Hebrajska Biblia
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Komentarz do Powtórzonego Prawa 24:1

כִּֽי־יִקַּ֥ח אִ֛ישׁ אִשָּׁ֖ה וּבְעָלָ֑הּ וְהָיָ֞ה אִם־לֹ֧א תִמְצָא־חֵ֣ן בְּעֵינָ֗יו כִּי־מָ֤צָא בָהּ֙ עֶרְוַ֣ת דָּבָ֔ר וְכָ֨תַב לָ֜הּ סֵ֤פֶר כְּרִיתֻת֙ וְנָתַ֣ן בְּיָדָ֔הּ וְשִׁלְּחָ֖הּ מִבֵּיתֽוֹ׃

Gdy pojmie kto żonę, a stanie się jej małżonkiem, i zdarzy się, że nie znajdzie upodobania w oczach jego, ponieważ znalazł w niej co sprosnego, niech napisze jej list rozwodny, i da w rękę jej, a puści ją z domu swego; 

Rashi on Deuteronomy

כי מצא בה ערות דבר [WHEN A MAN HATH TAKEN A WIFE, AND MARRIED HER, AND IT COMES TO PASS THAT SHE FINDS NO FAVOUR IN HIS EYES.] BECAUSE HE HATH FOUND SOME SCANDALOUS THING IN HER; [THEN LET HIM WRITE A BILL OF DIVORCEMENT … AND SEND HER AWAY …] — it is his duty to divorce her because she should not find favour in his eyes (cf. Gittin 90b).
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Rabbeinu Bahya

כי יקח איש אשה ובעלה, When a man takes (marries) a woman and lives with her;” The Torah speaks of two methods of acquiring the woman; 1) money or equivalent. 2) marital intercourse. Whenever the Torah speaks of כי יקח, the meaning is not that someone simply “takes,” but that he acquires something with money (or equivalent). Examples of the relationship between קיחה and money are already found when Avraham wanted to purchase the cave of Machpelah (Genesis 23,13) נתתי כסף השדה קח ממני, “I have deposited the money for the field, take it from me.” There is yet a third way in which one can acquire a woman, i.e. by means of a document. The Torah alludes to this in the very next verse when a divorce is discussed. Just as a document is required to dissolve the husband-wife relationship, otherwise the woman cannot be remarried, so a marriage may be concluded by means of such a document. The words ויצאה והיתה, “she leaves and she remarries” next to one another are understood as comparing the process of leaving a marriage to that of entering a marriage (compare Kidushin 5). We therefore have three ways in which a woman can be acquired as pointed out at the beginning of Tractate Kidushin.
The exegetical tool known as גזרה שוה, “identical expressions comparing different subject matter” is so strong that it enables the sages to treat as a capital crime violation of a law derived at only by a comparison of such wording. If a girl who has not been betrothed engages in sexual relations she is not sentenced to death by the court. If she had been betrothed only by receiving the equivalent of some money, she is considered as legally married for the purpose of being sentenced to death by stoning for adultery, even though she never lived with her betrothed. This shows that the גזרה שוה is an extremely powerful exegetical tool (compare Maimonides Hilchot Ishut 1,2 and the Talmud Kritut 5,1.) [In the Talmud there it is pointed out that although the subject of פגול, faulty intentions concerning the consumption of sacrifices, is a major part of the Torah, the penalty is arrived at only by means of a גזרה שוה. Ed.] All these ways of acquiring a woman have to be witnessed by two valid witnesses in order to be legal, although if the woman wants out of the marriage she may require a bill of divorce because her status had been in doubt (Maimonides Hilchot Ishut 4,6). [Witnesses to consummation of a marriage mean witnesses who testify that both parties had secreted themselves long enough for such consummation to be capable of having taken place. Ed.]
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Siftei Chakhamim

