וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
און גאָט האָט גערעדט צו משהן, אַזױ צו זאָגן:
Rav Hirsch
VV. 16 u. 17. איש מורעך, hinsichtlich der körperlichen Beschaffenheit, abgesehen von den hier folgenden Gebrechen, muss der zur עבודה sich Qualifizierende איש sein die Jahre der Männlichkeit angetreten haben, קטן פסול לעבודה אפילו תם; jedoch haben die Priester keinen der ihrigen vor dem zwanzigsten Jahre zugelassen (Chulin 24b). – אשר יהיה בו מום, der Begriff von מום ist ein äußerlich bemerkbarer Leibesfehler, מומין שבגלוי. Es werden מומין hier beim Menschen als störend aufgerechnet, ebenso im folgenden Kap. V. 22 f. für קדשים und ferner Dewarim 15, 21 noch besonders für בכור. Diese Stellen ergänzen sich gegenseitig und die aufgerechneten Gebrechen sind nur exemplifikatorisch (Bechorot 43a und 37a-b). Alle die ein Tier zum Opfer untauglich machenden Gebrechen stören auch beim Menschen dessen Tüchtigkeit zum Opferdienst, כל הפוסל בבהמה פוסל באדם, allein יתר עליהן באדם, allein die für den Menschen geforderte körperliche Untadelhaftigkeit reicht noch weiter. Es wird V. 21 der durch מום untauglich Werdende, abgesehen von seinem מום, als ein איש מזרע אהרן הכהן bezeichnet, d. h. als ein איש ששוה בזרעו של אהרן, als einer, der sich durch keine sonstigen körperlichen Absonderlichkeiten von den übrigen Aharoniden unterscheidet, z. B. durch anomale Kopfbildung, Kopfstellung, Höcker. Ja, es kennt die Halacha auch noch andere körperlichen Mängel, die משום מראית עין, des unangenehmen Ansehens willen, von dem Vollziehen einer עבודה zurückhalten sollen, z. B. שנשרו שניו שנשרו ריסי עיניו, enthaarte Augenwimpern, ausgefallene Zähne. Es gibt somit für מומי אדם drei Kategorien, die sich gesetzlich also unterscheiden: wirkliche מומין, es sind dies die für בהמה und אדם geltenden, sind מחיל עבודה, die עבודה, die ein damit Behafteter vollzieht, ist פסולה. שאינו שוה בזרעו של אהרן mit absondernden Difformitäten Behaftete sind עובר בעשה (nach Maimonides בלאו), wenn sie עבודה vollziehen, aber sie sind nicht מחיל עבודה die עבודה ist פסולה כשרה. Die משום מראית עין von der עבודה Zurückgewiesenen übertreten, wenn sie eine עבודה vollziehen, kein עשה oder לאו (Bechorot 43a-b). – אשר יהיה בו מום, es ist gleichgültig, ob das Gebrechen angeboren ist oder später entstanden (ת׳׳כ, siehe ק׳׳א).
Rav Hirsch
לא יקרב להקריב וגו׳. In bemerkenswerter Weise wird das Verbot für die בעלי מומים, als כהנים im Tempel zu fungieren, Verse 17, 18, 21, 23 und zwar in immer wechselnden Ausdrücken, wiederholt: לא יגש להקריב ,לא יקרב ,לא יקרב להקריב לחם אלקיו אל הפרוכת לא יבא ואל המזבח לא יגש אשי ד׳ לחם אלקיו לא יגש להקריב. In den ersten vier Stellen wechseln die Ausdrücke: לא יקרב und לא יגש und ebenso לחם אלקיו und אשי ד׳.
Rav Hirsch
קרב, das sowohl von Sachen als Personen vorkommt und ebensowohl nahe sein als nahe werden und sich nähern ausdrückt, bezeichnet die Näherbewegung vom Standpunkt des Zieles: der angestrebten räumlichen Verbindung mit einem anderen Gegenstande. Daher heißt ja קרוב, absolut: nahe, im Gegensatz zu רחוק: fern. נגש hingegen, das im Kal nur von Personen gebraucht wird und deren das räumliche Näherkommen zu einem Ziele anstrebende Tätigkeit ausdrückt, begreift diese Tätigkeit von dem Standpunkt, von welchem man sich zu einem anderen hin bewegt, also, daß auch schon ein Schritt in dieser Richtung: נגש heißt. Die verschiedenen Beziehungen der Opfer, welche durch die beiden Ausdrücke לחם und אשה ausgedrückt werden, haben wir bereits (zu .23. 11) zu ermitteln versucht. Wir glaubten annehmen zu dürfen, daß לחם eine so vollendete Gestalt der im Opfer ihren Ausdruck findenden menschlichen Dinge bezeichnet, daß sie zum göttlichen Wohlgefallen gereichen und die göttliche Gegenwart im Menschenkreise erzielen; אשה aber erst die läuternde und gestaltende Arbeit des göttlichen Gesetzesfeuers an den menschlichen Dingen, an seinen כליות und חלב, an seinen איברים, seinem שמן ,סולת und לבונה, an seinem Streben, seinen Zielen, seinen Tätigkeiten, Gütern und seiner ganzen Lebensfreude bedeutet.