וַיֹּ֛אמֶר חֹתֵ֥ן מֹשֶׁ֖ה אֵלָ֑יו לֹא־טוֹב֙ הַדָּבָ֔ר אֲשֶׁ֥ר אַתָּ֖ה עֹשֶֽׂה׃
모세의 장인이 그에게 이르되 그대의 하는 것이 선하지 못하도다
Rav Hirsch
גמל (siehe zu Bereschit Kap. 21, 8.) — נבל ,עם נבל ולא חכם (siehe zu Bereschit 34, 7 und Schmot 18, 17). Im Zusammenhange mit der Frage הלד׳ תגמלו זאת tritt die eigentliche Bedeutung von נבל in voller Prägnanz hervor. Beide bezeichnen ja ursprünglich Beziehungen des Pflanzenlebens, גמל die vollendete Fruchtreife, נבל das fruchtversagende Welken. Alles, was Gott für Israel und an Israel getan, die besonderen Führungen der Geschicke wie die Lehren und Vorschriften seines Gesetzes, alles hatte den einen Zweck, die Saaten des Lichts und des Lebens in Geist und Gemüt des Volkes zu streuen, die in Früchten der Erkenntnis und der Tat im Einzel- und Gesamtleben aufgehen sollten. Das Volk aber ist נבל, ist geistig und sittlich welk geworden. Die mit so vielen Veranstaltungen begonnene Gottespflanzung hat es noch bevor sie zur Blüte aufgehen konnte "welk" werden lassen, und steht es, statt ein mustergültiges Volksleben zu entwickeln, als עם נבל, als ein geistig und sittlich abgewelktes Volk da, ולא חכם, das keineswegs, wie es sich dünkt und wie es in der Mitte der Völker ein עם חכם ונבון (Kap. 4, 6) hätte sein sollen, "weise" ist, nicht, wie ja חכם bedeutet (siehe Schmot Kap. 25) die gegebenen Wahrheiten in sich aufgenommen, aus welchen allein wahre Erkenntnisse und richtige Grundsätze fürs Leben sich ergeben. So auch im עם נבל לשעבר ולא חכם לעתיד לבא :ספרי.
Rav Hirsch
V. 10. אכל :אכל .ואכלת ושבעת וגו׳, verzehren zur Selbstreproduktion; שבע verwandt mit ספה ,שפע ,שבע ,צבה, die alle eine Fülle, ein Genügen ausdrücken. ברך את ה׳ "Gott segnen" heißt: die der sittlich freien Menschentat überantworteten Gotteszwecke fördern, zur Verwirklichung bringen, oder ein solches Tatenleben geloben (siehe Schmot 18, 10). So oft du durch den von Gott gewährten Segen dich gekräftigt und den Anforderungen deines leiblichen Daseins Befriedigung gebracht, sollst du, in dem Bewusstsein, daß du Gott, und Gott allein, als deinem Gotte, jede Wiederherstellung deiner Kraft und jede Befriedigung deines Daseins verdankst, dein ganzes durch Ihn gekräftigtes und gehobenes Wesen Seinem Dienste, der Förderung Seiner Zwecke, der Verwirklichung Seines Willens auf Erden weihen und dieses Weihegelöbnis im ברכה-Wort aussprechen. Es ist dies das Gebot der ברכת המזון, der nach dem Genusse der Brotnahrung zu sprechenden Beracha, durch welche die vermittelst der offenbaren Mannawunderspeisung gewonnene Gewissheit von der speziellsten Gottesfürsorge mitten in den normalen menschengesellschaftlichen Nahrungsverhältnissen gepflegt und festgehalten, und jedes Stückchen Brot so als unmittelbare Gottesspende begriffen wird, wie einst das den in der Wüste Wandernden gespendete Himmelsmanna. Die Berachot 44a rezipierte Halacha bezieht nämlich das Gebot: ׳ואכלת ושבעת וגו auf das im vorhergehenden Verse 9 als Objekt genannte לחם, und nicht auf die dem zuvor genannten Früchte, da Vers 9 mit ארץ ein neuer Satz eingeleitet und das Land als ein solches charakterisiert ist, dessen Bewohner ihr Brot nicht in Beschränkteit, sondern inmitten eines mit allen andern Bedürfnissen versorgten Wohlbehagens genießen. Das eigentliche Objekt bleibt aber לחם, und auf dieses bezieht sich das ׳ואכלת וגו. Demgemäss wäre מן התורה nur nach "Brotgenuss" ברכת המזון geboten und damit wohl die bedeutsame Wahrheit niedergelegt: Nicht, wie man meinen dürfte, das allenfalls an Gütern und Genüssen Entbehrliche verdanken wir Gott, vielmehr nicht einmal das Allernotwendigste, das unser Dasein fristende "Brot" ist in des Menschen Hand gelegt, selbst das Brot, somit die einfachste nackteste Existenz, ist eine unmittelbare Spende der Gottesfürsorge (siehe zu Verse 17 u. 18); es ist allen מוצא פי ה׳, jeder Atemzug hängt an Gottes Mund. – Unter לחם wird nur das aus den fünf Getreidearten חטה ושעורה וכוסמין שבולת שועל ושיפון Weizen, Gerste, Spelt, Hafer, Roggen, bereitete "Brot" verstanden. Diese fünf Getreidearten sind alle unter חטה ושעורה begriffen. – Es gibt jedoch eine Auffassung, nach welcher auch die Beracha nach dem Genusse der V. 8 genannten sieben Früchte דאוריתא wäre (siehe טור א׳׳ח ר׳׳ט und ב׳׳י daselbst).