Commento su Genesi 11:7
הָ֚בָה נֵֽרְדָ֔ה וְנָבְלָ֥ה שָׁ֖ם שְׂפָתָ֑ם אֲשֶׁר֙ לֹ֣א יִשְׁמְע֔וּ אִ֖ישׁ שְׂפַ֥ת רֵעֵֽהוּ׃
Or via discendiamo, e confondiamo ivi la loro favella, in guisa che non intendano l’uno il linguaggio dell’altro.
Rashi on Genesis
הבה נרדה COME, LET US GO DOWN — He took counsel with His Judicial Court because of His exceeding meekness (Sanhedrin 38b)
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Radak on Genesis
הבה, we already explained this expression on verse 3. The entire verse is to be understood as a metaphor, seeing that the Creator does not mingle with the creature He has created. A similar expression in Isaiah 40,14 את מי נועץ ויבינהו, “who did He consult with, who made Him understand?” This is also to be understood metaphorically. G’d did not literally contemplate if there was someone He could consult with. Here too, when speaking to His angels who are His agents, He did not actually consult them.
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Siftei Chakhamim
Measure in kind. [Rashi knows it means this] because if not, why does it say הבה, which means “prepare yourselves” [see Rashi on v. 3]? As regards Hashem, everything is already prepared! (Gur Aryeh)
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Rav Hirsch on Torah
ונבלה וגו׳. Gewöhnlich übersetzt: wir wollen verwirren, von בלל. Allein es gibt keine Aktivform von בלל, die dieser Wortbildung entspräche. Es müßte entweder קל ,ונבלָה oder הפעיל ,ונבֵלָה heißen. Das Wort ist offenbar von נבל, welk werden, und es heißt: wir wollen hinabsteigen, so wird sofort ihre Sprache welk werden, oder welk geworden sein. Es bedarf nicht noch einer besonderen Tätigkeit. Das נבלה der Sprache ist unmittelbar Folge von ירידה. Am Schlusse heißt es allerdings כי שם בלל ה׳ וגו׳ und wird also der Vorgang offenbar mit dem Worte בלל bezeichnet, und aus dieser Bezeichnung hat man diesen Vorgang die "Sprachverwirrung" genannt. Dieser Begriff entspräche schon an sich demjenigen nicht, was man sich gewöhnlich unter diesem Vorgange vorstellt. Es wäre doch eine Trennung der Sprachen, keine Verwirrung gewesen. Verwirrung setzte bereits verschiedene Sprachen vorhanden voraus, die jetzt durcheinander getrieben worden wären. בלל heißt überdies nie verwirren, sondern mischen, und zwar: einen bis jetzt fremden Stoff in einen anderen hineinbringen und beide so vollkommen mischen, dass in jedem Teilchen des Alten etwas von dem Neuen sich befinde, יש בילה ,סולת בלולה בשמן oder אין בילה. Es ist also hier gar keine Spur von Verwirren. —
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Chizkuni
ונבלה, “let us confuse, etc.” the word is closely related to בלולה, “thoroughly mixed.”
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Rashi on Genesis
הבה COME — measure for measure: they had said “Come, let us build“; He meted out to them correspondingly saying. “Come let us go down” (Midrash Tanchuma, Noach 18)
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Radak on Genesis
ונבלה, the letter נ at the beginning of this word may either represent a plural prefix or a sign that the word is in the passive mode.
