Kommentar zu Dewarim 23:15
כִּי֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהֶ֜יךָ מִתְהַלֵּ֣ךְ ׀ בְּקֶ֣רֶב מַחֲנֶ֗ךָ לְהַצִּֽילְךָ֙ וְלָתֵ֤ת אֹיְבֶ֙יךָ֙ לְפָנֶ֔יךָ וְהָיָ֥ה מַחֲנֶ֖יךָ קָד֑וֹשׁ וְלֹֽא־יִרְאֶ֤ה בְךָ֙ עֶרְוַ֣ת דָּבָ֔ר וְשָׁ֖ב מֵאַחֲרֶֽיךָ׃ (ס)
Denn der HERR, dein Gott, wandelt inmitten deines Lagers, um dich zu retten und deine Feinde vor dir aufzugeben; darum soll dein Lager heilig sein; dass er nichts Ungewöhnliches in dir sieht und sich von dir abwendet.
Rashi on Deuteronomy
ולא יראה בך THAT HE SEE NOT IN THEE — that the Holy One, blessed be He see not in thee ערות דבר A NAKEDNESS OF ANYTHING.
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Sforno on Deuteronomy
והיה מחניך קדוש, both free of ritual impurities as well as from repulsive things, even though not ritually impure.
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Rashbam on Deuteronomy
מתהלך, for also the Holy Ark containing a copy of the Torah went out to war with the army, as is written: וכלי הקודש וחצוצרות התרועה בידו, ”with the holy vessels and the trumpets in his hand (Numbers 31,6) [Pinchas accompanying the 12.000 men on the punitive expedition against Midian. Ed.]
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Siftei Chakhamim
[Let] the Holy One, Blessed Is He [not see] disgraceful objects. [He] Who is mentioned at the beginning of the verse. Because otherwise, [i.e., if the verse meant, “Disgraceful objects should not be seen with you”], לא יראה should have had a tzeirei under the יו"ד.
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Rav Hirsch on Torah
V. 15. כי ד׳ אלהיך וגו׳: Dein Sieg ist durch die Gottesgegenwart in deiner Mitte bedingt, also, dass dein Sieg einen Sieg des Gottesreichs auf Erden bedeutet; und diese Gottesgegenwart in deinem Lager ist nicht in erster Linie durch deine Tapferkeit nach außen, sondern durch deine zu allererst gegen dich selbst gerichtete Tapferkeit bedingt, dass du dich selber überwachest und "dich vor jedem sittlich Schlechten hütest", also dass alles nackte Tierische des Menschen und alles daran Erinnernde aus deiner Umgebung, deinem Erscheinen, deinem Tun und Reden, deinem Denken und Fühlen zurücktrete; denn Gott schreitet deinem Lager nicht voran, sondern מתהלך בקרב מחנך, wandelt im Innern deines Lagers mit jedem einzelnen deines Kreises (siehe Sota 3 b), darum sei dieser Kreis ein sittlich heiliger, lasse nirgend in deinem ganzen äußeren und inneren Wesen ערות דבר: "eine Blöße, in welcher Beziehung auch immer" erblicken; denn nur um diesen Preis ist Gott dein Gott und wandelt mit dir und begleitet dich und zieht sich nirgend zurück, dich zu begleiten. מאחריך: du musst voran gehen, und wenn der Weg, den du gehst, der rechte ist, dann begleitet dich Gott.
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Chizkuni
מתהלך בקרב מחנך, “Who walks in the midst of your camp;” the reference is to the Holy Ark which Moses had made in order for the people to have such an Ark to take with them when going out to war. (Rashi on Deut. 10,1)i
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Sforno on Deuteronomy
ולא יראה בך ערות דבר, a description of Jewishly unfit offspring or some other impediment to G’d’s Shechinah resting over the Jewish people, as our sages (Kidushin 70) said: “the Shechinah rests only over the ancestrally pure Jewish families.” They added that anyone who can trace his ancestry to King David, (folio 76) by his ancestor having been a soldier in his army, is acceptable without question.