He is then commanded to divorce her, etc. Since the verse explains that “she did not find favor in his eyes because he found in her something lecherous.” This indicates that “he is then commanded, etc.” And [also], because it states the term והיה which is an expression of certainty, i.e., a command. (Minchas Yehudah). [An alternative explanation]. Because it should have stated, “If he found in her something lecherous, he shall send her from his home.” Why is it written, “Should she not find favor in his eyes, etc.”? This indicates that the verse is teaching that you should not tell him that he can send her away even after a while, because in the meantime she might find favor in his eyes and he will not send her away. Therefore the Torah commands him to send her away [immediately]. [The text is reconstructed as follows: “Should he find in her something lecherous, she must not find favor in his eyes”]. I know what Re”m had written and I do not want to be lengthy (Nachalas Yaakov).
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Rav Hirsch on Torah

Kap. 24. V. 1. Es folgen nun in diesem Kapitel Gesetze, welche die Heiligkeit der Ehen, die staatliche Rücksicht für die Ungestörtheit des häuslichen Glückes des einzelnen und für dessen Erwerbsfähigkeit, die Unantastbarkeit der persönlichen Freiheit, das Aufmerken auf die Gottesmahnungen zur Pflege aller sozialen Tugenden, die Beschränkung des Pfändungsrechts, die Gewissenhaftigkeit gegen Lohnarbeiter, den Rechtsschutz und die Wohltunspflicht gegen Witwen und Waisen und Fremdlinge, den in das Land Ziehenden, teils neu, teils wiederholt und ergänzt, als Pflichten des volkstümlichen Zusammenlebens ans Herz legen, deren Erfüllung ein ganz besonderes Augenmerk eines jeden einzelnen Kreises in der nunmehr eintretenden Vereinzelung sein muss, wenn das Heil im Lande erblühen und sich Israel als das aus dem Jammer ägyptischen Menschendrucks erlöste Gottesvolk bewähren soll.
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Rabbeinu Bahya

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Rav Hirsch on Torah

Verse 1 — 4 enthalten Bestimmungen über das Schließen und Auflösen der Ehen. Offenbar ist das Vers 4 enthaltene Verbot, מחזיר גרושתו לאחר שנישאת, der eigentliche Gegenstand dieser Gesetzesaussprüche, welchem die Ehe schließenden und auflösenden Modalitäten als Vordersätze vorangehen. Eben um dieses Verbotes willen, durch welches ein schändlicher Missbrauch des Gesetzes selbst zu scheinbar legaler Unzucht verhütet werden soll, blieben diese Eheschließungs- und Lösungsbestimmungen dem Kompendium für die ins Land Ziehenden vorbehalten, bei welchen ein solcher die Sittlichkeit des ganzen Landes untergrabender Missbrauch in ihrer mehr sich selbst überlassenen Vereinzelung am meisten zu befürchten stand, worauf ja auch der Schluss ולא תחטיא וגו׳ hinweist.
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Rav Hirsch on Torah

כי יקח וגו׳. Wir haben schon zu Kap. 22, 13 angemerkt, wie die jüdische Ehe durch zwei getrennte Handlungen vollzogen wird, durch אירוסין) קידושין) und נשואין, wovon die erste das Verhältnis der persönlichen Angehörigkeit, die zweite die Aufnahme der Frau in das Haus des Mannes mit allen Konsequenzen begründet. Dieser erste Akt, קידושין, ist hier durch כי יקח bezeichnet, es ist die persönliche Aneignung der Frau durch den Mann. Wie der Ausdruck לקח enthält und durch קיחה קיחה ,ג׳׳ש von שדה עפרון (Bereschit 23, 13. — siehe daselbst S. 319; —) Kiduschin 2 a näher erläutert wird, geschieht diese Aneignung in der Form eines Erwerbaktes. Der Mann gibt der Frau vor Zeugen einen Perutawert mit den Worten הרי את מקודשת לי usw. und indem die Frau dieses Wertobjekt in diesem Sinne vor Zeugen hinnimmt, gibt sie sich dem Manne hin, wird sie ihm מקודשת, geheiligt und wie הקדש für jeden andern unnahbar, דאסר לה אכל עלמא כהקדש (Kiduschin 2 b). Diese Eheschließungsform heißt קידושי כסף. An dem ׳ויצאה וגו׳ והיתה וגו des Vers 2 lehrt die Halacha noch eine zweite Form: קידושי שטר, durch Übergabe und Entgegennahme einer die קידושיןFormel enthaltenden und zu diesem Zweck speziell verfassten Schrift. Es wird nämlich (V. 2) die Aneignung an einen anderen Mann, והיתה לאיש אחר, mit dem Scheiden aus dem Hause des ersten, ויצאה מביתו zusammengestellt und damit auch für die קידושיןAneignung der schriftlichen Form eine Gültigkeit erteilt, wie dies für die Scheidung die einzige gesetzliche Weise ist. מקיש הויה ליציאה מה יציאה בשטר אף הזיה בשטר (Kiduschin 5 a und 9 b).
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Rav Hirsch on Torah

