לְ֭פָנָיו יִכְרְע֣וּ צִיִּ֑ים וְ֝אֹיְבָ֗יו עָפָ֥ר יְלַחֵֽכוּ׃
Kiranya penghuni padang gurun berlutut di hadapannya, dan musuh-musuhnya menjilat debu.
Rav Hirsch
15. ד׳ א׳ sprach zur Schlange, nicht nur als אלקי׳, Schöpfer und Richter, sondern als die den Menschen zu seiner Bestimmung erziehende Waltung. Nicht daher als Strafe für die Schlange, sondern aus dem Gesichtspunkt der Menschenerziehung ist das über die Schlange Ausgesprochene zu erfassen. — ארר, (verwandt mit ערר, vereinsamt, verödet, nicht in Gemeinsamkeit mit Andern, und ohne Verbindung mit der Zukunft: kinderlos) also: freudelos und blütelos, Gegensatz zu ברכה, dem Begriff der Ausbreitung und der Blüte. Zweifelhaft scheint das Verständnis des ארור מכל הבהמה ומכל חית השרה. Man versteht es gewöhnlich in der Bedeutung des Komparativs, du bist mehr als alles Vieh und alles Tier verflucht. Dies setzt aber einen das Vieh und das Tier treffenden Fluch voraus, der dem Anschein nach nicht motiviert ist. Möglich, daß es ebenso wie das ארור אתה מן האדמה Kap.4, 11 zu verstehen ist: dir wird von allem Vieh und allem Tier geflucht. So auch: מנשים באוהל תברך ,תברך מנשים יעל, alle Frauen segnen Jael (Richter 5, 24). — Wahrscheinlich ist es jedoch komparativ und steht dies in Zusammenhang mit einer Bemerkung, die wir zu V. 16 und 17 zu machen haben. Beide lauten nicht: ויאמר אל האדם ,ויאמר אל האשה, sondern: ,ולאדם אמר אל האשה אמר, und zeigt dies, daß der Anrede an die Schlange die Anrede an die Frau, und dieser die Anrede an den Mann vorangegangen war. Es war also bereits gesprochen: ארורה האדמה בעברך, somit die Erde bereits um des Menschen willen vom Fluche getroffen. Die ganze Erdwelt, also auch Vieh und Tier, hatten durch die Verirrung des Menschen um seinetwillen, d h. zu seiner Besserung, zu leiden, die Schlange aber am meisten. בהמה, das sich dem Menschen unterordnende Vieh, obgleich es mehr noch als das freie Waldtier an dem auf dem Menschen lastenden Unsegen Teil nimmt und in seinem Kampfe um die Existenz von ihm und durch ihn zu leiden hat, nimmt aber auch Teil an seinem Wirken, wird — vom Standpunkt des Menschen aus betrachtet — gehoben, veredelt und gewinnt gewissermaßen auch an Geist, an Verständigkeit. Das freie Waldtier genießt seine Freiheit und Kräftigkeit in ungebundener Freudigkeit. Beides ist der Schlange versagt. Dem freien Waldtier gegenüber schleicht sie auf ihrem Bauche und isst Erde. — גחון von גוח (wie זדון von זור) die am Boden sich hinwindende Bewegung von Flüssen יגיח ירדן (Hiob 40, 23), daher auch wohl der גיחון; die sich windende Schmerzbewegung חולי וגוחי (Micha 4, 10) und die der Schlange, die nur eine seitliche Bewegung hat und sich nicht aufrichten kann. Auch die Bewegung, in welcher die Kindesgeburt fortschreitet, ist eine Seitenbewegung; sie heißt auch speziell: כי אתה גוחי מבטן ,גוח (Ps 22, 10). — Dunkel ist das Staubessen. Die Schlange ißt faktisch nicht Erde, vielmehr nichts als lebendige Tiere. Es scheint nur ein figürliches Ausmalen des auf dem Bauche Kriechens zu sein, wie ואויביו עפר ילחכו (Ps. 71, 9) und ילחכו עפר כנחש (Micha 7, 17) seine Feinde lecken, lecken Staub wie die Schlange. Oder sollte vielleicht der Schlange, deren Zunge sich wenig zum Schmecken eignet, der Geschmacksinn versagt, ihr Essen daher nur ein Hungerstillen sein, ohne ihr Genuss zu gewähren, und darin die Erklärung der Weisen, "daß ihr die köstlichsten Speisen nur wie Erde schmecken" (Joma 75a.) ihre physiologische Wahrheit finden? — Dem sich dem Menschen anfügenden Vieh gegenüber ist Feindschaft zwischen ihr und dem Menschen. In der Tat ist unter den vier höheren Klassen nur das Amphibiengeschlecht, deren Repräsentant die Schlange ist, dem Menschen völlig fremd und feind, und durch die dem Menschen innewohnende Scheu und Widerwillen von ihm völlig getrennt.