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Rav Hirsch on Torah
מחניך, Plural, wohl um damit das, was hier zunächst für ein Kriegslager ausgesprochen ist, in seiner Geltung für alle Kreise zu erweitern, in welchen wir uns zeitweilig oder bleibend aufhalten. Alle sollen sie das Gepräge reiner menschlichen Sittlichkeit tragen. Alle unsere Lebensräume, nicht nur unsere Gottes- und Lehrhäuser, sollen durch Gedanken an die aus der Gotteslehre zu schöpfende Erkenntnis unserer Lebensaufgaben, welche uns überall und immer erfüllen sollen, nicht weihelos sein; verwiesen aus ihnen alles an den tierähnlichen Anteil der menschlichen Leiblichkeit Erinnernde — צואה בהרחקה במחיצה ,בכסוי — verhüllt jede "Blöße" am menschlichen Körper — ערוה בכל יראה — auf dass wir uns ungehindert der Geistesrichtung auf Gott und die Lehre seines Gesetzes hingeben können (והיה מחניך קדוש מקום חניתך תהא בקדושה וטעמא משום דישראל מהרהרין תמיד בד׳׳ת Raschi Schabbat 150 a); denn das ungetrübte Bewusstsein von der geschiedenen persönlichen Wesenheit und sittlich freien Hoheit unseres durch den Gotteshauch mit unserem physisch gebundenen Leibe zeitlich vermählten Geistes, es bildet die allererste unerlässliche Basis unserer von Gott gewiesenen Lebensaufgabe, mit ihr steht und fällt alle Sittlichkeit und jeder Gedanke eines Pflichtlebens. Wie daher die טומאה- und טהרה-Gesetzgebung jeden Wahngedanken an tierische Gebundenheit aus den unserer sittlichen Erhebung und Heiligung des Lebens geweihten Kreisen des מקדש וקדשיו symbolisch verweist, so bannt dieses קדוש מחנה-Gesetz jede konkrete Erscheinung tierischer Leiblichkeit aus dem Gott und unserer Pflicht zugewandten Kreise unseres Denkens und Strebens vor ihm, auf dass wir uns der höheren Dignität unseres Gott verwandten und von Ihm mit göttlicher Freiheit ausgestatteten geistigen Wesens bewusst bleiben und keiner materialistischen Wahnvorstellung Raum geben, in welcher alle Sittlichkeit und jedes Pflichtleben zu Grabe geht. Daher denn die Sätze: בכל מקום ת׳׳ח אסור לו לעמוד במקום — ,מותר להרהר בדברי תורה חוץ מבית המרחץ ומבית הכסא הטנופת לפי שאי אפשר לו לעמוד בלא הרהור תורה, und alle die Bestimmungen über הרחקה מצואה ומי רגלים und ערוה-Verhüllung בזמן ק׳׳ש ותפלה והרהור בד׳׳ת; daher die צניעות-Gesetze בעשיית צרכיו und נטילת ידים אחריהם usw. (Berachot 22 b ff.). Alles Bestimmungen und jüdische Lebensgewöhnungen, die immer die Grundwahrheit von der Doppelnatur des Menschenwesens dem jüdischen Bewusstsein präsent halten sollen, und deren hohe Bedeutsamkeit nie lebhafter zu würdigen sein dürfte, als so oft der Jude seine die sittliche Freiheit präzisierende Lebensbestimmung inmitten einer von Jahrhundert zu Jahrhundert wiederkehrenden materialistischen Verkümmerung alles sittlichen Menschenadels unbeirrt durchzutragen berufen sein mochte. —
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Sforno on Deuteronomy
מאחריך, if you were to turn your rear to Him by ignoring these laws and thus insulting Him.
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Rav Hirsch on Torah
Vergleiche Bereschit S. 61. 66 u. 67.