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Siftei Chakhamim
The letter ה at the end is superfluous. Rashi means that since it is written ונבלה rather than ונבל, we might think it is not plural — rather it is like נָפְלָה, which starts with a נ and is not plural. There, the נ is the first letter of the root, and the ה makes it feminine. The נ is not a plural prefix. And we might say the same for ונבלה. Thus Rashi explains, “The letter ה at the end is superfluous.” In other words, ונבלה is unlike נָפְלָה [where the ה is to make it feminine]. Rather, ונבלה is the same as ונבל, which is [first person] plural. And v. 9 proves that the נ of ונבלה is a plural prefix, for it is written afterward, “Adonoy jumbled (בלל)...” Thus we see that the נ of ונבלה is not the first letter of the root, [because the root is בלל]. Rather, it is a plural prefix. This is preferable to the explanation of Re’m, [who writes that we might think the נ of ונבלה is from the passive verb form נפעל. The Re’m argues that if so,] the verse would be difficult to understand, because it would be saying: “Let us descend and their language will be jumbled.” Their language would not be jumbled due to Hashem’s descending!
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Rav Hirsch on Torah
Verwandt ist בלל mit בלל .פלל ist das konkrete Mischen eines Stoffes in den andern; und zwar mehr als ערב, wo die Teile noch nicht zu einer Einheit werden. Und wie nun aus ערב, sozial, der Bürge, der dritte wird, der zwischen zwei, Auseinanderstehende, in die Mitte tritt und sie durch seine Vermittlung vereinigt, so wird aus פלל, dem verstärkten בלל, noch inniger: der Richter. Der Richter bringt ein außerhalb der Parteien stehendes Moment in ihr streitiges Verhältnis, lässt dieses Moment alle Beziehungen dieses Verhältnisses durchdringen und löst damit den Streit, vereinigt das Auseinander- und Gegeneinanderstehende. Nach gewöhnlicher Ansicht liegen sich die Parteien, "in den Haaren" der Richter "entscheidet", trennt sie, das Recht ist etwas Scheidendes. Nach jüdischem Begriff scheidet das Unrecht, das Recht verbindet. Ebenso ,sich mit allem dem Göttlichen ganz durchdringen ,התפלל So auch .ויעמוד פנחס ויפלל das das Menschliche in allen seinen Fugen gestalten und bilden soll. Der Jude wird im Gebete sein eigener Richter.
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Chizkuni
אשר לא ישמעו איש את שפת רעהו, so that they will not understand one another’s language.” They will forget any tongue other than the one they are in the habit of using. The seventy tongues will remain their collective property, but not everyone will be able to speak all these tongues. No new tongues came into existence at this time.
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Rashi on Genesis
ונבלה means AND LET US CONFOUND The נ is the plural prefix, and the ה at the end is additional to the root as the ה in ונרדה.
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Radak on Genesis
שפתם, in either event it refers to the word שפתם. According to either interpretation the verb remains in the conjugation kal, [not in a transitive conjugation hiphil or piel. Ed] which would require the letter ב to have a dagesh. The meaning of the word is basically the same as the root בלל, to mix, to stir. If the letter נ would refer to the people saying this, i.e. a first person plural mode, then it should have had the vowel cholem instead of kametz. If it had been a hiphil conjugation then the letter ב should have had the vowel tzeyreh.
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Siftei Chakhamim
And splits his brains open. For if they stopped building simply because one could not understand the other, why did they scatter? They could live together despite not understanding one another. It must be that they started fighting. (Gur Aryeh)
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Rav Hirsch on Torah
Ist dies die Bedeutung von כלל, so muss auch hier in die Sprachbildung etwas hineingekommen sein, was bisher nicht auf sie influiert hatte und dies fremde Element machte schon ohne weiteres, dass die Menschen einander nicht mehr verstanden. Die Wirkung des Eintritts dieses bis dahin der Sprachbildung fremden Elementes wird hier zunächst נבל genannt. Wie בלל der Anfang von פלל ist, so נבל der Anfang von נפל. Was später den Fall bewirkt, bewirkt im ersten Stadium das Welken. Die Blume wird welk, sobald sie anfängt von dem Quell ihres Gedeihens getrennt zu werden. Sobald die die Verbindung zwischen dem Born des Lebens und der Blüte bildenden Kanäle sich zusammenziehen, wird sie welk, und wenn die Verbindung ganz aufgehoben ist, so fällt sie ab. Also hier: so wie Gott hinabsteigt, sollen die Sprachen losgelöst werden von dem Quell, von welchem sie bisher ihre Gestaltung erhalten.