Dass mit diesem Akt der אירוסין, obgleich das persönliche Band geschlossen und die Frau für jede andere Verbindung אסורה ist, gleichwohl die לקוחין, das völlige Eingehen der Frau in die Persönlichkeit des Mannes noch nicht vollendet, vielmehr durch einen anderen Akt bedingt ist, das ist aus dem Text des Gesetzes klar. Kap. 20,7 heißt es: ומי האיש אשר ארש אשה ולא לקחה, es findet also nach אירוסין noch ein לקוחין-Akt statt. Ebenso unterscheidet das נדרים-Kapitel (Bamidbar 30, 7 u. 11) ואם היה תהיה לאיש den ארוסה-Stand, wo sie hinsichtlich ihrer Gelübde dem Vater und dem Ü Manne gemeinschaftlich untersteht, und ואם בית אישה נדרה wo das Bestehen ihrer Gelübde von Zustimmung des Mannes allein bedingt ist (siehe daselbst). So ist auch aus dem מוציא שם רע-Gesetze (Kap. 22, 13 — 21) klar, dass so lange die מקודשת noch בבית אביה ist, sie den ארוסה-Charakter trägt, und erst mit der Übergabe an den Mann, את בתי נתתי לאיש zum Übergehen in dessen häuslichen Kreis, sie eine נשואה, eine Vollverehelichte wird. In der Tat lehrt auch die Halacha, dass der mit קידושין begonnene Ehestand erst durch חופה vollendet wird (Kiduschin 5 a u. b). חופה ist aber das bleibende Eingeführtwerden der Frau in das Haus des Mannes, das symbolisch durch deren gemeinsames Zusammentreten unter eine Überdachung (Baldachin טלית), eingeleitet wird. Erst mit חופה wird eine geschlechtliche Annäherung gestattet und treten die gegenseitigen vermögensrechtlichen Beziehungen, sowie die Bestimmungen über Gelübde und טומאת מת beim כהן. (Wajikra 21, 2) in Kraft, Bestimmungen, unter welchen die vermögensrechtlichen auch erst mit den im Lande beginnenden normalen Erwerbs- und Nahrungsverhältnissen ihre wahre Bedeutung erhielten.
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Rav Hirsch on Torah

והיה אם לא תמצא וגו׳ (siehe zu Bereschit 6, 8). חן ist ganz besonders der Charakter der Frau, der sie der hingebenden Zuneigung des Mannes würdig sein lässt. So Prov. 11, 16. אשת חן תתמך כבוד ועריצים יתמכו עשר, wie Mächtige an Reichtum, so hält eine der Liebe ihres Mannes würdige Frau an Ehre fest. Den Ausdruck דבר kennen wir bereits in den Rechtsbeziehungen zwischen Menschen und Menschen als Bezeichnung einer gerichtlichen Behauptung, Anspruch, Klage (siehe Kap. 19, 15). Es kann nun — wie im Jeruschalmi Ende Gittin bemerkt wird — als Rechtsgrund der hier zugelassenen Scheidung nicht, wie ב׳׳ש es auffasst, ein wirkliches Eheverbrechen, ein דבר ערוה verstanden sein, welches nach Bamidbar 5, 13 eine Fortsetzung der Ehe verbieten und die Scheidung zur Pflicht machen würde. Denn Vers 4 wird die Wiederschließung der Ehe mit dem ersten Mann nur nach geschehener Wiederverheiratung untersagt. Es muss demnach also ohne dieselbe die Fortsetzung der ersten Ehe nach dem Gesetze gestattet gewesen sein. Gittin 90 a wird daher auch bemerkt, dass, wenn nur דבר ערוה zur Scheidung berechtigen sollte, es dann nicht ערות דבר, sondern ערוה heißen würde. ערות דבר geht offenbar über den Begriff ערוה hinaus und ergibt die Zulässigkeit der Scheidung durch jedes דבר, durch jedes Benehmen der Frau, welches dem Manne zur Klage wegen Unmöglichkeit einer Fortsetzung der Ehe Grund erteilt, ein Benehmen, welches ב׳׳ה im Gegensatze zu dem דבר ערוה des ב׳׳ש beispielsweise אפילו הקדיחה חבשילו erläutert, selbst wenn die Frau auch nur absichtlich die Speisen des Mannes ungenießbar macht. Es heiße aber nicht nur דבר, sondern ערות דבר, um zugleich anzudeuten, dass selbst, wenn eine Frau משום ערוה geschieden worden, ihr doch die Wiederverheiratung mit einem andern gestattet sei. Gleichzeitig ergibt sich aus דבר, dass der Scheidungsgrund durch zwei Zeugen konstatiert sein müsse, nach dem Kanon: על פי שנים עדים וגו׳ יקום דבר (Kap. 19, 15).
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Rav Hirsch on Torah