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Rav Hirsch on Torah
An unsere Sätze: ונשמרת מכל דבר רע וגו׳ (Verse 10 u. 11), mit welchen wir zur steten nach innen gerichteten Aufmerksamkeit auf uns selbst und zur Bewahrung unserer Züchtigkeit selbst in Gedanken geladen sind, knüpft Rabbi Pinchas ben Jair, der Mann, den seine Zeitgenossen selbst des unverwelklichen Kranzes höchsten Sittenadels würdigten, einen inhaltsreichen Ausspruch: ת׳׳ר ונשמרת מכל דבר רע שלא יהרהר אדם ביום ויבא לידי טומאה בלילה מכאן אמר ר׳ פנחס בן יאיר תורה מביאה לידי זהירות, זהירות מביאה לידי זריזות זריזות מביאה לידי נקיות נקיות מביאה לידי פרישות פרישות מביאה לידי טהרה טהרה מביאה לידי קדושה קדושה מביאה לידי ענוה ענוה מביאה לידי יראת חטא יראת חטא מביאה לידי חסידות חסידות מביאה לידי רוח הקדש רוח הקדש מביאה לידי תחיית המתים וחסידות גדולה מכולן שנאמר אז דברת בחזון לחסידך (תהלים פט, כ׳) ופליגא דרבי יהושע בן לוי דאמר ר׳ יהושע בן לוי ענוה גדולה מכולן שנאמר (ישעי׳ ס׳׳א, א׳) רוח ד׳ אלקי׳ עלי יען משח ד׳ אותי לבשר ענוים חסידים לא נאמר אלא ענוים הא למדת שענוה גדולה מכולן (Aboda Sara 20 b, nach der Lesart des ריף). Das Lernen des Gesetzes bringt zur Achtsamkeit, Achtsamkeit zur sittlichen Rüstigkeit, Rüstigkeit zur äußeren Reinheit, äußere Reinheit zur Enthaltsamkeit, Enthaltsamkeit zur inneren Reinheit, innere Reinheit zur Heiligkeit, Heiligkeit zur Demut, Demut zur Sündenfurcht, Sündenfurcht zur Liebeshingebung, Liebeshingebung zum heiligen Geist, heiliger Geist zur Wiederauferstehung, und ringen Liebeshingebung (חסידות) und Demut (ענוה) um die Palme. Nach Psalm 89, 20, wo die Prophetie dem חסיד, dem Manne selbstopfernder Liebestat prädiziert wird, wäre חסידות das höchste, nach Jesaias 61, 1, wo alle Heileszukunft den ענוים, den Menschen selbstloser Demut verheißen ist, wäre ענוה das höchste. Diese Stufenleiter sittlicher Vervollkommung, deren erste Sprosse aus der geistigen Beschäftigung mit der göttlichen Gesetzeslehre hinansteigt, wäre der eingehendsten Erwägung nach der ganzen Tiefe und belehrenden Wahrheit ihres Inhalts wert.
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Rav Hirsch on Torah
Wir wollen hier nur wiederholt erinnern, wie eine sich selbst beschränkende, selbst Erlaubtes sich versagende Enthaltsamkeit, worin man gemeinhin das Wesen des חסידות zu erblicken pflegt, die aber in Wahrheit nur dem Begriffe פרישות entspricht, hier nur als eine sehr frühe Vorstufe sittlicher Veredelung erscheint, während der Charakter: Chassid, חסידות, als Blüten- und Fruchtgipfel sittlicher Reife glänzt. Im übrigen dürften die meisten jener Tugenden, welche die Sprossen dieser sittlichen Stufenleiter bilden, zum größten Teile bereits in unserem Texte ihre Andeutung finden. Wir verzeichnen: ויד וגו׳ ויצאת וגו׳ ויתד וגו׳ :זריזות ;ונשמרת וגו׳ :זהירות ;ולא יראה בך וגו׳ :ענוה ויראה חטא ;והיה מחניך קדוש : קדוש ;כי יהיה וגו׳ :טהרה ;וכסית :נקיות כי ה׳ אלקיך מתהלך בקרב מחנך :רוח הקדש.. Wenn diese Charaktertugenden hier nicht in der Stufenfolge jener Fortschrittsleiter erscheinen, so wolle man bedenken, dass es sich hier ja um eine gleichzeitige Betätigung ihrer aller handelt und eben damit ja die Wahrheit sich ankündigt, dass auf dem Wege sittlicher Vollendung keine Vorstufe etwa durch eine spätere höhere erübrigt wird, sie vielmehr alle in ihrem Werte bleiben, ja mit jedem Fortschritte noch in ihrer Bedeutung steigen, und auf höchster Stufe selbst ihre vollendetste Betätigung erreichen. Heißt es doch hier, dass erst ענוה, diese höchste oder zweithöchste Perle im Kranze der Charaktertugenden, zur wahren יראת חטא führe.
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