הֲלֹ֣א שְׁ֭אֶלְתֶּם ע֣וֹבְרֵי דָ֑רֶךְ וְ֝אֹתֹתָ֗ם לֹ֣א תְנַכֵּֽרוּ׃
너희가 길 가는 사람들에게 묻지 아니하였느냐 그들의 증거를 알지 못하느냐
Rav Hirsch
Nachdem all dieses Leid über sie ergangen, hätte ich, um sie ferneren Völkermisshandlungen zu entziehen, sie – wie etwa die zehn Stämme – in einen entlegenen Erdwinkel verwiesen, wo sie, auf sich selbst allein beschränkt, der ernsten Besinnung und Rückkehr entgegen reifen mögen, wenn mir nicht vor dem noch größeren Verdruss vom Feinde graute, oder wenn ich damit nicht den Verdruss vom Feinde einernten würde, – בעם אויב wie כעם בניו ובנתיו (V. 19) – פן ינכרו צרימו, ihre Feinde könnten es verkennen, es der Wahrheit entfremden, es als etwas anderes auffassen, als es wirklich ist. So: ואותתם לא תנכרו, wollet ihre Wahrzeichen nicht verkennen, nicht missdeuten (Job. 21, 29), וינכרו את המקום הזה (Jirm. 19, 4.) sie entfremdeten diesen Ort, verkannten seine Bedeutung, oder entzogen ihn seiner Bestimmung. Israel musste in der Mitte einer ihm und seinem Gotte feindlichen, in noch höherem Maße als es irregegangenen und entarteten Menschheit, und damit freilich ihren Misshandlungen ausgesetzt bleiben, wenn nicht das Gegenteil von dem erreicht werden sollte, das mit Israels ganzer geschichtlicher Sendung bezweckt war. Statt ein weltgeschichtlicher Fingerzeig für Gott, den Einen-Einzigen, seinen Willen und sein Walten zu sein, würde Israels Verschwinden aus dem Gedächtnis der Menschen von den Völkern nur als ein Triumph des heidnischen Wahns über die jüdische Wahrheit aufgefasst worden sein, sie hätten in dem über Israel ergangenen Gottesgericht nicht Gottes Gericht, sondern nur den Triumph der eigenen Menschenmacht erblickt. So muss Israel zur Belehrung der Völker dulden und leiden und – bleiben.