וכתב לה ספר כריתות ונתן בידה ושלחה מביתו ganz ebenso Vers 3. Mit diesen drei Sätzen ist die Form der Handlung präzisiert, durch welche eine Ehescheidung zu vollziehen ist. וכתב: wie bei der Eheschließung קידושין ist auch hier bei גירושין der Handelnde der Mann; im jüdischen Rechte steht sowohl bei Eheschließungen als bei Scheidungen der Behörde nur die Beaufsichtigung und ordnungsmäßige Leitung der Handlung, סידור קידושין וגטין, keineswegs die Vollziehung zu. Für גירושין gibt es aber nur die eine Weise: וכתב durch die schriftlich fixierte Scheideformel, בכתיבה מתגרשת ואינה מתגרשת בכסף (Gittin 21 b), und zwar וכתב: die Schrift muss von dem Manne selbst oder durch einen von ihm dazu Beauftragten geschrieben werden, und וכתב ולא חקק, die Schriftzüge müssen direkt und nicht indirekt durch חוק תוכות (siehe Kap. 6, 8) hergestellt sein (daselbst 20 a); לשמה :ובתב לה, die Schrift muss im Namen des Mannes mit ausdrücklichem Bezug auf die damit zu scheidende Frau hergestellt sein, sie muss לשמו ולשמה geschrieben sein (daselbst 24 a u. b); ספר :ספר כריתות ist nicht das Material der Schrift, sondern ספירת דברים, der Inhalt, und zwar muss dieser Inhalt כריתות sein, דבר הכורת בינו לבינה, er muss die Scheidung absolut, nicht bedingt und nicht beschränkt aussprechen (daselbst 21 b); מי שאינו מתוסר אלא :וכתב וגו׳ ונתן וגו׳ כתיבה ונתינה יצא זה שמחוסר כתיבה וקציצה ונתינה, die Schrift muss also angefertigt werden, dass sie sofort nach Vollendung des Schreibens übergeben werden kann, nicht aber, dass sie noch erst, um übergeben zu werden, des Lostrennens oder Abschneidens bedarf (daselbst).
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Rav Hirsch on Torah

Alle diese Bestimmungen lassen sich in den einen Begriff zusammenfassen: statt eines bewussten und absichtsvollen Ausspruchs in Wort, eine ebenso bewusste und absichtsvolle Verkörperung des Scheidegedankens in Schrift mit unausgesetzter Richtung der Gedanken auf diesen Zweck, und zwar also, dass mit dem Niederschreiben, wie das Wort zum Ausspruch, so die Schrift zur Übergabe vollendet sein muss.
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Rav Hirsch on Torah

אין לי אלא ידה גגה חצרה וקרפיפה מניין ת׳׳ל ונתן מ׳׳מ ונתן בידה (daselbst 77 a), die also von ihm oder durch ihn angefertigte Scheidungsurkunde hat der Mann der Frau in die Hand oder in einen ihr Eigentumsbereich bildenden Besitzraum zu "geben", so dass mit der Übergabe die Urkunde ihr Eigentum wird. יד bedeutet hier דשות wie המצא תמצא בידו (Schmot 22, 3; — siehe daselbst S. 265). Mit Gelangung des Scheidebriefes in ihr Eigentumsbereich tritt jedes bisherige Anrecht des Mannes an dasselbe zurück und wird es ausschließlich ihr גיטה וחצרה באין כאחד ,רשות (daselbst 76a), so dass sich darin die erste konkrete Folge der Scheidung sofort ausspricht.
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Rav Hirsch on Torah

