잠언 22:3의 인용 해설

עָר֤וּם ׀ רָאָ֣ה רָעָ֣ה ויסתר [וְנִסְתָּ֑ר] וּ֝פְתָיִ֗ים עָבְר֥וּ וְֽנֶעֱנָֽשׁוּ׃

슬기로운 자는 재앙을 보면 숨어 피하여도 어리석은 자들은 나아가다가 해를 받느니라

Rabbeinu Bahya

בפתע פתאם, “suddenly, unexpectedly;” the word means the same as אדמת עפר in Daniel 12,2. where he describes sudden resurrection of the dead. The Nazir, as opposed to most other instances when a sin-offering has to be brought, brings such an offering regardless of whether he defiled himself knowingly or unwittingly. This is what our sages said in Keritut 9: four people have to bring an offering both if they committed an intentional wrong and if they committed the same wrong unintentionally. They are: 1) the Nazir, 2) the person who swore an untrue oath concerning what happened to an item entrusted to his care. 3) Swearing a false oath through testifying to an event which did not take place as described. 4) A person who engaged in sex with a partially freed slave-woman. He receives 39 lashes and brings an offering.
Concerning the impurity contracted by that Nazir the Torah wrote both the word פתע and the word פתאם. The reason is that the word פתע speaks of an inadvertently contracted impurity. The word פתאם speaks of an intentional defilement by the Nazir, something our sages derive from Proverbs 22,3 where Solomon writes ופתיים עברו ונענשו, “the fools kept going and were punished.” This indicates that both the willful and the merely foolish have to endure the punishment. As far as the other candidates for such offerings are concerned, the Torah added the words ונעלם ממנו, “it (the commission of a sin) was concealed from him,” in each example. The only exception to this rule is Leviticus 5,24. This proves that in the situation described in that passage it makes no difference if the error was committed knowingly or not. In both situations the guilty party has to restore the object, add 25% as punitive damages, and offer a guilt offering to expiate for what he had done. The laws pertaining to the other three examples we mentioned are all based on the law applying to the person who swore an oath denying he had trespassed against an article entrusted to him. The method used to do this is called gezeirah shavah, similar sounding words being used by the Torah in subjects which are not conceptually related to one another. It is presumed that the relevant expression was not needed to give us the plain meaning of the verse in question. The word in question is תחטא. In connection with the man who had sexual intercourse with the semi-free slave, the Torah adds the words ונסלח לו, “he will be pardoned,” again making the deed subject to an offering regardless of the awareness of the sinner at the time. Seeing that it is the function of the guilt-offering to obtain forgiveness for the sinner, it seems reasonable to see in the unnecessary mention of this result a reference to the fact that even a deliberate perjury can be wiped out through this offering.
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Rav Hirsch

