Auffassung des תרגום: du musst alle Feindschaft fahren lassen und ihm helfen.
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Chizkuni
השב תשיבנו לו, “make sure to restore it to him;” the Torah repeats this instruction to remind you that it may require that you perform this act for your enemy’s ox even repeatedly. (Compare Talmud, Baba Metzia folio 32.)
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Rav Hirsch on Torah
Die Halacha fasst die beiden Ausdrücke פגיעה des V. 4 und ראיה des V. 5 zusammen, und lehrt: die Pflicht beginne nicht erst, wenn man unmittelbar auf das Tier stößt, auch nicht, wenn man es ganz aus der Ferne erblickt, sondern bei ראיה שיש בה פגיעה d. h. bei einem nahen Erblicken. Es wird dies auf eine Strecke von etwa zweihundertsechsundsechzig Ellen bestimmt. Auch nach geleisteter Hilfe soll man ihn noch eine Strecke begleiten, um sich zu überzeugen, dass er einen ungehinderten Fortgang habe, — מדדה עמו עד פרסה darf sich jedoch hierfür vergüten lassen.
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Rav Hirsch on Torah
Es erkennt übrigens die Halacha in dem Abladen des Tieres nicht nur eine Pflicht gegen den in seinem Unternehmen gehinderten Menschen, sondern auch gegen das leidende Tier, צער בעלי חיים דאוריתא. Um des Menschen willen wäre er nur verpflichtet zu helfen, עמו: wenn er selbst nach Kräften mit Hand anlegt. Um des Tieres willen muss er jedoch Hilfe leisten, auch wenn der Herr rechtswidrig müßig dabei steht und ihm die Arbeit allein überlässt; hat aber dann den Anspruch einer Vergütung an den Herrn (B. M. 32 b). — אוהב לפרוק ושונא לטעון מצוה בשונא כדי לכוף את יצרו, obgleich פריקה, die Hilfeleistung zum Abladen, als Pflicht gegen Mensch und Tier, der טעינה, der Hilfeleistung beim Aufladen (Dewarim 22, 4), wo nur eine Pflicht gegen den Menschen geübt wird, sonst vorangeht, so ist doch dem aufladenden Feinde eher zu helfen, als dem abladenden Freunde, weil die Pflicht der Selbstüberwindung die höhere ist (daselbst).
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