ושלחה מביתו ist nicht noch eine dritte Handlung, sondern bezeichnet den Zweck und die Wirkung des וכתב ונתן und den auszusprechenden Sinn, in welchem der Scheidebrief zu übergeben ist, es muss dies לשם גירושין geschehen. So im ונתן בידה :ספרי ושלחה מביתה עד שיאמר לה הרי זה גיטך ,אמר לה כנסי שטר חוב זה אינו גט עד שיאמר לה הא גיטך (daselbst 78 a).
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Rav Hirsch on Torah

Es heißt daher auch nicht, etwa wie ואשה גרושה מאשה (Wajikra 21, 7): וגרשה מביתו welches eine konkrete Entfernung aus dem Hause als etwa letzten Scheidungsakt ausdrücken würde, sondern שלח .ושלחה heißt nämlich nur höchst selten: fortschicken, entfernen. Seine eigentliche Bedeutung ist immer eine negative, ein Loslassen, Freilassen, sich selbst Überlassen, Entlassen, Richtzurückhalten etc. Aus den zahlreichen Stellen, in welchen es immer in solcher Bedeutung vorkommt, verzeichnen wir nur einige charakteristische. So שלח את בני וגו׳ (Schmot 4, 33) und so immer ferner die Entlassung des Volkes aus Pharaos Botmässigkeit. ושלח לכם את אחיכם (Bereshit 43, 14), כי שלחו וילך (Sam. II. 3, 22), ושלחו בדרך טובה (Sam. I, 24, 20), מי שלח פרא חפשי (Job 39, 8), לחשי ישלחנו (Schmot 21, 26). Heißt doch auch die Verheiratung von Töchtern, deren Entlassen aus väterlichem Hause: ושלשים בנות שלח החוצה ,שלח (Richter 12, 9). Unbezweifelt bezeichnet daher auch hier ושלחה מביתו nicht eine räumliche Entfernung aus dem Hause, diese bezeichnet erst das ויצאה מביתו des nächsten Verses als natürliche Folge der Scheidung. ושלחה מביתו ist aber nichts als Ausdruck der Rechtswirkung des Scheideaktes: das Lösen des bisherigen Ehebandes und das Entlassen aus der Hörigkeit an den Mann. Somit ist es der spezifische Gegensatz zu dem Begriff כי יקח וגו׳ ,לקוחים, welches die Eheschließung bezeichnete. Damit wurde ein קנין vollzogen, aus welchem die Frau durch den Scheideakt entlassen wird. Sie wird damit sich selbst wieder gegeben. Daher gibt Onkelos auch das שלח hier durch פטר wieder, das ja ein Freimachen, Entlassen bedeutet, und so auch den ganzen Rechtsbegriff der Scheidung כריתות durch גט פטורין ,פטורין, während er Wajikra 21, 7. 14, 22 u. 13 גרש durch תרך wiedergibt.
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Rav Hirsch on Torah

ונתן בידה ושלחה מביתה fordert daher, dass er ihr den Scheidebrief in dem Sinne, sie damit der Hörigkeitsbeziehung zu ihm zu entlassen einhändige, und dass sie ihn in diesem Sinne empfange. Daher auch (Jebamot 113 b) nur eine solche Frau scheidungsfähig ist, יודעת לשמור גטה, die ein Verständnis von den personenrechtlichen Folgen des entgegenzunehmenden Scheidebriefes hat, nicht also eine Irrsinnige, שוטה, die משלחה וחוזרת, die nach der Entlassung doch wieder ins Haus des Mannes zurückkehrt.
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Rav Hirsch on Torah

