Комментарий к Бамидбар 9:16
כֵּ֚ן יִהְיֶ֣ה תָמִ֔יד הֶעָנָ֖ן יְכַסֶּ֑נּוּ וּמַרְאֵה־אֵ֖שׁ לָֽיְלָה׃
Так было всегда: облако покрывало его, и видимость огня ночью.
Rav Hirsch on Torah
VV. 16-23. Es war aber die Wolke der Hirtenstab, vermittelst dessen Gott, der רועה ישראל, dem Volke seiner Führung seinen Willen kund tat, wo und wann sie lagern, wann und wohin sie aufbrechen sollten. Und, wird hier geschildert, gar unberechenbar war für die Geführten der Wille und die Absicht dieser Führung. Bald eine lange Rast, bald eine Rast von nur wenigen Tagen. Bald nur die Rast von einer Nacht, von einem Tage und einer Nacht; oder von zwei Tagen, einem Monat, ein Jahr lang, und, wie רמב׳׳ן bemerkt, da nichts in vorhinein die beabsichtigte Rastdauer wissen ließ, mussten sie, so oft die Wolke das Zeichen zur Rast erteilte, sich völlig zum Lager einrichten, um dann vielleicht nach wenigen Stunden wieder alles ab- und aufzubrechen und dem Weiterzuge der Wolke zu folgen. Das ist die Schule der Wanderschaft durch die Wüste, in welcher wir für alle Zeit die hingebungs- und vertrauensvolle Nachfolge Gottes gelernt haben sollen, die, wie unbegreiflich ihr auch die Gottesführungen erscheinen, die bald kaum Liebgewonnenes wieder zu verlassen, bald in unwillkommenster Stellung geduldig auszuharren uns auferlegen, doch mit immer frischem heiterem Mute alles umfasst und alles löst, was Gott gebietet, unter dem Stab der Gottesführung sich immer glücklich fühlt, durch die bewährte Gehorsamstreue selber beglückt und immer bereit ist, Gott ihren Lebensplan anheimzustellen, und selbst zu ganz unbekannten Zielen hin, auf ganz unbegriffenen Wegen mit ebenso ausharrender Geduld, wie mit nimmer zu trübendem Wandermute Seiner Führung zu folgen. —
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Rav Hirsch on Torah
Sehen wir aber diesen, Verse 17-22 gegebenen Bericht über die Übungsproben genauer an, mit welchen Gott sich das Volk Seiner Führung für alle Zukunft erziehen wollte, so ist es nicht sowohl die Anstrengung langer Wanderungen, als das geduldige Ausharren in langer Rast, welches als Prüfungsaufgabe hervorgehoben scheint. Von den Wanderungen und ihrer Dauer wird nichts erwähnt, wohl aber sehr entschieden und wiederholt von dem Ausharren in langer Ruhe. Gleich V. 17 heißt es: ואחרי כן יסעו וגו׳, dass erst nachher und nicht früher aufgebrochen wurde, als die Wolke sich erhob, und V. 18, nachdem bereits gesagt ist: על פי ד׳ יסעו ועל פי ד׳ יחנו, wird nochmals wiederholt: כל ימי אשר ישכן הענן וגו׳ יחנו. Endlich V. 19 wird das לא יסעו, das Nichtaufbrechen, wenn auch die Wolke viele Tage lang ruhte, als שמירת משמרת ד׳, als besonderes Beachten des göttlichen Gebotes, als besonderer Beweis des Gehorsams bezeichnet. Offenbar wird also auf die Übung ausharrender Geduld der besondere Nachdruck gelegt, Es ist dies umsomehr erklärlich, wenn man die Unwirtlichkeit der Wüste und insbesondere bedenkt, dass dem Volke ja das volle Bewusstsein darüber war, dass die Wüste nicht das Ziel seiner Wanderung, sondern dieses Ziel außerhalb derselben lag, und jedes Verweilen an einem Orte in der Wüste, vor allem vor der verhängnisvollen Bestimmung einer vierzigjährigen Wanderung, nur von dem verheißenen Ziele fern hielt. Es war dies die Übung in jener Tugend der ruhigen und heiteren Ergebung und vertrauensvoll ausharrenden Geduld, derer das Volk der Gottesführungen auf seinen Galutwanderungen durch die "Wüste der Völker" wie der Prophet sie nennt, während so vieler Jahrhunderte der Zukunft vor allem andern bedürfen sollte, und die das Prophetenwort: אם יתמהמה חכה לו (Habakuk 2, 3) so bezeichnend wiedergibt.
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