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Rashi on Genesis
ולא ישמעו — THEY MAY NOT UNDERSTAND — One asks for a brick and the other brings him lime: the former therefore attacks him and splits open his brains.
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Radak on Genesis
אשר לא ישמעו, that they will not understand. The root שמע is used here as “hearing” with one’s heart, as distinct from hearing with one’s ears. We encounter a parallel use of the root שמע in that sense in Deuteronomy 28,49 אשר לא תשמעו, “if you fail to heed, etc.” Words that come forth from the mouth are described as שפה or לשון, “language.”
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Rav Hirsch on Torah
Welche Elemente gestalten eine Sprache? Es gibt deren zwei; es gibt eine objektive und eine subjektive Sprachbildung, kann sie wenigstens geben. Wir können uns denken, dass eine Sprache, also die Bezeichnung der Dinge und ihrer Beziehungen nach dem gebildet werde, was die Dinge an sich und in ihren Beziehungen zur Welt sind, also objektiv, oder subjektiv: nach den besonderen Anschauungen, die ein Volk von den Dingen und ihren Beziehungen hat. So lange es nur noch eine Sprache gab, war die Sprache objektiv, sie war nichts als eine Bezeichnung dessen, was die Dinge sind und sein sollen. Bei dem großen jetzt herrschenden Sprachreichtum werden wir doch in verschiedenen Sprachen nur selten Worte finden, die von derselben Anschauung der Sache aus gebildet sind, z. B. der eben betrachtete Richter, deutsch: der den Dingen die Richtung gibt, wonach sie sich richten sollen, er entscheidet, bringt auseinander. Der Jude nennt den Richter den Vereiniger; ihm ist Gericht משפט: das Schaffen der harmonischen Ordnung (שפת ,שפד ,שפט), die jeden in die ihm gebührende Stellung im Zusammenhang mit dem andern einsetzt. — Deutsch ist vielleicht das "Schlichte", das Einfache, nicht Verschlagene, nicht Krumme "schlecht" demgemäß müsste bei einem solchen Volke jeder, der nicht schlecht sein will, nicht "schlicht" sein dürfen, und List wäre das Exzellierende; jüdisch wäre dem gegenüber ישר das Erstrebenswerteste. — Oder z. B. Tugend, Religion. Kein heutiges Buch, keine heutige Predigt ohne "Tugend" und "Religion". Deutsch wäre Tugend, also das anzustrebende höchste Sittliche, von "taugen", ein Nützlichkeitsbegriff; in den romanischen Sprachen: "Männlichkeit". Ein "tüchtiger Mann" ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu werden, stellte die allgemeine Phrase als Ziel unserer Jugend auf; in den romanischen Sprachen: die Männlichkeit und Tapferkeit. Wir im Hebräischen haben gar kein Wort dafür, unser Höchstes ist מצוה, wir haben nur einzelne Tugenden, הסד ,משפט usw. — Ebenso Religion. Die europäische Sprachwelt scheint nicht bestehen zu können ohne "Religion"; wir, das Religionsvolk par excellence, haben gar keinen Begriff dafür. Sobald etwas ein besonderes Verhältnis in unserem Leben bezeichnen soll, grenzt es eben diese Seite von allen übrigen ab; es gibt dann auch Seiten, die nicht dazu gehören, es hat ein abgegrenztes Gebiet. In einem Kreise daher, wo alles zur Religion gehört, von der Geburt bis über den Tod hinaus, da tritt dieser Begriff gar nicht vor die Seele, indem er eben alles durchdringt und nichts ausschließt. Religion, wenn von religare "binden" leugnete sogar die jüdische Anschauung, die Beziehung zu Gott macht uns frei, חרות על הלוחות. — Oder der Begriff des "Seins": Es gibt Völker, wo der Begriff des Essens und Seins zusammenfällt, wo der nur ist, der isst; einem anderen Volke ist Sein nur ein höherer Ausdruck des "Denkens", sowie "leben" ein höherer Ausdruck des "Seins" (הגה ,הי, Diese beiden Völker würden sicherlich die Dinge mit ganz verschiedenen Augen .