Wiederholt wird somit hier (Verse 1, 3 u. 4) der Scheidung die Bedeutung eines rein personenrechtlichen Aktes, der Aufhebung einer Rechtsbeziehung erteilt, und wird (Kiduschin 41 a) an dem wiederholten שליחות-Ausdruck zugleich die Halacha festgehalten, dass eine solche Rechtshandlung auch in Vertretung, ע׳׳י שליח, durch einen vom Manne bestellten Vertreter, שליח הולכה, oder durch einen von der Frau bestellten Vertreter, שליח קבלה, vollzogen werden könne, und auch für גירושין der auch sonst schon gegebene Kanon שלוחו של אדם כמותו zur Anwendung komme (siehe Schmot S. 103 u. 260, sowie Bamidbar zu Kap. 18, 28).
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Rav Hirsch on Torah

Der קידושין- sowohl als der גירושין-Akt ist nur in Gegenwart zweier zum Zeugnis tüchtigen Zeugen vorzunehmen, und bedingt deren Anwesenheit die Vollgültigkeit des Aktes. Es gehört zum Wesen der קידושין, dass wie oben Vers 1 bemerkt, die Frau dadurch אסירא אכל עלמא כהקדש, und ebenso zum Wesen der גירושין, dass sie damit wieder מותרת לכל אדם werde. Jener allgemeine איסור wie dieser allgemeine היתר kann aber dem allgemeinen, nach dem Kanon, על פי שנים עדים יקום דבר (Kap. 15; siehe daselbst), nur durch zwei gültige Zeugen konstatiert werden, ohne sie wird weder der איסור durch קידושין, noch der היתר durch גירושין zur Verwirklichung kommen. Die Anwesenheit zweier tüchtiger Zeugen gehört daher bei diesen beiden Akten wesentlich zu deren Vollgültigkeit, während bei andern Rechtsverträgen die Zeugen nur einem etwa künftigen Ableugnen der Parteien vorbeugen sollen, לא איברי סהדי אלא לשקרא (Kiduschin 65 b; — siehe פני יהושע daselbst).
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Rav Hirsch on Torah

Darüber, ob עדי חתימה כרתי oder עדי מסירה כרתי, ob die Zeugenunterschrift der Urkunde oder die Zeugengegenwart bei der Übergabe das Wesentlichere ist, differieren ר׳ מאיר und ר׳ אלעור. Die rezipierte Halacha folgt ר׳ אלעזר, dass עדי מסירה ברתי. Die Praxis fordert die Funktion von Zeugen zu beidem (Gittin 4 a u. 86 a).
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Rav Hirsch on Torah

Wir haben bereits an einem anderen Orte (Jeschurun, X. Jahrgang) den wohltätigen Einfluss entwickelt, welchen die juridische Möglichkeit der Scheidung für die Innigkeit der jüdischen Ehen und für die Reinheit und das Glück des jüdischen Familienlebens geübt, haben insbesondere auch darauf hingewiesen, welch eine hohe Wertschätzung des jüdischen Weibes das Gesetz in seinem Volke voraussetzen musste, indem es den Entschluss zur Scheidung zunächst der Brust des Mannes mit voller Beruhigung anvertraute, und wie es eben keinen Fortschritt bedeuten dürfte, wenn nach mehr als zweitausendjährigem in großem ganzen missbrauchlosem Bestande man die Notwendigkeit erkannte, einem Missbrauch durch Rechtsbeschränkung vorzubeugen. Wir gestatten uns, auf jene Abhandlung über die Stellung des jüdischen Weibes hinzuweisen und begnügen uns, hier nur die Gedankentiefe hervorzuheben, mit welcher das Gesetz unmittelbar auf das Gesetz über Scheidung (V. 5) die Bestimmung כי יקח איש אשה חדשה וגו׳ folgen lässt, eine Bestimmung, die, wie wohl kaum eine andere, den über alles hohen Wert bekundet, welchen das Gesetz dem Weibe und der Mannespflicht für das heitere Glück des Weibes in einer Weise zuerkennt, deren sich wohl kein anderer Menschenkreis auf Erden rühmen konnte und — kann.
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Rav Hirsch on Torah

Zunächst folgt jedoch noch erst Verse 3 u. 4 eine Klausel, durch welche ein Missbrauch des Gesetzes selbst zu scheinbar legalem unsittlichen Vorgehen verhütet werden soll.
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