V. 9. כפתע פתאום. Keritot 9a wird פתע durch שוגג erläutert, wie אם בפתע בלא איבה הדפו (Kap. 35, 22), פתאום durch אונס wie ויאמר ד' פתאום אל משה (Kap. 12. 4), gleichzeitig aber auch durch מזיד wie ערום ראה רעה ונסתר ופתיים עברו ונענשו (Prov. 22 3), wo, wie Raschi hinzufügt, das נענשו voraussetzt, daß die Handlung der פתיים nur במזיד geschehen sein könne, und lehrt daher dort auch die Halacha, daß auch במזיד die hier Verse 9-12 bestimmten Folgen, die Aufhebung der bereits zum Teil geleisteten Lösung des Gelübdes und die vorgeschriebenen Opfer, eintreten, so, daß נזיר zu den wenigen Fällen gehört, die מביאין על הזדון כשוגג, die selbst nach einem במזיד geschehenen Vergehen ein קרבן zu bringen haben. Offenbar erblickt diese Halacha die Grundbedeutung sowohl von פתע als פתאום in פתה, der Wurzel von פתה .פתי, verwandt mit פתח, bezeichnet jene Offenheit des innern Sinnes, die den äußeren Einwirkungen wehrlos ausgesetzt ist. Es bezeichnet somit sowohl den Mangel an Erfahrung und Einsicht des Urteils, als der Umsicht und Vorsicht des praktischen und sittlichen Verfahrens. פתי יאמין לכל דבר, der פתי glaubt alles (Prov. 14, 15), und פתיים עברו ונענשו, und פתאים übertreten auch mit vollem Bewusstsein das Sittengesetz, weil sie die Folgen nicht beachten. פתע ist nun der Zustand der Sorglosigkeit, die von dem Eintritt von Erfolgen und Ereignissen überrascht wird, die sie sehr wohl hätte voraussehen können, wenn sie überhaupt an das gedacht hätte, was nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit oder Möglichkeit zu erwarten war. Es entspricht daher im sittlichen Gebiete vollkommen dem Begriffe von שוגג (siehe Wajikra 4, 2). פתאום hingegen bezeichnet den Eintritt eines Ereignisses, das ganz außer dem Bereiche der Berechnung lag, dem gegenüber die Menscheneinsicht überhaupt פתי und die Menschen פתאים durch keine Erwartung vorbereitet und gewaffnet sein konnten. Es ist das Plötzliche, Überraschende an sich, das also im sittlichen Gebiete dem אונס entspricht. Daher in Jesaias (29, 5, und 30, 13) die Kombination לפתע פתאום und פתאום לפתע zur Charakterisierung des durch Gott herbeigeführten Zusammenbruches der Tyrannei und des Unrechts. Das Ereignis ist an sich ein פתאום, ein völlig außerhalb gewöhnlicher Berechnung liegendes, den Gottesfinger offenbarendes, und es tritt um so wuchtiger ein, weil es לפתע kommt, weil es Sorglosigkeit vorfindet, weil die Gewaltigen nicht einmal an die gewöhnlichen Folgen ihrer Tyrannei und ihres Unrechts dachten. Die Halacha begreift nun im sittlichen Gebiete auch das reine מזיד als פתאום, als ein eigentlich außer aller Erwartung liegendes Ereignis. Denn daß ein Mensch mit vollem Bewusstsein des Charakters und der Folgen – denn das ist ja der gesetzliche Begriff von מזיד, wie er in התראה zu Tage tritt – das Gesetz übertreten werde, liegt eigentlich außerhalb aller normalen Voraussetzung. פתע ist subjektiv, es bezeichnet das Verhalten des Bewusstseins eines Menschen zu den Ereignissen, die ihn treffen und zu den Handlungen, die von ihm ausgehen. פתאום ist aber objektiv und bezeichnet den Charakter eines Ereignisses oder einer Handlung an sich. Es kann daher ebensowohl אונס, den Charakter eines Ereignisses bezeichnen, das weder von dem, den es trifft, noch überhaupt zu erwarten stand, oder מזיד den Charakter einer gesetzwidrigen Handlung, die freilich von dem, der sie geübt, mit vollstem Bewusstsein ausgeführt worden, eben darum aber an sich völlig außer aller Erwartung stand. Nach der Halacha umsasst also hier der Ausdruck בפתע פתאום alle drei Momente des Bewusstseins, מזיד ,שוגג ,אונס. Wie immer er einer Leiche nahe gekommen, sei es in gemeinsamer Überdachung (אהל, siehe Kap. 19, 14), oder durch Berührung, so macht dies sein bisher gehaltenes Nasirtum ungültig, verpflichtet ihn zu תגלחת und קרבן und zu erneueter Erfüllung seines Gelübdes. Einen אונס-Fall nimmt die Halacha aus. Es ist der, daß ihm erst nach völlig gelöstem Nasirgelübde und Opferdarbringung zum Bewusstsein kommt, daß er während seines Nasirtums mit einem מת in Berührung oder Überdachung gewesen, das aber zur Zeit dieser Berührung oder Überdachung durch seine örtliche Lage noch dem Bewusstsein aller Menschen entzogen geblieben war. Dieser Fall heißt איזהו טומאת התהום כל שאינו מכירה אחד בסוף העולם ,טומאת התהום. Die nachträgliche Erfahrung einer טומאת התהום hebt rückwärts das bereits völlig gelöste Nasirtum nicht auf (Nasir 63 a). Diese Bestimmung von טומאת התהום findet nur bei נזיר ועושה פסח, bei erfüllter Nasir- und Pesachopferpflicht und nur bei מת Anwendung, לא אמרו טומאת התהום אלא למת בלבד, nicht aber bei anderen טומאות, die bei עושה פסח störend eingetreten sein können (daselbst).
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