(חיה betrachten, was dem einen gut, wäre vielleicht dem andern schlecht, worin der eine eine Bedingung des Daseins erblickte, wäre dem andern vielleicht eine Verflüchtigung desselben. — Oder im sozialen Leben. Die eine Sprache hat den Begriff "Volk", kann sich somit den Begriff Volk gar nicht anders denken als unter der Voraussetzung eines, dem es zu folgen habe, hier wäre somit ein erniedrigender Begriff der Unselbständigkeit; eine andere Sprache, wie z. B. die romanischen, erblickte im Volke nur die alles verzehrende Masse, "populus"; eine dritte, wie die Hebräische, kennt das Volk nur als עם , Vereinigung aller Gleichen, und nach außen als גוי, eine geschlossene Einheit. — Die eine erblickte im Herrn nur den Überragenden, Herrschenden; die andere in ihm gerade (אָדָן) die alles tragende und stützende Basis, אלופינו מסובלים unsere Führer sind die am meisten Belasteten) usw. Sprächen diese Völker auch eine und dieselbe Sprache, sie würden mit demselben Worte das Entgegengesetzteste bezeichnen. — Wir wollen mit allen diesen, leicht zu vervielfältigenden Beispielen nur klar machen, dass שפה אחת, eine phonetisch und organisch ganz gleiche Sprache bestehen könne und man dennoch durch eine veränderte Anschauung sich gegenseitig nicht mehr zu verstehen brauche, dass somit, auch ohne organisch verändernde äußere Einflüsse, schon von innen heraus, durch eine Veränderung in dem sprachbildlichen Geist, Sprachspaltungen entstehen können, kurz, dass שפה אחת und doch nicht mehr notwendig דברים אחדים sein dürften.
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Rav Hirsch on Torah
Bis dahin, wurde uns gesagt, war שפה אחת und דברים אחדים, es war nicht nur eine physische und klimatische Gleichheit, eine allgemeine organische Übereinstimmung der Sprache, sondern die Einheit des Geistes, der Richtung und der Anschauung bewahrte auch דברים אחדים: die einheitliche Prägung des Gedankenausdrucks. Eine solche geistige Einheit konnte nur so lange bleiben, als das Wort, das gesprochen wurde, nicht von dem einzelnen gebildet, sondern ihm überliefert war. So lange man über die Dinge in Übereinstimmung, und diese Übereinstimmung durch eine höhere Sanktion gegeben, so lange, mit einem Worte, die Sprache eine objektive und nicht eine subjektive war, so lange hatte die Sprache die sich stets gleich bleibende Eigentümlichkeit und Bestimmung der Dinge und nicht die Anschauung des einzelnen zum Grunde. Eine solche objektiv gegebene Sprache würde vielmehr die Übereinstimmung in der Welt- und Lebensanschauung schaffen und erhalten, in sie wäre alle Weisheit niedergelegt. Rechts- und Sittenlehre, Physik und Metaphysik haben nichts zum Gegenstande, als: was sind die Dinge, und was sollen sie sein, und alles dies wäre in der Sprache niedergelegt. Die Trübung einer solchen Sprache würde keine geringe Umwälzung erzeugen. Denken wir uns z. B. aus unserer Sprache das Wort "haben" hinweg. Die hebräische Sprache hat z. B. den Ausdruck nicht. "Haben" enthält den Begriff des Körperlichen, haften, habere, avere sich nach etwas sehnen, und wenn man es gepackt hat, so "hat" man es. Denken wir uns, dieser ganze Begriff habe gefehlt, es habe der Mensch nur das als das Seinige zu betrachten gehabt, was ihm, wie im Hebräischen, zuständig, לו, war. Denken wir uns, dass demgemäß in dieser Sprache der Begriff des Mein und Dein gar nicht in unserer abgrenzenden Einheitlichkeit vorhanden gewesen, sondern stets nur in der Zusammenhörigkeit des Dinges zu der Persönlichkeit gedacht werden konnte, so würde der erste, der den Begriff des "Haben" hereingebracht, die größte Revolution hervorgerufen haben; er hätte den Rechtsbegriff in einen Faustbegriff umgewandelt. — Oder in den engeren Kreis des Familienlebens, worauf die Weisen einen so bedeutenden Nachdruck legen und, als Adam sein Weib Ischa nannte, dabei bemerken, מכאן שנברא העולם בלשון הקודש. In diesem Worte שיא und אשה lag die Bürgschaft für die Ebenbürtigkeit und die sich gegenseitig ergänzende Bestimmung des Mannes und des Weibes. So lange Mann und Weib איש und אשה waren, brauchte weder der Mann von dem Weibe, noch das Weib von dem Manne emanzipiert zu werden, konnte keiner weder des andern Sklave, noch Gott oder Göttin werden. Der erste, der diese Bezeichnung änderte, wie denn wohl nach der Bemerkung unserer Weisen, keine andere Sprache Mann und Weib mit derselben Sprachwurzel, also mit derselben Gedankenanschauung vergegenwärtigt, hat es dahin gebracht, dass bald der eine sein Weib vor den Pflug spannt, bald der andere sich ihr zu Füßen wirft. — Ebenso, so lange Vater und Mutter אם und אב heißen, dem Kinde als solche vorschweben, und Bruder und Schwester אחות und חא an einen Faden gereiht und miteinander verbunden waren, da brauchte man eigentlich nur die Namen der Dinge zu kennen, und hatte mit ihnen sofort alle soziale Weisheit und Philosophie, während man z. B. bei "Vater" und "Mutter" gar nichts denken kann.
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Rav Hirsch on Torah
War diese שפה אחת die Sprache, in der Gott den ersten Menschen die Dinge und ihre Beziehungen anschauen und denken lehrte, war sie somit auch das Wort, womit Gott dem Menschen gegenüber die Dinge nannte, die also diejenige Anschauung der Dinge enthielt, welche nach Gottes Willen die Weisheit der Menschen begründen sollte, so dürfte es gar nicht unmöglich sein, dass vielleicht ׳קרא בשם ד nichts anderes wäre, als die Menschen belehren über das, was die Dinge sind und sein sollen, nicht nach der subjektiven Anschauung und der Willkür des Menschen, sondern nach der Anschauung und dem Willen Gottes für den Menschen; denn nur wenn wir die Dinge bei dem rechten Namen nennen, ist auch die Wahrheit für uns eine nicht getrübte.
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Rav Hirsch on Torah
Das Element, das nun in diese einheitlich geprägte Sprache eintreten konnte, um sie plötzlich von ihrem alten Quell abzulösen, konnte nichts anderes sein, als das sich opponierend erwachende Bewusstsein des einzelnen, das der Objektivität der bis dahin mit der Sprache gegebenen Anschauung der Dinge gegenüber, die subjektive Willkür geltend machte. Der Versuch der Gesamtheit, durch diesen Bau die Individualität jedes einzelnen zur Null zu machen, die nur Bedeutung gewönne, wenn das Eins der Gesamtheit davor stehe, wurde gebrochen durch das erwachende Bewusstsein des selbständigen Wertes des einzelnen. Es empörte sich das menschliche Selbstgefühl, etwas von dem Gefühle dämmerte auf, das in jedem Menschen, im Nimrod wie im Sklaven, den zur gleichen Willensfreiheit Berufenen ahnen lässt. Es erwachte der Eigensinn, die Subjektivität, der Egoismus, der sich keiner fremden Anschauung, und wäre es selbst die göttlich überlieferte, mehr unterwerfen mochte — Ausschreitungen, die aber in Gottes Hand Mittel der Menschenrettung werden.
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Rav Hirsch on Torah
Wenn die Vereinigung der Gesamtheit ihre Macht so missbraucht, dass sie den ihr anvertrauten Schatz, die einzelnen, die sie berufen ist ׳לקרא בשם ד, nur ihrem Namen, ihrer Herrschaft dienstbar machen will, so steht der einzelne auf und spricht: ich kenne keine Gesamtheit, ich kenne überhaupt nur mich, schüttet damit allerdings das Kind mit dem Bade aus, reißt sich allerdings damit von der Wurzel los, die ihm alle menschliche Weisheit aus dem göttlichen Ursprung derselben tradieren sollte, und wirft sich einer Subjektivität in die Arme, die ihn pfadlos dem Ungefähr zutreibt; allein diese Dezentralisierung ist dann doch die einzige Rettung des Menschlichen im Menschen. Diese Subjektivität, dieses Selbstgefühl, das die Dinge nennt, nicht wie es die zwingende Gesamtheit will, sondern, wie sie ihm erscheinen, dies wäre das neue Element gewesen, אשר בלל ד׳, das Gott in der Anschauung, somit in der Sprache der Menschen zersetzend wach werden ließ. Der eine sagte: wir bleiben bei dem alten Rechte, nur das jedem Zuständige gehört ihm, der andere sprach: ich kenne kein Recht, was ich fasse, was ich habe, ist mein usw. usw. Dieses Wecken der Subjektivität wäre die Wirkung der ירידה, und damit das נבלה schon vollendet gewesen. — Da schon früher steht וירד ד׳ und nun noch einmal נרדה und zwar נרדה als Wunsch, so scheint damit das noch tiefere Hineintreten in das Bewusstsein des Menschen und das Wachwerden des Gedankens gezeichnet zu sein, dass doch über diesem Nimrod es noch einen Höheren gebe. נרדה "ich möchte doch niedersteigen" Es liegt darin, dass עיקר שכינה בתחתונים, dass Gottes Absicht und Ziel ist, sich die Menschen auf Erden nicht entreißen zu lassen, seine Gegenwart einst wieder in ihrer Mitte zu nehmen, und auch nur die leiseste Betätigung dieses Zieles bewirkte das נָבְלָה der Sprache; es nannte fortan der Trotz, der Eigensinn, die Laune usw. ja die Leidenschaft die Dinge, freilich nicht mehr in der einen Weise, wie Gott sie nannte, und so kam es denn, dass einer den andern nicht mehr verstand. Einer nannte dem andern zum Trotz die Dinge anders; denn in der eigenwilligen Anschauung der Dinge, gleichbedeutend mit dem eigenwilligen Nennen der Dinge, zeigt sich die Selbständigkeit; fängt ja auch später im Laufe der Geschichte jede Zentralisation damit an, die Eigentümlichkeit der Sprache zu rauben.
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Rav Hirsch on Torah
Es war also die Zwietracht nicht aus einer Vielheit der Sprache entstanden, sondern umgekehrt, die Zwietracht erzeugte zuerst die Zerklüftung der Sprache, so dass im Anfange die שפה אחת noch geblieben sein konnte und doch: ונבלה שם, ohne klimatische Veränderung, schon vor der Zerstreuung, waren in der שפה אחת die דברים אחדים nicht mehr; dieser Zwiespalt der Anschauungen trieb nachher die Menschen völlig auseinander, wo dann die klimatische Verschiedenheit ihren völlig auch organisch zerklüftenden Einfluß geltend machte.
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