וּפְרָצִ֥ים תֵּצֶ֖אנָה אִשָּׁ֣ה נֶגְדָּ֑הּ וְהִשְׁלַכְתֶּ֥נָה הַהַרְמ֖וֹנָה נְאֻם־יְהוָֽה׃
און דורך מױערבראָכן װעט איר אַרױסגײן, איטלעכע אַקעגן זיך, און איר װעט פֿאַרלאָזן די פּאַלאַצן, זאָגט גאָט.
Rav Hirsch
V. 13. ירכיבהו על במותי ארץ. Wir haben bereits zu Bereschit bemerkt, daß במה nicht den Begriff Anhöhe überhaupt, sondern den einer solchen Anhöhe bedeutet, die als Unterlage und Standpunkt der Erhöhung des darauf sich Befindenden dient. במות ארץ ist daher nicht gleichbedeutend mit גבעות ארץ ,הרי ארץ, sondern drückt den Begriff solcher emporragender Höhen der Erde aus, deren Ersteigen das Ziel von Bestrebungen bildet. במות daher ja Ausdruck für alle angestrebte und erreichte hohe Stellungen. ועל במותי יעמידני ,ידריכני (Ps. 18, 34 u. Habakuk 3, 18), על במותימו תדרוך (Dewarim 33 29). Die stat. constr. plur. Form במתי weist auf eine Dualform des Plurals hin, wie יַרכְתֵי von יַרְכְתַיִם. Der einfache Plural von במה ist במות, auch im stat. constr. בָמות, so במות ארנון (Bamidbar 21, 29), במות בעל (daselbst 41). In ירכתים bezeichnet der Dualis den die beiden Längsseiten zusammenfassenden Hinterraum. במותי wären somit: Doppelhöhen, und ist in der Schreibweise unseres במתי zugleich das Merkmal des einfachen Plurals mit enthalten. Diese Dualform במתי kommt nur wie hier im Zusammenhange des Ersteigens oder Betretens von Höhen und zwar in bildlichem Sinne vor, והרבבתיך על במתי ארץ (Jes. 58, 14), ודורך על במתי ארץ (Amos 4, 13 u. Micha 1, 3), ודורך על במתי ים (Job. 9, 8), אעלה על במתי עב (Jes. 14, 15). Alle diese Stellen enthalten den Gedanken einer Erhabenheit, Macht, Herrschaft verleihenden Stellung. Die Dualform dürfte somit die Doppelbeziehung einer solchen Stellung ausdrücken. במתי ארץ ,ים ,עב von Gott: die mit der Hoheit über Erde, Meer und Himmel gegebene Doppelherrschaft über Natur- und Menschenwelt. במתי ארץ von Menschen: die auf der Höhe der irdischen Verhältnisse zu gewinnende Doppelfülle des materiell sinnlichen und geistig sittlichen Heils. Dass in unserer Stelle nicht an die Besitznahme eines räumlich hochliegenden Gebietes zu denken ist, das dürfte sich aus dem Vergleich mit dem ganz ähnlichen Satze (Jes. 58, 14) ergeben, wo die Schilderungen des durch ein pflichtgetreues jüdisches Leben zu gewinnenden segensreichen Heils in der Verheißung gipfeln: אז תתענג על ד׳ והרכבתיך על במותי ארץ. Bemerkenswert ist, daß dort wie hier neben der Dualform auch der einheitliche Plural durch die Schreibweise ausgedrückt ist. Es dürfte damit gesagt sein, daß das materiell sinnliche einerseits und andererseits das geistig sittliche Moment in den Zielen des Menschenstrebens doch im tiefen Grunde ein wesentlich Einheitliches bilden, das Eine nicht ohne das Andere erreichbar, beide in ganz gleicher Würdigung nur von dem einen Pflichtgefühle zu erringen sind, das die Basis aller Menschenbestrebungen zu bilden hat. Also: