Commentaire de citation sur Les Psaumes 1:4

לֹא־כֵ֥ן הָרְשָׁעִ֑ים כִּ֥י אִם־כַּ֝מֹּ֗ץ אֲ‍ֽשֶׁר־תִּדְּפֶ֥נּוּ רֽוּחַ׃

Tels ne sont pas les méchants, mais plutôt comme le chaume que pourchasse le vent.

Rav Hirsch

V. 5. נדיב לבו Wir haben schon die Verwandtschaft נדב mit נטף bemerkt, nach welcher נדב ein Herausquellen aus dem Innern bedeutet. Ebenso wie נדב die aus dem Innern quellende Tat bezeichnet, also kommt auch נטף von der aus dem Innern quellenden Rede vor: והטף אל דרום Jechesk. 21, 2 usw. Eine andere Nuance des Wortes und des Begriffs ist נדף, das die Bewegung durch eine unsichtbare aber starke Kraft bedeutet: אשר תדפנו רוח. (Ps. 1, 4) u.f. נָדִיב ist der, dessen Handlungen nur unter dem Diktat seines Innern stehen: der Freie, Unabhängige. Während somit schon נריב an sich den freiwilligen Charakter der Handlung bezeichnen würde, ist diese Freiwilligkeit noch durch Beifügung des נריב לב ,לב und in noch höherem Grade durch נדיב לבו "von seinem Herzen bewegt" ganz besonders hervorgehoben. Es ist damit all und jeder nötigende, oder auch nur von außen bestimmende Einfluss zurückgewiesen. Schebuoth 26 b wird hieran der Satz gelehrt, daß für תרומת המשכן, sowie für קדשים überhaupt, in Beziehung auf welche der Ausdruck כל נדיב לב עולות (Chron. II. 29, 31) vorkommt, גמר בלבו אינו צריך להוציא בשפתיו, d.h. der auch unausgesprochene, nur im Innern gefasste Vorsatz bindend sei, während für alle anderen Gelobungen nur der auch ausgesprochene Vorsatz bindet, גמר בלבו צריך להוציא בשפתיו. übertragen kann die bindende Kraft des unausgesprochenen Vorsatzes von תרומת המשכן und קדשים auf andere Gelobungen nicht werden, weil, wenn die Bestimmung נדיב לב exemplifikatorisch für alle Art Gelobungen sein sollte, sie nur bei einer der beiden Weihungen stehen würde; daß sie bei תרומת המשכן und קדשים steht, beweist, daß sie nur auf diese Fälle beschränkt bleibt — שני כתובין הבאים כאחד אין מלמדין. Es gibt eine Auffassung, die den exemplifikatorischen Charakter einer Gesetzesbestimmung erst durch dreimalige Wiederholung negiert ansieht, ג׳ כתובין וכו׳ אין מלמדין. Allein auch dann würde diese Bestimmung nicht auf andere Gelobungen zu übertragen sein, weil חולין מקדשין לא גמרינן, weil sich eine solche Bestimmung von Weihegelobungen von Heiligtümern nicht auf andere Verhältnisse übertragen lässt. (נדרי צדקה, Almosen-, überhaupt Wohltätigkeitsgelobungen haben nach Joreh Deah 258, 13 Anm. in dieser Beziehung den Charakter von נדרי הקדש). Chagiga 10 a wird noch in dem Satze כל נדיב לבו יביאה das von der Halacha tradierte Prinzip des היתר נדרים, d. i. der Lösbarkeit von Gelobungen, die sonst פורחין באויר, in der Luft schwebend, d. h. ohne Nachweis im schriftlichen Gesetzesworte schienen, nachgewiesen, יש להם על מה שיסמכו. Danach erklärte sich das sonst überflüssig scheinende Suffixum in יביאה. Selbst im Momente des Bringens soll der Bringende נדיב לבו, noch völlig Herr seines Entschlusses, somit nicht absolut von seinem gelobenden Weihevorsatz gebunden sein. Gereut ihn die Gelobung, so kann sie selbst im Momente des Bringens noch gelöst werden. (Im Texte, Chagiga 10, wird die Stelle freilich nur כל נדיב לב zitiert, und wird dies in Raschi כל נדיב לב הביאו ergänzt, welches V. 22 sein würde. Allein die Erläuterung daselbst: ואם מתחרט יתירו לו scheint mehr auf den Satz: כל נדיב לבו יביאה hinzuweisen. Jedenfalls findet durch diese Halacha das pleonastische Suff. unseres Verses seine volle Erklärung. אם עודנו גלבו נודבו עליו יביאו.)

Rav Hirsch

V. 11. קבה לי. Die Wurzel ”קוב“ oder ”קבב“ in der Bedeutung von fluchen, verwünschen, kommt nur in dieser Geschichte im Munde Bileams und Balaks und zwar in anormaler Form vor. Von ”קבב“ hieße es normal: קֻבָה oder קָבָה wieרָנוּ ליעקב (Jirmija 31, 7). Von קוּבָה :קוב. Für קבה findet sich keine Analogie. Kap. 23, 8 kommt in אֶקֹב in derselben Bedeutung wahrscheinlich die Wurzel נקב vor, die wir bereits Wajikra 24, 11 u. 16 in ähnlicher Anwendung finden. Wie נקב: löchern, ein Loch machen heißt, so heißt wahrscheinlich ”קבב“: aushöhlen, und daher קב ein Hohlmass (Kön. II. 6, 25 und häufig im Talmud). Wenn daher נקב: jemanden mit Worten treffen heißt, so heißt ”קבב“: jemanden mit Worten ganz hohl machen, ihm seinen ganzen Inhalt nehmen, ihn zu einer מץ, zu einer Hülse (Ps. 1. 4), zu einem Schatten machen, und מה אקב לא קבה אל hieße wörtlich: wie kann ich auch nur das kleinste Loch machen, wenn Gott nicht erst eine ganze Höhlung gemacht. Im מ׳׳ר wird קבב als ein höherer Grad von ”ארר“ begriffen.