Kommentar zu Dewarim 15:8
כִּֽי־פָתֹ֧חַ תִּפְתַּ֛ח אֶת־יָדְךָ֖ ל֑וֹ וְהַעֲבֵט֙ תַּעֲבִיטֶ֔נּוּ דֵּ֚י מַחְסֹר֔וֹ אֲשֶׁ֥ר יֶחְסַ֖ר לֽוֹ׃
aber du sollst ihm mit Sicherheit deine Hand öffnen und ihm mit Sicherheit genug für sein Bedürfnis in dem leihen, was er will.
Rashi on Deuteronomy
פתח תפתח [BUT] THOU SHALT SURELY OPEN [THINE HAND] — even many times (Sifrei Devarim 116:13).
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Or HaChaim on Deuteronomy
כי פתח תפתח, "for you shall surely open, etc." What made Moses think that such a reason would open the hearts of insensitive people? Perhaps Moses referred to something we read in Proverbs 11,24 that "one man gives generously and winds up with more;" being charitable does not diminish one's wealth but increases it. When the Israelite "opens his hand," G'd "opens the gates of heavenly bounty for him." This is why Moses said כי פתח "in order that G'd will open His hidden treasures, etc." He continues with והעבט תעביטנו, "you shall lend him whatever he lacks, etc." The Torah means that when you open your hand for the poor all you are doing is giving him a loan seeing that G'd will repay you with interest. This is certainly sufficient reason for Moses telling you to open your hand again and again.
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Rashbam on Deuteronomy
כי פתוח תפתח את ידך, but
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Rabbeinu Bahya
כי פתוח תפתח את ידך, “you shall keep on opening your hand for him,” even a hundred times (Sifri Re'ey 116).
והעבט תעביטנו If he does not want to accept handouts, give to him in the form of a loan so as to preserve his self respect.
די מחסורו, “enough to cover his requirements.” You are not obligated to make him rich.
אשר יחסר לו, “in accordance with what he lacks.” Even if he needs a horse to ride on or a servant to run in front of him (to maintain his standard of living).
לו, even if you have to get him a wife (based on the wife of Adam being described as אעשה לו עזר כנגדו in Genesis 2,18.)
והעבט תעביטנו If he does not want to accept handouts, give to him in the form of a loan so as to preserve his self respect.
די מחסורו, “enough to cover his requirements.” You are not obligated to make him rich.
אשר יחסר לו, “in accordance with what he lacks.” Even if he needs a horse to ride on or a servant to run in front of him (to maintain his standard of living).
לו, even if you have to get him a wife (based on the wife of Adam being described as אעשה לו עזר כנגדו in Genesis 2,18.)
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Siftei Chakhamim
This refers to a wife, etc. In other words, you must provide him with a wife.
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Rav Hirsch on Torah
V. 8. כי פתח תפתח. Alle die Gebote der Wohltätigkeit werden hier in dieser erweiternden Form ausgesprochen: נתון תתן ,העבט תעביטנו ,פתח תפתח, und zwar läge, nach Baba Mezia 31 a u. b, die Unbeschränkteit der Wiederholung אפי׳ מאה פעמים schon in der aoristischen Form des Infinitivs נתון ,העבט ,פתוח, und die Beifügung des tempus finitum erweitert die Verpflichtung auch in anderer Beziehung, z. B. פתוח תפתח אין לי אלא לעניי עירך לעניי עיר אחרת מנין ת׳׳ל פתוח תפתח מכל מקום נתן תתן אין לי אלא מתנה מרובה מתנה מועטת מנין ת׳׳ל נתן תתן מכל מקום. Es wird also die mit נתון תתן ,פתוח תפתח ausgesprochene Verpflichtung nicht nur für jede wiederholte Gelegenheit, אפי׳ מאה פעמים, erweitert, was schon in der infinitiven Form des Ausspruchs liegen würde, sondern auch auf auswärtige Notleidende ausgedehnt, und nicht nur von dem zu großen Gaben fähigen Begüterten, sondern in gleicher Weise auch von dem Minderbemittelten die Erfüllung dieser Pflicht, sei es auch mit einer ihm möglichen kleinsten Gabe erwartet. Auf dem Gebiete dieser Pflicht wiegt das Kleinste dem Größten gleich, wenn die Kräfte nicht zu Größerem reichen. (Wenn hier עניי עיר אחרת ihre Andeutung in dem פתח תפתח :רבוי finden, während dieselben doch wie עניי עירך in בשעריב ebenso in בארצך nach dem ספרי bereits ausgesprochen liegen, so dürfte im Sinne des257 י׳׳ד) טור; siehe ב׳׳ח daselbst) für עניי עיר אחרת eine zwiefache Erweiterung Bedürfnis sein, für עניי עיר אחרת in ihrer Heimat, und für dieselben, wenn sie sich zeitweilig in unserem Orte befinden). Nach dem ספרי brächte der רבוי auch eine Erweiterung in der Erfüllungsart der Pflicht, dass sie sich nach dem individuellen Bedürfnis des Hilfsbedürftigen zu richten habe: פתוח תפתח נתון תתן למה נאמר כולם מגיד הכתוב הראוי ליתן לו פת נותנים לו פת הראוי ליתן לו עיסה נותנים לו עיסה הראוי ליתן לו מעה נותנים לו מעה הראוי להאכיל בתוך פיו מאכילים אותו בתוך פיו.
