אָנֹכִ֧י אָנֹכִ֛י ה֖וּא מְנַחֶמְכֶ֑ם מִֽי־אַ֤תְּ וַתִּֽירְאִי֙ מֵאֱנ֣וֹשׁ יָמ֔וּת וּמִבֶּן־אָדָ֖ם חָצִ֥יר יִנָּתֵֽן׃
Eu, eu sou aquele que vos consola; quem, pois, és tu, para teres medo dum homem, que é mortal, ou do filho do homem que se tornará como feno;
Rabbeinu Bahya
לא תירא מהם כי ה' אלו-היך עמך, “do not be afraid of them for the Lord your G’d is with you.” It is important that the fear of G’d should be stronger than the fear of the enemy nation. The Torah elaborates on this fear of opposing nations in verse 3 when we read: ‘do not be afraid and do not panic.’ Anyone fearing creatures of flesh and blood is considered as having forgotten the Almighty. This is what the prophet Isaiah 51,12-13 had in mind when he said: “what ails you that you fear man who must die, mortals who fare like grass? You have forgotten the Lord your Maker, etc.” Solomon is also on record on this subject when he says in Proverbs 29,25: “a man’s fears become a trap for him, but he who trusts in the Lord will be safeguarded.”
Rav Hirsch
אנכי ממטין. Wer aufmerksam תנ"ך liest, findet den Gebrauch des Pronomen אנכי von Gott in Unterscheidung von אני höchst charakteristisch. אנכי erscheint immer nur in einer Weise, wo das "Ich" sich den Wesen nicht schroff gegenüber stellt, wo es bielmehr ein Walten bezeichnet, in welchem sich Liebe und Gnade offenbart; (siehe פסיקתא zur Stelle: אנכי אנכי הוא מנחמכם Jes. 51, 12); während אני, von אנה, senden, verhängen über etwas, (אַנֵה), die Persönlichkeit bezeichnet, von der eine Bewegung ausgeht, die etwas מְאַנֶה ist, an einen anderen etwas aussendet, (vergl. אניה, Schiff), die Persönlichkeit bleibt fern. Damit hängt auch wohl הֵאָנַח ,אנח seufzen, zusammen, das demgemäß: sich von einem göttlichen Verhängnis, von einer "Schickung" getroffen fühlen, hieße. — אנכי von אנך, verwandt mit חנק ,ענק ,ענג ,חנך. Einmal kommt אנך als selbständiges Substantiv vor: Amos 7, 7, und 8 הנני שם אֳנָך בקרב עמי. Dort heißt es wahrscheinlich der Onyx, nach Aruch der Edelstein שוהם, der, wie wir wissen, zur Eingravierung, somit zum Träger von Inschriften diente. So wird Aboda Sara 7b. die Edelsteine übertreffende Vorzüglichkeit der תורה daran demonstriert, daß אינך נעשה בסיס לס"ת, daß man den Onyx zur Unterlage der תורה gebrauchen würde, und daraus wieder der Wert Israels, welches die תורה, und der Wert des Volkes, welches mit Israel zugleich die תורה in seiner Mitte berge. Der Sinn der Stelle in Amos wäre demnach: Siehe, ich mache mein Volk Israel zur Fassung eines (mein Wort tragenden) Edelsteins, mein Volk soll durchaus nichts Selbständiges sein, soll nichts sein als "Fassung meines Onyx", — (dem geschauten Bilde nach: חומת אנך, die Mauer um einen Onyx) — als Träger des Heiligtums meines Wortes, darum mache ich seinem, dieser Hingebung völlig fremd gewordenen Reiche ein Ende. — חנך ist die Einsetzung, Einübung, Eingewöhnung in seine Bestimmung. ענג: das behagliche Umfasstsein von sich anschmiegenden äußeren Verhältnissen. ענק: Halsumgebung. אנק: Halsbeengung und חנק völlige Erdrosselung. Alle diese Bedeutungen lassen als Grundbegriff das Umfassen und Tragen erkennen, und אנכי entspräche einer solchen Tätigkeit, in welcher von dem "Ich" die zweite Person getragen, umfasst, gehalten und gepflegt wird, wo das "Ich" in enge Verbindung mit dem "Du" tritt. (Zwei אנכי, heißt es in der פסיקתא, haben die Väter am Sinai vernommen, אנכי וגו׳ אשר הוצאתיך und אנכי וגוי אל קנא; derselbe אנכי, der Ich dich umfasst und aus Mizrajim gehoben, derselbe ist auch zugleich אל קנא und will nicht, daß du dich von einem andern getragen halten sollst).