Kommentar zu Dewarim 28:36
יוֹלֵ֨ךְ יְהוָ֜ה אֹֽתְךָ֗ וְאֶֽת־מַלְכְּךָ֙ אֲשֶׁ֣ר תָּקִ֣ים עָלֶ֔יךָ אֶל־גּ֕וֹי אֲשֶׁ֥ר לֹא־יָדַ֖עְתָּ אַתָּ֣ה וַאֲבֹתֶ֑יךָ וְעָבַ֥דְתָּ שָּׁ֛ם אֱלֹהִ֥ים אֲחֵרִ֖ים עֵ֥ץ וָאָֽבֶן׃
Der HERR wird dich und deinen König, den du über dich setzen sollst, zu einer Nation bringen, die du nicht gekannt hast, du noch deine Väter; und dort sollst du anderen Göttern dienen, Holz und Stein.
Rav Hirsch on Torah
V. 36. יולך וגו׳. Da Verse 38 — 43 noch von Leiden sprechen, welche offenbar noch ein Vorhandensein im eigenen Lande voraussetzen, so dürfte das hier angekündigte Exil vielleicht nur ein partielles sein, bei welchem nur ein Teil der Nation in die Verbannung wandert, ähnlich der Vertreibung der zehn Stämme, oder der Wegführung Jojachins (Könige ll, 24). Wahrscheinlich dürfte aber die Auffassung entsprechender sein, die wir zu den folgenden Versen geben (siehe zu Versen 37 — 45).
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Rav Hirsch on Torah
ועבדת שם וגו׳, ebenso V. 64. Der Zusammenhang lehrt, dass hier nicht von einem wirklichen Götzendienst die Rede ist, sondern dass damit vielmehr das Gesamtgeschick bezeichnet wird, welches Israel im Exil treffen werde. Die Bevölkerungen, deren Untertanen Israel wird, und von deren Gesinnungen und Anschauungen Israels künftige Schicksale abhängen, stehen selbst unter der Götterherrschaft des Heidentums und gestaltet sich ihre ganze Lebens- und Handlungsweise unter deren Einfluss. Israel wird also in Wahrheit dem Götter verehrenden Heidentum untertänig. Es hat den Dienst des Einzigeinen verschmäht, es lernt jetzt die Verirrung und Entartung fühlen, in welche Menschengeister und Herzen geraten, die nicht unter der Huldigung des Einzigeinen, die unter der Herrschaft heidnischer Wahnmächte ihre Gedanken und Empfindungen, ihre Gesinnungen und Handlungen gestalten. Alles Herbe der künftigen Exilsjahrhunderte wurzelt in der Tatsache, dass Israels Geschick von Menschen abhängig wurde, denen die monotheistische Wahrheit nicht leuchtete und ihnen zur Durchbildung zur Humanität nicht verhalf. Dass dies der Sinn dieses Satzes ועבדת שם וגו׳ ist, das beweist dessen erläuternde Umschreibung in Jeremias (Kap. 16, 13) והטלתי אתכם מעל הארץ הזאת על הארץ אשר לא ידעתם אתם ואבתיכם ועבדתם שם את אלהים אחרים יומם ולילה אשר לא אתן לכם חנינה.
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