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Chizkuni
העבט תעביטנו, “take his security pawn as a guarantee that he will repay you the loan.”
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Rashi on Deuteronomy
כי פתח תפתח BUT THOU SHALT SURELY OPEN [THINE HAND] — Here, you see, the word כי has the meaning of “but” (whilst e.g.. in v. 7 it means “if”, in v. 10 “because”).
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Rav Hirsch on Torah
והעבט תעביטנו, oder je nach Umständen sollst du ihn mit Darlehen unterstützen, und wird (Schabbat 63 a) die Unterstützung mit Darlehen als die noch höhere Wohltätigkeit begriffen, weil sie den damit Unterstützten in seiner Erwerbstätigkeit erhält und im Moment des Empfangens sich weniger erniedrigt fühlen lässt. גדול המלוה יותר מן העושה צדקה, und wird dort hinzugefügt: ומטיל לכס יותר מכולן, wenn der Begüterte, um den Unbemittelten in seinem Erwerbe zu unterstützen, ihm eine Summe in sein Geschäft mit einem Geschäftsanteil einschießt, so übt er damit die höchste Wohltat, weil er den Unterstützten vollkommen sich ebenbürtig und in seiner Erwerbstätigkeit aufrecht erhält und diese Form gar nichts Verletzendes für sein Bewusstsein hat. Ist doch überhaupt die Aufrechthaltung des Nächsten vor Verarmung die höchste Aufgabe des Wohltuns, die bereits Wajikra 25, 35 zur Pflicht gemacht ist (siehe daselbst). — Gleichzeitig wird mit העבט תעביטנו an die Hand gegeben, wenn der Hilfsbedürftige ein Geschenk zu empfangen sich scheut, es ihm unter der Form eines Darlehens zu schenken. אין לו ואינו רוצה להתפרנס תן לו דרך הלואה (B. M. 31 b).
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Rashi on Deuteronomy
והעבט תעביטנו AND THOU SHALT LEND HIM ON PLEDGE — If he does not want a gift, give it to him as a loan (cf. Sifrei Devarim 116:14; Ketubot 67b).
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Rav Hirsch on Torah
די מחסרו in diesen beiden Worten gipfelt die Größe der jüdischen Verpflichtung zur Wohltätigkeit. Dem Mangel des Armen soll durch uns vollkommen abgeholfen werden. אי אתה מצווה להעשירו, du bist nicht verpflichtet, ihn reich zu machen (ספרי), allein, was ihm "fehlt" soll ihm geschafft werden, und zwar: אשר יחסר לו mit Rücksicht auf seine individuelle Lage und etwa aus früheren besseren Verhältnissen unentbehrlich gewordene Lebensgewöhnungen, אפילו סוס לרכוב עליו עבד לרוץ לפניו (Ketubot 67 b; siehe daselbst).
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Rashi on Deuteronomy
די מחסרו [LEND HIM ON PLEDGE] SUFFICIENT FOR HIS NEED — but you are not commanded to make him rich.
