כִּ֡י גַּם֩ לֹֽא־יֵדַ֨ע הָאָדָ֜ם אֶת־עִתּ֗וֹ כַּדָּגִים֙ שֶׁנֶּֽאֱחָזִים֙ בִּמְצוֹדָ֣ה רָעָ֔ה וְכַ֨צִּפֳּרִ֔ים הָאֲחֻז֖וֹת בַּפָּ֑ח כָּהֵ֗ם יֽוּקָשִׁים֙ בְּנֵ֣י הָֽאָדָ֔ם לְעֵ֣ת רָעָ֔ה כְּשֶׁתִּפּ֥וֹל עֲלֵיהֶ֖ם פִּתְאֹֽם׃
װאָרום דער מענטש װײס צו מאָל ניט זײַן צײַט; אַזױ װי פֿיש װאָס װערן געכאַפּט אין אַ בײזער נעץ, און אַזױ װי פֿױגלען װאָס װערן געכאַפּט אין אַ פּאַסטקע, אַזױ װי זײ, װערן די מענטשנקינדער געפֿאַנגען אין אַ בײזער צײַט, װען זי פֿאַלט אױף זײ פּלוצלינג.
Rav Hirsch
שמנת עבית כשית ist eine Anrede in Paranthese an das Mosche gegenwärtige und jedes künftige, sein שירה-Wort lesende Volk. Sie enthält die Quintessenz der ganzen jüdischen Geschichte. In Leiden hat sich das jüdische Volk meist großartig bewährt. Allein Glück hat es noch selten ertragen. "So oft es fett wurde, wurde es feist und vom Fett überwuchert", eigentlich: "bedeckt". כשית scheint Pual zu sein, wie כסו הרים צלה (Ps. 80, 11) Berge wurden von seinem Schatten bedeckt. כסו פניו חרולים (Prov. 24, 31) seine Fläche war mit Dornen bedeckt. Es würde dann allerdings das Dagesch im ש fehlen, wofür sich jedoch Beispiele finden יוקשים בני אדם (Pred. 9, 12), לב הותל הטהו (Jes. 44, 19). Oder כשה hat die intransitive Bedeutung: bedeckt werden wie כסה die aktive, bedecken. Der Sinn ist: je mehr markiger, fetter Nahrungsstoff dem Körper zugeführt wird, umsomehr sollte er den Überfluss an Stoff in Kraft und Arbeit umsetzen, um so erhöhter sollte seine Tätigkeit und Leistung sein. Dann beherrscht er die Fülle und bleibt körperlich und geistig gesund und hat durch die größere Leistung einen größeren sittlichen Wert. Unterlässt er dieses aber, so lagert sich der unverbrauchte Nahrungsstoff in seinem Körper ab, er wird korpulent, feist, und statt die Fülle zu beherrschen, wird er, sein eigentliches geistiges, tätiges Selbst, von dem Fett übermannt und geht darin unter. Das ist Israels Geschichte. Es hat Fülle und Überfluss nicht zu erhöhten geistigen und sittlichen Leistungen, nicht zu vollerer Lösung seiner Aufgabe benutzt; seine sittliche Vervollkommnung hat nicht mit seiner glücklicheren äußeren Lage Schritt gehalten; es hat es nicht verstanden, Herr seines Reichtums und seines Glücks zu bleiben, hat sie nicht in sittliche Pflichterrungenschaften umzusetzen gewusst, es hat sich von Reichtum und Glück übermannen und sein besseres, geistiges, sittliches Selbst darin untergehen lassen. —
Rav Hirsch
In תנ׳׳ך erscheint der Vogel vorzugsweise als Bild eines flüchtigen, von Gefahr bedrohten, von Not ergriffenen, wehrlosen Daseins. כצפור לנוד ,כצפור נודדת מן קנה כעוף נודד ist Jesaias 16, 2 und Prov. 27, 8. u. 26, 2 das Bild der unsteten Flüchtigkeit. כצפור מיד יקוש ,וכצפרים האחוזות בפח ,צוד צדוני כצפור ist Klagel. 3, 52; Pred. 9, 12 und Prov. 6, 5 Ausdruck für ein unablässig bedrohtes oder bereits von Not ergriffenes Dasein. Für alles Geflügel, כל בעל כנף sind (Prov. 1, 17 u. 18) Netze ausgespannt und lauern auf ihr דם und כצפור בודד על גג .נפש, vereinsamt wie der Vogel auf dem Dache ist Ps. 102, 8 der Unglückliche, und ist אהגה כיונה Jes. 38, 14; Jirmija 48, 27, Nachum 2, 8 und Jes. 59, 11 usw. speziell die Taube ein Bild klagenden, wimmernden Leidens. Wir glauben darum nicht fehl zu gehen, wenn wir auch im Opfer den Vogel als Ausdruck eines prekären, leidenden, unglücklichen Zustandes, oder besser einer in prekären, leidenden, unglücklichen Zuständen sich befindenden Persönlichkeit begreifen. Daß in קרבן עולה ויורד das Vogelopfer das Opfer der Armen ist und sonst direkt vorgeschriebene Vogelopfer sich nur bei leidenden Körperzuständen, זב וזבה ויולרת finden, kann dieser Auffassung nur zur Stütze dienen. Es begriffe sich ebenso, warum Vögel nicht zu שלמים dienen. Ist doch der שלמים-Begriff, der Begriff des ungekürzten, ungetrübten, glücklichen Zustandes, eben das Gegenteil desjenigen, der im Vogelopfer zum Ausdruck kommt. Auch zum קרבן צבור sind sie untauglich. Die nationale Gesamtheit als solche, insbesondere die Nation, wie sie im jüdischen Gesetzesheiligtum zum Ausdruck kommt, kennt, nach dem Ausdruck der Weisen, keinen Tod und keine Armut, אין צבור מת ואין צבור עני, die Nation im Galut hat eben kein מקדש mehr. Übereinstimmend mit dem Leidenscharakter des Vogelopfers fällt dabei auch das Erfordernis der Männlichkeit des Geschlechtes und der völligen Unverletztheit des Körpers, זכרות ותמות, weg, und erklärt sich auch der Wegfall der סמיכה, die überhaupt zunächst nur bei Opfern stattfindet, die vorzugsweise dem Begriff der Tatenweihe angehören und daher schon bei בכור מעשר ופסח fehlt, um so weniger daher bei Opfern ihre Stelle findet, die vielmehr den Menschen im Zustande leidender Schwäche vergegenwärtigen.
Ben Yehoyada
“One said: Bring my mother’s head to cook fish with it.” According to the order of names in the Talmud it seems that the first speaker, who said this about cooking fish, was Manasseh. It seems to me, with Heaven’s help, that he said this because his mazal saw that he would ultimately repent and be rectified. People are compared to fish in Ecclesiastes. He said that the merit of his father would protect him so that the fish, meaning the wicked, would be cooked and rectified in the fire of Torah. But Rabshakeh spoke something terribly evil, offering sacrifice to idolatry, and therefore when he struck him he immediately died through a fall from heaven, for he surely did not strike him with lethal force, but heaven caused it for his benefit. Hence he is called Rabshakeh, the letters of which form “in falsehood,” to which he clung. And when he carried them on his shoulders, he certainly did not demean royal honor publicly but did so privately for the sake of Heaven to endear Torah to those children by seeing a king carry them to learn Torah.