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Rav Hirsch on Torah
Das נתון תתן ,פתוח תפתח und די מחסורו, und andererseits die Warnung לא תאמץ את לבבך ולא תקפץ את ידך מאחיך האביון hat alle die Wunder der jüdischen Wohltätigkeit erzeugt, die bis auf den heutigen Tag die allzerstreuten Söhne des Hauses Jakob zu einem großen Wohltätigkeitsvereine über die weite Erde hin stillschweigend konstituiert und jedes hilfsbedürftige Elend jüdische Hütten und jüdische Herzen zuerst aufsuchen lässt. Die Pflicht, den Bedürfnissen der Armen nach allen Seiten hin, די מחסורו gerecht zu werden, hat einerseits die Notwendigkeit ergeben, die Sorge für die Armenpflege zur Sache eines jeden jüdischen Gemeinwesens zu machen, das für deren Zwecke die Kräfte seiner Glieder diktatorisch in Anspruch zu nehmen berechtigt ist — ממשכנין על הצדקה (B. B. 8 b) — andererseits aber damit keineswegs die Lösung dieser Aufgabe erschöpft sein lassen, sondern der Privatwohltätigkeit und der Wirksamkeit freiwilliger Wohltätigkeitsvereine einen Kreis nie ermüdenden edelsten Wohltuns eröffnet. Die Aufgabe der jüdischen Zedakapflicht ist eine so ernste und so große, dass nur ein Zusammenwirken dieser drei Faktoren — der Gemeinden, der Vereine und der Privaten — ihrer Erfüllung nahe kommen kann, ja, כל הנופל אינו נופל לידי גבאי תחלה, jeder Verarmende fällt nicht gleich der öffentlichen Armenkasse anheim, heißt es schon Nedarim 65 b; die nächsten Angehörigen haben sich überall zunächst ihrer Hilfsbedürftigen anzunehmen, und nur subsidiarisch, wo diese nicht reichen, hat das Gemeinwesen ergänzend einzutreten, und bleibt ja namentlich die verschämte Not und das überall individuell sich gestaltende Bedürfnis edelstes Augenmerk privater Wohltätigkeit. Ebenso aber gibt es Zwecke, denen nur die Gemeindefürsorge gerecht zu werden vermag. So namentlich z. B. die Sorge für den Jugendunterricht der Unbemittelten, und ist dies von je also von den jüdischen Gemeinden begriffen worden, dass man sogar — irrtümlich — sich gewöhnt hat, den Titel: תלמוד תורה unter den Obliegenheiten eines jüdischen Gemeinwesens nur von der Fürsorge für den Unterricht der Kinder der Armen zu verstehen.
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Rashi on Deuteronomy
אשר יחסר לו [SUFFICIENT FOR HIS NEED] IN THAT WHICH HE LACKETH — This implies: you must provide him even with a horse to ride on and a slave to run before him (if he was accustomed to such and now feels the lack of them) (Sifrei Devarim 116:16; Ketubot 67b).
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Rav Hirsch on Torah
Zwei Momente sind es aber ganz besonders, denen der jüdische Wohltätigkeitssinn seine Pflege und seine heilbringende Betätigung verdankt. Der jüdische Gedanke schaut die Aufgabe des Wohltuns als צדקה, als Pflicht in eminentestem Sinne an (siehe Bereschit S. 227). Wer dem Armen nicht nach Kräften hilft, versündigt sich und trägt eine schwere Schuld vor Gott. והיה בך חטא heißt es von ihm im folgenden Verse. Damit ist aber das Wohltun der Gewähr leistenden Sphäre eines bald mehr bald minder regen, von Stimmungen bedingten Mitleids entrückt und dem Bereiche gemessensten Pflichtgebots überwiesen und zugleich dem Empfangen der Wohltat das drückende Gefühl der Erniedrigung genommen. Der jüdische Arme empfängt kein "Almosen" (Eleemosyne: Barmherzigkeitsspende). Und es hat die tiefe Einsicht unserer "Weisen", anknüpfend an das מעשר עני-Gesetz, den Umfang dieser Zedakapflicht in einem Zehnten normiert, der zuerst von jedem neugewonnenen Kapital und sodann von dem jährlichen Verdienste für die Zwecke der Wohltätigkeit ausgeschieden wird, wodurch jeder Jude sich als Verwalter einer unter seinen Händen beruhenden, Gott heiligen kleineren oder größeren Wohltätigkeitskasse zu begreifen hat, der sich freuen muss, wenn er Gelegenheit findet, das ihm schon nicht mehr Gehörende, vielmehr nur zur zweckmäßigen Verwendung Anvertraute, einem guten Zwecke zuzuwenden.
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Rashi on Deuteronomy
לו — implies that you must help him even to get a wife; for so it states. אעשה לו עזר כנגדו “I will make a helpmate for him (לו)” (Sifrei Devarim 116:17; Ketubot 67b).
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